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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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an vielen Stellen ermöglicht. Man könnte fast sagen, dass es in der höheren 
Zone mehr regnet während des Sommers, als während des Winters, da während 
der trockenen Jahreszeit die Nebelregen („garruas“) beständig und sehr stark 
auftreten. Während des Monats August verging uns auf Floreana kein Tag, 
ohne dass wir 4 oder 5 „garruas“ beobachten konnten, und waren dieselben 
so reichlich, dass auf der Hochfläche (270 m) der Weg nach der Hacienda be- 
trächtlich verdorben und kothig wurde. Nur selten reichten diese Regen herab 
bis zum Hause des Herrn Valdisan (133 m), waren alsdann von kurzer Dauer, 
und nach kurzer Zeit war der Boden wieder so trocken, wie vorher.‘) Noch 
tiefer, nahe der Küste, fiel kein Tropfen Regen. Während der ganzen Zeit 
unserer Reise, von August bis November, blieben die Berge der höheren Inseln 
stets in Wolken und Nebel gehüllt. In den höheren Theilen der Insel Chatham 
hatten wir während 10 Tagen keinen Sonnenblick und litten viel von dem 
fortdauernden Regen, während auf der nördlichen Hälfte derselben Insel, welche 
der niederen Region angehört, kein Tropfen Wasser fiel. 
Der fast immer aus SE wehende Wind bringt die an den höheren Ge- 
birgen sich kondensirenden Wasserdämpfe mit sich, weshalb auch der südöst- 
liche Theil der Insel Chatham fruchtbar ist und hier die feuchte Region 40 bis 
70m weiter herabreicht, als an der NW-Seite.“ 
Das Zufrieren und Aufthauen der unteren Donau zwischen den 
Mündungen des Sereth und Pruth. 
Der Kommandant S. M. Kbt. „Comet“, Kapt.-Lieut. von Senden, hat 
nachstehende, von dem Handelshause Foscolo & Co. zu Galatz zusammen- 
gestellte Uebersicht über die Zeitdauer des Gefrierens und Aufthauens der 
unteren Donau zwischen den Mündungen des Sereth und Pruth nach 43jährigen 
Aufzeichnungen zu Galatz, von 1837—1879, eingesendet, welche für die Kennt- 
niss der klimatischen Verhältnisse dieses Küstengebietes des Schwarzen Meeres 
und auch für die Navigation bei demselben von Werth ist. . Sie zeigt uns u. A., 
dass die untere Donau länger als 1'/2 Monate im Durchschnitt zugefroren ist, 
und dass von Anfang December bis Mitte Februar auf ihr die Schifffahrt ge- 
schlossen sein kann. Für die Strecke von Braila bis Sulina (110 Sm) ist 
5 Tage vor dem Zufrieren und 3 Tage nach dem Aufthauen die Schifffahrt als 
gefährlich zu betrachten. 
Aus den Angaben in der folgenden Tabelle geht hervor, dass die Donau 
bei Galatz in den 43 Jahren von 1837 bis 1879 im Monat December 13 Mal, 
im Januar 16 Mal und im Februar 5 Mal zufror, und zwar am frühesten im 
Winter von 1862—1863, am spätesten in den Wintern von 1857 und 1871; die 
geringste Anzahl der Tage (13), an denen die Donaw zugefroren gewesen ist, 
traf ebenfalls in den Winter 1871, die grösste Anzahl (94) in den Winter 1841. 
Im Durchschnitt friert die Donau in den ersten 10 Tagen des Januar zu 
und die durchschnittliche Zeitdauer des Zufrierens der Donau ist 48 Tage, 
In 9 Wintern ist die Donau gar nicht zugefroren gewesen, nämlich in den 
Wintern von 1843, 1846, 1852, 1853, 1854, 1860, 1867, 1873, 1877. Das Auf- 
thauen der Donau erfolgte in der Zeit von 1837—1879 3 Mal im Januar, 
16 Mal im Februar und 15 Mal im März, am frühesten im Winter von 1866, 
am spätesten im Winter von 1841. Die durchschnittliche Zeit des Aufthauens 
der Donau fällt auf die letzten 10 Tage des Februar. 
1) Mehrere Nächte vor dem Vollmond beobachteten wir bei solchen „garruas“ die Erschei- 
nungen des Mondregenbogens in seltener Schönheit: aber von den sieben Farben waren nur gelb, 
grün und rosa gut zu erkennen.
	        
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