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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Auflaufen schützen, wenn man einen zuverlässigen Mann auf die Fockraa schickt, 
denn von oben sind die Bänke an der Farbe des Wassers leicht zu erkennen. 
Diese Vorsichtsmaassregel‘ sollte immer angewandt werden, bis man South Lark- 
bury passirt ist. Die Bojen sind auch nicht immer in Position; mitunter ver- 
treiben sie, indem sich kleine Fahrzeuge an ihnen befestigen, mitunter fehlen 
sie gänzlich. Als wir mit „Amanda & Elisabeth“ am 1. Januar 1867, im August 
1872 und im Mai 1877 die Maja-Bank passirten, war keine Boje vorhanden. 
Von South Larkbury segelt man gerade auf die im Hafen liegenden 
Schiffe zu, und ankert, wo man es für passend findet. Ueberall ist guter Anker- 
platz, die Tiefe von 7 bis 10 Faden. Im Südwest-Monsun liegt man gewöhnlich 
vor einem, im Nordost-Monsun vor zwei Ankern. 
Im Nordost-Monsun segeln die Schiffe gewöhnlich von Norden ein. Man 
stenert nach Ngowy Point (Rds Nungwe), der Nordspitze von Zanzibar, welche 
dicht mit Bäumen bewachsen und bei hellem Wetter 18 Sm weit sichtbar ist. 
An der Ostseite hat sie einen weissen Strand. Drei Meilen südlich von Ngowy 
Point liegt die kleine Insel Muemba (Mwemba Island), mit sehr grossen, dick- 
stämmigen Bänmen bewachsen. Ein Riff, worauf die See stark bricht, erstreckt 
sich in östlicher Richtung auf 2 Sm Abstand von dieser Insel. Der weisse 
Strand an ihrer Ostseite verschwindet bei Hochwasser, XNgowy Point passirt 
man in 2 Sm Abstand, denn auch hier befindet sich ein Riff, welches sich von 
dem Point in nördlicher Richtung erstreckt. Der Rand desselben ist bei hellem 
Wetter an der Farbe des Wassers zu erkennen, 
Von Ngowy Point segele man zunächst nach der Insel Moina (Mwana- 
Mwana), passire dieselbe in 1 Sm Abstand, steuere von hier einen direkten 
Kurs nach Oswemba Point (Rds Oswawembe) und alsdann längs dem Lande in 
/a Sm Abstand nach dem Englischen Pass zwischen Umtoni und Champany. 
Umtoni (Mitoni) an der Zanzibar-Seite ist ein grosses arabisches Haus, Cham- 
pany (Chapany) die Begräbniss-Insel der Christen. 
Die beiden Bojen am Champany-Riff lässt man an Steuerbord liegen, 
steuert, wenn die drei Inseln Champany, Kebandico und Chango durchgewandert 
sind, SWzW und ankert im Hafen, wo man es für passend erachtet. Man ver- 
lasse sich aber nicht auf die Lage der Bojen und segele auch nicht bei Nacht 
durch den Pass. Als wir mit „Amanda & Elisabeth“ im August 1872 durch 
den Englischen Pass segelten, waren keine Bojen vorhanden. In einem solchen 
Falle muss man, so gut es geht, das Fahrwasser durch Schätzung des Abstandes 
vom Lande zu finden suchen. Die ganze Breite von der Insel Champany bis 
zum Zanzibar-Strand beträgt ungefähr 11 Kblg; davon lasse man 7 an der 
Champany- und 4 an der Zanzibar-Seite, alsdann ist man in der Mitte des 
Fahrwassers. An der Champany-Seite zeigt sich die Kante der Bank sehr gut 
durch die Farbe des Wassers; an der Zanzibar-Seite ist dies aber nicht der Fall. 
Zum Aussegeln nimmt man im Südwest-Monsun mit Vortheil die Nord- 
passage. Man ankert Nachmittags bei der Nordspitze von Zanzibar und segelt 
am nächsten Morgen mit der Landbrise nach See. „Amanda & Elisabeth“ hat 
schon verschiedene Male dort geankert und zwar in der Peilung: Ngowy Point 
Ost und Moina-Insel SWzW, auf 11 bis 12 Faden Wasser. 
Im Nordost-Monsun segelt man Süden aus und kommt gewöhnlich noch 
an demselben Tage in See. 
Hafenabgaben sind in Zanzibar ausser den gewöhnlichen Konsulats- 
gebühren nicht zu entrichten. Es lässt sich deshalb auch keine Behörde für 
die richtige Lage der Bojen verantwortlich machen. 
Der Taglohn für Arbeitsleute beträgt 20 Pesa, die Miethe für Ladungs- 
boote einschliesslich der Bootsmannschaft ist 5 bis 6 Dollar für den Tag. Die 
Boote sind sehr gesucht, wenn mehrere Schiffe im Hafen sind. Man kann die- 
selben auch benutzen, um Trinkwasser holen zu lassen, dessen Preis sich auf 
diese Weise zu 1 Dollar für das Fass stellt. Ein gleicher Preis ist zu bezahlen, 
wenn man es von der Stadt bezieht, wo das Regenwasser auf den Dächern auf- 
gefangen, in Tanks gesammelt und seit Anfang des Jahres 1878 an die Schiffe 
abgelassen wird; nur hat man es in diesem Falle nicht frei an Bord geliefert. 
Der Dollar, nach welchem hier gerechnet wird, ist der österreichische 
Maria-Theresienthaler, im Werthe gleich 4,25 Mark. 1 Dollar hat 120 Pesa, 
also 28 Pesa = 1 Mark.
	        
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