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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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zugleich mit einer starken Stromversetzung nach S 66° 0, 49 Sm in 24 Stunden, 
welcher Strom sich durch die stark und plötzlich abnehmende Temperatur als 
ein Streifen eines von Norden her kommenden kalten Stromes charakterisirte; 
dieser hatte in 38° N-Br und 147° O-Lg eine ungefähre Breite von 150 Sm. 
Um 8 Uhr Abends am 10. April zeigte das Oberflächenwasser noch eine Tem- 
peratur von 13,6°, um 8'/ Uhr eine solche von nur 9,8°, die bis Mitternacht 
bis 8° ab- und bis 4* a. m. am 11. April wieder bis 12° zunahm. Am 12. April 
Mittags (in 38° 49’ N-Br und 149° 43‘ O-Lg) betrug die Temperatur an der 
Oberfläche 13,1°, in 183m Tiefe aber 18,4°, war also um 5,3° höher, d. h. die 
warme Strömung befand sich hier unter der kalten (s. „Ann. d. Hydr. ete.“, 
1875, pag. 273 und 274). Aus dem Vergleich dieser Beobachtungen mit den 
Angaben von No. 1 bis 3 scheint hervorzugehen, dass in den Sommermonaten 
die Grenze zwischen dem warmen und kalten Oberflächenstrom weiter nach 
Norden und Westen zu suchen sein dürfte. . 
Von dem Orte No. 1 führte der Kurs der „Tuscarora“ ein wenig westlich 
von dem direkten Nord-Kurse und näherte sich dem nördlichen Ende der Insel 
Nippon; hierbei nahm die Wärme der unteren Oberflächenschicht so bedeutend 
ab, dass die 10°-Isotherme in No. 1 zwischen 200 und 500 Fad., in No. 2 in 
2a 100 Fad. und im No. 3 (nur 40 Sm von der Küste entfernt) zwischen die 
Oberfläche und 50 Fad. fällt. Hiermit ist also das Vorhandensein eines kalten 
Streifens („cold band“) an der NW-Küste von Nippon auch für den Sommer 
erwiesen, wie solches für den April und Mai vom „Challenger“ gefunden worden 
ist (s. Tab. III, No. 4 und 5). Die Temperatur-Abnahme an dem Orte No. 3 
gegen No. 2 (nur ca 60 Sm südlicher gelegen) betrug an der Oberfläche 71!/2°, 
in 91m Tiefe 101°, in 183m 6° und in 366m 3'/°. An den Orten No. 4 und 5, 
nordöstlich von Nippon, ungefähr im Parallel der Sangar-Strasse, zeigte sich 
ein noch bedeutenderer Sprung in der Temperatur des Meerwassers an der 
Oberfläche und in geringer Tiefe, und zwar innerhalb eines sehr geringen 
Abstandes (zwischen 41° 25‘—46‘ N-Br und 144° 47'—145° 40’ O-Lg), nämlich 
eine Temperaturerniedrigung um 9° C, von 15,7° (im warmen Strom) bis 8,6° 
(im kalten Strom) an der Oberfläche und von 10,3° bis 1,3° in 91m Tiefe. An 
dem Orte No. 6 tritt der kalte Strom ebenfalls sehr nahe an die Oberfläche, 
welche eine Temperatur von 11,1° aufweist, während sie in 55m (30 Fad.) 
Tiefe nur 2,6° beträgt. Die Temperatur in 6560m Bodentiefe war 0°, dieselbe, 
wie sie weiter nordöstlich, in No. 8 (bei dem letzten nordöstlichen Vorstosse 
der „Tuscarora“) in einer Tiefe von nur 55m gefunden wurde. Näher an Land, 
d. h. bei den Kurilen, in 46° N-Br und ca 151° O-Lg (s. No. 10), war die 
Oberflächentemperatur am 20. Juni bis auf 2,8° gesunken; dagegen stieg sie 
wieder, nahe bei der Insel Jesso, den warmen Strom anzeigend, bis zu 15,3° 
(s. No, 11 und 12). 
Zwischen den Kurilen und Alöuten zeigen die Temperaturmessungen der 
„Tuscarora“ deutlich das Vorhandensein von kalten Wasserschichten an und 
unter der Oberfläche (s. No. 13—20), deren-Mächtigkeit bis ca 300m betragen 
kann, und zwar ist diese im Westen grösser (s. No. 13—16), als im Osten 
(s. No. 17-20). Dies erklärt sich aus der südwestlichen Ablenkung des kalten, 
aus dem offenen Wasser des Berings-Meeres zwischen Kamtschatka und den 
Alöuten fliessenden arktischen Unterstromes einerseits und aus der Einwirkung 
der nordöstlich gerichteten warmen Kuro-siwo-Trift andererseits, welche sich 
im Osten auch durch eine höhere Bodentemperatur bemerklich macht, indem 
diese jenseits 165° O-Lg nirgend unter + 1,0° C. sinkt, weiter westlich in 
ca 155° O-Lg 0° und darunter, nämlich —0,4° beträgt (s. No. 14 und 15). 
Am auffallendsten und intensivsten zeigte sich diese kalte Wasserschicht bei 
No. 16,') wo in der Tiefe von 55 und 91m die Temperatur bis zu —0,3° und 
—0,5° sank, aber in‘ grösseren Tiefen (183m) wieder bis — 0,1° stieg und 
somit das Vorhandensein einer wärmeren Unterströmung dokumentirte. Ueber- 
haupt haben die Reihentemperaturmessungen der „Tuscarora“ vom 15.—19. Juni 
(No. 5—9, Tab. IV) und vom 4—11. Juli (No. 13—17, Tab. IV) die Existenz des 
Kauro-siwo bezw. seiner Trift auch unterhalb der kalten Strömungen, von denen 
1) Nach den Angaben in No. 11, Tab. III, pag. 489, erstreckt sich dieser kalte Wasserstreifen 
sogar bis zu 35° N-Br.
	        
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