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Während der Lothungen der „Tuscarora“ auf den grössten Kreisen
zwischen Yokohama bezw. Point Komoto einerseits und Kap Flattery auderer-
seits vom 8. bis 19. Juni 1874, zwischen 36°—45° N-Br und 142°—153° O-Lg,
ferner bei den Lothungen längs Jesso und den Kurilen und von diesen bis zu den
Alöuten im Berings-Meer, von Juni 20—Juli 17, 1874, zwischen 41°—52° N-Br und
144°—179° O-Lg, nahm Commander Belknap mehrere werthvolle Temperatur-
reihen am nördlichen Rande des Kuro-siwo und in den aus dem Ochotskischen
und Berings-Meer stammenden kalten Wasserschichten, von denen wir in nach-
stehender Tabelle die am meisten charakteristischen mittheilen. Sie bestätigen
sowohl die von anderen Beobachtern, z. B. von Kapt. z. See Livonius an Bord
S. M.S. „Elisabeth“ im September 1874, von Kapt. z. See Frhr. von Reibnitz
an Bord S.M.S. „Arcona“ im April 1875, ferner von Kapt. St. John,
von Carpenter (1873) und Knipping (1870), nachgewiesene Erscheinung der
mit einander abwechselnden warmen und kalten Streifen am nördlichen Rande
des Kuro-siwo, als auch das anderweitig schon früher von von Kotzebue (1817),
de Tessan (1837) und neuerdings von Frhr. von Reibnitz (1875) beobachtete
Untertauchen des warmen Kuro-siwo unter das kalte, aus dem Ochotskischen und
Berings-Meer stammende arktische Wasser,
Tabelle IV.
Reihentemperaturen, genommen an Bord der „Tuscarora“ (Kapt. Belknap)
zwischen Japan und der Insel Tanagza (Aleuten) im Juni und Juli 1874,
Temperatur °C
Ort
No.) Datum
30 | 50 | 100 | 200 | 500
Ober- ‚ Faden | Faden | Faden Faden | Faden
fläche! = = | = == = |
55m | 91m 183m 366 m | 914m
1874
Breite | Länge
Nord
3
Juni 11
°
4
37° 54
38° 34’
39° 36’
41° 25‘
41° 46‘
41° 58
43° 21%
44° 10°
44° 55
143° 40‘ ] 20,1
142° 39‘ | 20,6
42° 41‘ | 13,1
{44° 47' | 15,7
145°40' | 8,6
46° 8 | 11,1
149° 12‘ | 6,0
150°50‘ | 7,2
159096 * 59
—_— 16,8
— 6,4
13.1 | 10,3
1,3
1,5
v9
0
D92
16,8
10,2
4,3
5,9
1.1
(9
7
05
03
14,4
7,4
4,0
2,4
1,4
2,0
1,9
0.2
4,2
1,6
4,3
1,9
1,3
2.9
S
”
n
5
3
3
3
19
|
10
11
12
»
20
22
93
46° 0’
43° 20°
41° 39!
150° 45’
147° 4
1449 181
,
2,8
10,5
15.3
zu |
1,1
1,2
79
0,5
1,8
a1
0,5
1,3
13 | Juli £
14 „ €
15 „ €
16 „7
7 zu
5) „ 22
19 » 13
20 „16
47° 30°
48° 21’
48° 40’
509 22°
51° 39
51° 55"
52° 9
51° ®*
153° 38‘ | 4,7 3
155928‘ | 66 | 0,8| 04 083
(66° 7 | 55' 01 03 01
59040‘ | 5,9 |—0,3 |—0,5 —01
54030 | 7,2| 16| 12 | 38
169° 0] 84| 29| 32| 40
[72° 2 | 78| 4£8| 44| 38
soa5 | 83° 5858| An! a1
1,7
07
02 —
— 0% —
14 15
57,
36 | 2,7
39 | _—
Boden-
Tiefe | Temp.
m
or
6267
2483
1860
3223
5388
6560
7390
7535
8513
46
18
0,0
1611
1917
9893
1,4
0.9
2915
3509
4857
6865
5108
4957
| 4504
3953
0,3
—0,4
0.0
0,8
1,1
1.3
J
Bemerkungen
‚ I. Am nördlichen
‚Rande des Kuro-siwo
‚II. Längs der Kurilen
und der Insel Jesso
HI. Zwischen den
? Kurilen u. den Aläuten
Die Messung No. 1 ergab noch für die unteren Oberflächenschichten eine
erhöhte Temperatur, sogar eine noch höhere, als näher an der japanischen
Küste, wo am 10. Juni in 36° 58‘ N-Br und 142° 25‘ O-Lg in Tiefen von
183 und 366m Temperaturen von 14,7° und 9,3° beobachtet wurden, gegen
16,8° und 14,4° in No. 1. Von einem kalten Strom an dieser Stelle ist also
im Juni keine Spur anzutreffen gewesen, wie solcher von S. M. S. „Arcona“ am
10. April 1875 wahrgenommen worden ist, an welchem Tage das Mittägsbesteck
des Schiffes 37° 51‘ N-Br und 143° 53‘ O-Lg war, also ganz nahe am Orte
No. 1. Kapt. Frhr. von Reibnitz hat nämlich am 10. April einen bedeutenden
Sprung in der Temperatur des Oberflächenwassers des Kuro-siwo heobachtet,