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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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angenehme, tropisch gleichmässige Temperatur. Schatten ist stets in irgend 
einem Theile der Insel zu finden, denn die tiefen Schluchten sind mehr oder 
weniger vor den Sonnenstrahlen geschützt durch die hohen Hügel, welche sie 
einschliessen.“ 
In Mr. Webster’s Beschreibung wird über das Wetter zu St. Helena 
Folgendes gesagt: 
„Im Januar fallen einige leichte Regen, aber die Weideländereien sind 
vertrocknet. Im Februar kommen plötzliche und starke Regenschauer häufig 
vor. Im März walten starke andauernde Regen vor und beträgt die Tempe- 
ratur auf dem Lande 72° F, (22° C.) in der Stadt 85° (29° C.). Im April 
dauern die Regen fort, aber leichter als im März. Mai ist der letzte Herbst- 
monat, und Juni der erste Wintermonat; einige leichto Schauer fallen gegen 
das Ende desselben. ‚Juli ist die Mitte des Winters (vgl. indessen unten die 
Tabellen), wo alle Vegetation stillsteht (?). August ist der letzte und kälteste 
Wintermonat; das Thermometer zeigt dann 54° F. (12° C.) auf dem Lande und 
68° (20° C.) in der Stadt. Mit September beginnt der Frühling, und im Ok- 
tober ist die Schafschur beendigt. November und Dezember sind die Monate 
der Heuernte, was anomal erscheint in einem tropischen Klima. Am Kap der 
guten Hoffnung sind die Pfirsiche im Dezember reif, während sie hier mehr 
als einen Monat später nur noch die halbe Grösse erreicht haben; Pfirsiche 
und Granatäpfel reifen nicht vor April. Dieses wird hervorgehoben als ein 
Beweis des Temperaturunterschieds zwischen Inseln und Festländern. — 
St. Helena ist im Herzen des SE-Passats gelegen, welcher hier nahezu das ganze 
Jahr hindurch weht. Da die Schiffe vor Jamestown ankern, so sind sie durch 
das Land vor der Stärke dieses Windes geschützt. Westliche oder nördliche 
Winde wehen selten mit solcher Stärke oder Dauer, dass sie den Schiffen auf 
dieser Rhede gefährlich werden könnten.“ 
Ueber die Wirkung des Klimas St. Helena’s auf die Gesundheit der Be- 
wohner bringen Rosser & Imray einander völlig widersprechende Angaben bei. 
Nach dieser allgemeinen Orientirung gehen wir zur Betrachtung der beiden 
Beobachtungsserien und ihrer Resultate über. 
Die Beobachtungen des magnetisch-meteorologischen Observatoriums sind 
in zwei Folio-Bänden unter der Redaktion des Generals Sabine herausgegeben 
auf Kosten der britischen Regierung in den Jahren 1847 und 1860. *) In dem 
orsten Bande sind die meteorologischen Beobachtungen der Jahre 1840—43 
and die Mittelwerthe der Aufzeichnungen von 1840—45 publicirt und discutirt, 
in dem zweiten Bande sind nur die magnetischen Elemente eingehend behandelt, 
von den meteorologischen Beobachtungen dagegen die Jahrgänge 1844—47 ohne 
Diskussion veröffentlicht. Die Monatsmittel des Luftdrucks, der Temperatur, 
der Dunstspannung und der relativen Feuchtigkeit, sowie die Regenmengen, 
habe ich für die ganze 7jährige Beobachtungsreihe September 1840 bis Juli 1847 
vereinigt; für die tägliche Schwankung dieser Elemente hingegen, so wie für 
die Anemometerangaben beschränke ich mich auf das im ersten Bande Gegebene, 
da von den letzteren keine Mittelwerthe im zweiten Bande sich finden. Ferner 
habe ich gesucht, aus dem als „Meteorological Journal“ überschriebenen Theile 
der Publikation die Zahl der Tage mit Regen zu ermitteln, wofür sich indessen 
nur das im zweiten Bande enthaltene Journal für’ 1844—47 als einigermaassen 
geeignet erwies. Die Bewölkung ist zwar für vier Termine täglich in dem 
publicirten Journal angegeben, allein es sind keinerlei Mittelwerthe derselben 
verechnet, so dass ich von der Berücksichtigung dieses Elementes abstehen 
musste. 
Das Personal des Observatoriums wurde von der königlichen Artillerie 
gestellt und bestand aus einem Lieutenant als Direktor, einem Korporal und 
drei Artilleristen; die Leitung ging von Lieut. Lefroy, der 1842 zum Direktor 
des Observatoriums in Toronto ernannt wurde, auf Licut. Smythe und 1847 
auf Lieut. Strange über. 
Die Beobachtungen wurden theils stündlich, theils zweistündlich ausgeführt, 
mit Ausnahme der Sonntage, an welchen während 24 Stunden die Beobachtungen 
4) „Observations made at the magnetical and meteorological Observatory at St, Helena, 
Printed by order of Her Majestys Government, under the superintendence of Lieut.-Colonel (1847, 
Major-General 1860) Edward Sabine, of the Royal Artillery, London: published for Her Majestys 
Stationery Office, by Longman, Brown, Green and Longmans, Vol. I. 1847, Vol. II. 1860,
	        
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