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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

2. Reise der Bremer Bark „Antoinette“, Kapt. H. Maass. 
Am 11. Januar 1879, 4 Tage später, als die Weser- Mündung verlassen 
worden war, passirte die nach New- York bestimmte Bark „Antornette“ den 
Meridian von Lizard. Westliche, oft zum heftigen Sturme zunehmende Winde, 
die während der nächsten 9 "Tage anhielten, machten anfänglich jeden rascheren 
Fortgang der Reise unmöglich. Erst am 21. Januar erhielt man. in 48° N-Br 
und 15° W-Lg günstigen Ostwind, mit welchem Kapt. Maass, welcher den 
Entschluss gefasst hatte, die Passatregion aufzusuchen, südwärts steuerte. Es 
wurde dann 40° N-Br in 20,8° W-Lg am 26. Januar und 30° N-Br in 23,8° W-Lg 
am 3, Februar überschritten. Von 36° bis nach 31° N-Br waren wieder west- 
liche Winde die herrschenden gewesen, dann lief der Wind von West durch 
Nord nach NE und wurde anscheinend zum Passat. Indessen trat in etwa 
25,5° N-Br und 31° W-Lg eine Störung desselben ein, indem einen Tag lang 
Windstille und leichter Westwind herrschte. Die Bark erreichte als südlichste 
Breite 23,8° Nord in 56° W-Lg, und schnitt 30° W-Lg in 26° N-Br am 7. Februar 
and 50° W-Lg in 24° N-Br am 26. Februar. Das Gebiet des eigentlichen Passats 
schien sich in 58,2° W-Lg nur bis nach 24,2° N-Br zu erstrecken; hier lief der 
Wind südöstlich und machte dann eine, von einer Luftdruckabnahme von 3,5mm 
begleitete, rechtlaufende Drehung durch alle Kompassstriche, In 25,5° N-Br 
und 66° W-Lg fand noch eine zweite, ganz ähnlich verlaufende Drehung des 
Windes statt, bei welcher die Luftdruckabnahme fast 5mm betrug. Die Fahrt 
des Schiffes erlitt durch diese Störungen keine bedeutende Verzögerung, denn 
die Gegenwinde waren nicht von langer Dauer, und die folgenden NE- Winde, 
besonders nach der zweiten Störung, recht frisch. Am 27. Februar überschritt 
„Antoinette“ in 70,9° W-Lg den Parallel von 30° Nord, An den nächsten 
beiden Tagen traf man solch stürmischen Wind aus NNE, dass man denselben 
nicht benutzen konnte, sondern beidrehen musste. Später folgten dann günstigere 
Winde, mit denen der Hafen von New- York am 9, März erreicht wurde, Die 
Reisedauer von Lizard her war 57 Tage. 
Am 4, April trat die nach Bremen bestimmte Bark die Heimreise an. 
Während derselben traf man fast nur westliche. Winde, welche zwar oft stürmisch 
wehten, doch durch ihre Stärke in keinem Falle die Verfolgung des gewünschten 
Kurses erschwerten. Man gelangte nach 50° W-Lg in 42,8° N-Br am 12. April, 
nach 30° W-Lg in 46,5° N-Br am 19. April, und zum Eingange des Kanals, wo 
N Sa längere Zeit anhaltende Ostwind eintrat, nach 23tägiger Reise von 
ew- York. 
3. Reise der Bremer Brigg „Agues“, Kapt. H. Jaburg. 
Am 3, December 1878 trat die Brigg von der Weser aus eine Reise nach 
dem Busen von Guinea an. Bei kräftigem Nordwinde verliess sie am 7. December 
den Kanal und verfolgte dann einen nach Süden führenden Kurs. Auf dem- 
selben traf man anfänglich eine sehr günstige Gelegenheit. Die Winde wehten vor- 
herrschend aus nördlicher und nordwestlicher Richtung, und schon am 12. December 
wurde 40° N-Br in 12,2° W-Lg überschritten. In 39° N-Br trat östlicher Wind 
ein, derselbe wurde aber bald flau und holte am 15. December in 34,3° N-Br 
und 17,3° W-Lg südlich und später auffrischend nach SW. Mit dem südwest- 
lichen Winde sank das Barometer, welches vorher auf 768,5mm gestiegen war, 
allmälig bis 755,4mm, Damit holte der Wind westlicher, das Barometer stiog, 
dann wurde es windstill. Noch einmal begann in 30° N-Br und 18° W-Lg am 
20. December ein Rundlauf des Windes von Süd durch West nach Nord, welcher 
von stürmischem Wetter und einem Fallen des. Barometers von 12mm begleitet 
war, und erst als mit‘ dem Nordwinde das Barometer wieder gestiegen war, 
holte der Wind nach NE und wurde zum Passat. Vor diesem, sehr frisch und 
beständig wehenden Winde segelte „Agnes“ recht nach Süden, und kreuzte 
20° N-Br in 20,2° W-Lg am 28, December und 10° N-Br in 20,6° W-Lg am 
31. December. In 6,2° N-Br und 20,7° W-Lg wurde der Ostwind ganz flau 
und in 5,7° N-Br verliess am 3. Januar 1879 „Agnes“ das Passatgebiet. Stille 
und Mallung, die meist aus östlicher und südlicher Richtung kam, herrschte 
dann für eine sehr lange Zeit; am 20, Januar stand die Brigg erst in 1,8° N-Br 
Ann, d. Hydr., 1879. Heft IX (Sentember)}.
	        
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