ARR
. In dem Schnitte Honolulu— Tahiti (August und September 1875) zeigt
sich die 25°-Isotherme zuerst an der Oberfläche in 26° 11‘ N-Br und 155° 12'
W-Lg, also weiter nördlich, als im westlichen Pacific, erreicht bis zum Aequator
von 10—70 Fad. (18—128m) wechselnde Tiefen (im Durchschnitt 35 Fad. oder
64m); südlich vom Aequator bis 17° S-Br sinkt sie noch tiefer und hält sich
meist auf Tiefen von 55—75 Fad. (100—137m) und gelangt gleich südlich
von Tahiti, in ca 19° S-Br und 150° W-Lg, wieder an die Oberfläche, Die
20°-Isotherme senkt sich südlich vom Aequator tiefer hinab — zwischen 80 bis
140 Faden — als nördlich von demselben, wo sie eine Tiefe von nur 35 bis
90 Faden erreicht. Aehnlich verhalten sich die Isothermen von 15° und 10°,
Dagegen liegen die Isothermen von 5° und darunter bis 2,5° nördlich vom
Aequator zuweilen beträchtlich tiefer, als im Süden desselben. In 1500 Faden
Tiefe ist der Unterschied unmerklich, und am Boden ist die Temperatur um ein
Weniges niedriger südlich vom Aequator, als nördlich von demselben (vgl. Tab, I,
No. 1, 2, 4, 5, 8, 9, 11, 12, 14, 15, 20, 23, 27, 28, 29, 30, 34, 36, 39, und
Wild: Thalassa, Tab... XII.
Die von der „Gazelle“ von Ende Mai bis Mitte September 1875 auf der
Route Z7imor— Amboina-—Galevo-Strasse— Brisbane in Ost-Australien genommenen
Reihentemperaturen (s. Tab. I, „Gazelle“, No. 1—15, 18 und 20) bestätigen im
Allgemeinen die vom „Challenger“ in den beiden Schnitten Admiralitäts-Inseln—
Japan und Honolulu— Tahiti innerhalb derselben Breitenparallele (3° Nord—
16° Süd) gefundenen KErgebnisse.!)
Eine ähnliche Uebereinstimmung zeigte sich bei den Reihentemperatur-
messungen der „Gazelle“ auf der Route Fiji—Tonga-—Samoa-Inseln (s. Tab. I,
„Gazelle“, No. 16, 17, 19, 21 bis 24) mit denen des „Challenger“ zwischen
Honolulu und Tahiti (s. Tab. I „Challenger“ No. 34, 36 und 39) und zwischen
Fiji-Inseln und Raine-Insel (s. Tab. I „Challenger“ No. 33, 35, 37 und 38),
innerhalb derselben Breitenparallele, von 13°—19° Süd. So fand z. B. die
„Gazelle“ im November 1875 in 19° S-Br, etwas südöstlich von den Fiji-Iuseln,
im Meridian von nahe 180° die 25°-Isotherme ‘ebenso an der Oberfläche, wie
der „Challenger“ im September 1875 in 150° W-Lg, dicht südlich von Tahiti,
und im August 1874, nur wenig südlich von den Fi%-Inseln, in 177° O-Lg.
Für letzteren Ort zeigte sich eine fast vollständige Uebereinstimmung der
Temperaturwerthe bis zu 100 Fad. mit denen der „Gazelle“ (s. Tab. I, No. 24,
„Gazelle“), nämlich:
„Gazelle“, 1875, Nov. 25
Breite Länge | Oberfl. | 50Fad. |100 Fad.
19° 9‘ S |179°40' 0 | 25,0° | 23,5° | 21,0°
„Challenger“, 1874, August 12
Breite Länge | Oberfl, | 50 Fad, [100 Fad,
19° 2‘ S |[177°10‘0 [| 25,3° | 23,6° | 21,4°
2. Temperaturvertheilung im Nord-Pacific zwischen 52° und
20° N-Br. Aus den Reihentemperaturmessungen der „Tuscarora“ zwischen
Honolulu und Yokohama und zwischen Jesso und den Aleuten (1874) und des
„Challenger“ zwischen Japan und dem Meridian der Sandwich-Inseln (1875),
deren Kurse nahezu parallel waren (s. Tiefenkarte der Oceane zu Heft V) haben
wir in nachstehender Tabelle II diejenigen Angaben gruppenweise zusammen-
gestellt, welche unter nahezu denselben Meridianen, aber in verschiedenen
Breiten bestimmt worden sind, so dass jede Gruppe für sich die Verschieden-
heiten der Temperaturen in denselben Tiefen in nord—südlicher Richtung
erkennen lässt. Die Anordnung der einzelnen Gruppen von West nach Ost —
zwischen 150° W-Lg und 140° O-Lg, also über 70 Längengrade — lässt ferner
den Unterschied zwischen der Temperaturvertheilung in dem centralen und dem
westlichen "Theil des Nord-Pacific deutlich erkennen, wie solcher sich auch schon
in der äquatorialen Zone des Stillen Oceans herausgestellt hat.
Bei der Diskussion seiner Temperaturmessungen im Stillen Ocean (s. „Ann. d. Hydr. etc,“,
1876, pag. 136 und 230) hat Frhr. von Schleinitz einige, für die Theorie der allgemeinen oceani-
schen Cirkulation nicht unwichtige Beziehungen zwischen der Temperaturvertheilung von der Ober-
fläche bis in grössere Tiefen und dem Salzgehalte bezw. dem Verhalten des absoluten, d. h. des für
die Temperatur nicht korrigirten, specifischen Gewichtes, ferner zu den Strömungen an und unter der
Oberfläche etc. nachgewiesen, welchen wir in dem Schlussartikel eine nähere Betrachtung widmen
werden.