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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Artikel gehen zum grössten Theile in kleinen Fahrzeugen nach Zanzibar und 
Mozambique; an grossen Schiffen für übersecische Reisen wurden bisher jährlich 
nur vier oder fünf beladen. Der Zoll, welcher erhoben wird, ist beträchtlich, 
Die gangbare Münze für den grossen Handel ist der Rupee. Als Scheide- 
münze kursiren 10-, 20- und 40-Reis-Stücke in Kupfer. Der Zoll wird in portu- 
giesischem Gelde (Papiergeld der Bank von Mozambique) entrichtet. 
Postverbindung ist in regelmässiger Weise nicht vorhanden, sondern 
wird nur gelegentlich durch Küstenfahrer via Zanzibar oder Mozambique 
hergestellt. . 
Material zur Reparatur eines Schiffes ist nicht vorräthig, ebensowenig 
Steinkohlen; auch giebt es hier keine Schiffshändler oder Krämer, die sich mit 
der Versorgung von Schiffen befassen. Was man an Proviant bedarf, hat man 
selbst in kleinen Quantitäten aufzukaufen: ein Huhn, ein Paar Eier, ein kleines 
Schwein — Alles ist billig, aber nicht in genügender Menge zu haben. Zvwei- 
mal wöchentlich wird geschlachtet, und ist alsdann frisches Fleisch zu beziehen. 
Trinkwasser ist reichlich und gut. 
Sobald ein Schiff zu Anker gekommen ist, erhält es die Visite des Arztes 
und des Zolldirektors, denen Gesundheitspass, Musterrolle, Manifest und Passe- 
porte vorgelegt werden muss. Kommt das Schiff von Europa, so müssen sämmt- 
liche Papiere von dem portugiesischen Konsul des Abfahrtshafens beglaubigt 
sein. Während des Aufenthalts in /b60 bleibt ein Zollwächter an Bord. 
Das Löschen und Laden geschieht vermittelst Landboote; es geht nur 
langsam von Statten, da die Boote nur mit Hochwasser an die Stadt kommen 
können. 
Die Regenzeit umfasst den Februar und März. Früher soll das Klima 
in diesen Monaten sehr ungesund gewesen, jetzt hingegen sehr gesund sein. 
In Folge des guten Rufes, welchen das Klima geniesst, waren einige Leute von 
Mozambique gekommen, welche in 60 bis zum Eintritt des Südwest-Monsuns 
verweilen wollten. 
Bei der Ansegelung von Ibo muss man den südlichen Küstenstrom in 
Betracht ziehen, dessen Stärke wir, längs der Küste segelnd, nach Peilungen 
zu 2 Sm in der Stunde schätzten. Von Norden kommend giebt das landeinwärts 
an der Festlandküste gelegene hohe Land eine gute Marke ab. Es ist im 
Norden der Inseln /bo und Matemo ganz eben und von beträchtlicher Höhe, so 
dass es in 22 Sm Abstand vom Lande sichtbar wird. Die Insel 760 sieht man 
aur 10, Matemo nur 8 Sm weit. Wenn man das südliche, steil abfallende Ende 
des erwähnten Tafellandes in W'!'AS peilt, so wird man bei Annäherung eben 
südlich davon einen kleinen Berg gewahren, welcher in den. englischen Karten 
als Distant Peak angegeben ist. Die Peilung W1!4AS des Distant Peak führt 
gerade auf die Insel Matemo ab. Matemo ist mit niedrigem Buschwerke be- 
wachsen, hat an der Südostseite einen weissen Strand und im Osten eine kleine 
vorliegende Insel. Die höhere Insel /bo ist an dem Leuchtthurme und den regel- 
mässig gepflanzten Palmen in der Nähe der Stadt leicht zu erkennen. 
Der auf der Nordostspitze der Insel Zbo errichtete Leuchtthurm hat ein 
[estes Licht, welches bei hellem Wetter 10 Sm weit sichtbar ist; bei Tage, 
wenn die Annäherung eines Schiffes bemerkt wird, zeigt er eine hohe Flagge, 
14 Sm weit sichtbar. Der Thurm, von Stein erbaut, hat an der Südseite einen 
schrägen Anbau und an der Nordseite einen hohen Mast mit Raa. Wenn man 
den Thurm sieht, ehe das Land zu erkennen ist, so erscheint derselbe wie ein 
Lootsenkutter mit Stagfock, Grosssegel und hochgeheisster Flagge. 
Die Einfahrt nach der Rhede ist zwischen den Inseln Z60 und Matemo. 
Recht in der Mitte zwischen beiden liegt die Sandbank St. Gonsalo, welche bei 
niedrigem Wasser an mehreren Stellen trocken läuft. NzW 2,2 Sm vom Leucht- 
thurme, an der Nordostspitze der Majuca-Untiefe,!) liegt eine rothe eiserne Birn- 
tonne (Boje in Gestalt einer Birne, deren spitzes Ende oben ist); dieselbe lässt 
man an Backbord und steuert WzN, bis man die kloine Insel an der Ostseite 
von Matemo NO peilt und ankert alsdann auf 8 bis 10 Faden Wasser, 
1) Im „Africa Pilot“, Part. IIT, Mujaca Shoal genannt, In späteren Fällen ist die im „Africa 
Pilot“ gebrauchte Benennung der hydrographischen Gegenstände in Klammern beigefügt worden. wenn 
lieselbe mit der hier gegebenen nicht in Uebereinstimmung war.
	        
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