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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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10 Grad Breite durchsegelt, und am 31. März stand „Papa“ in 32,5° W-Lg auf 
dem Parallel von 40° Nord. Günstige Winde wurden auf dem nun noch zurück- 
zulegenden Theile der Reise angetroffen. Am 7. April befand man sich im Ge- 
sichtskreise des Bishop Rock-Feuers, und damit war die Reise um die Krde 
vollendet. Die Dauer der Reise von den Tonga-Inselu bis zum Kanal betrug 
98 Tage, die von der Linio 31 Tage. 
19. Reise der Bremer Bark „Undine‘“, Kapt. H. Rabbe. 
Am 30. Juni 1877 trat von Cardıf aus die Bark „Undine“ eino Reise 
nach Singapore an; sie hatte auf derselben am 3. Juli 48° N-Br und 7,5° W-Lg 
erroicht, als mit der Führung des meteorologischen Journals begonnen wurde. 
Leichter Westwind brachte das Schiff in 3 Tagen nach 44,5° N-Br; dort lief 
der Wind durch Nord nach NE, und mit diesem überschritt „Undine“ 40° N-Br 
in 14° W-Lg am 8. Juli und 30° N-Br in 19,1° W-Lg am 13. Juli. Das Gebiet 
des Passats wurde, ohne dass vorher eine nennenswerthe Verzögerung der Fahrt 
stattfand, erreicht. Die Grenze desselben, in 30° N-Br, zeigte sich nur dadurch 
an, dass der NE für eine kurze Zeit flan wurde. Mit dem, nur in mässiger 
Stärke wehenden Passat überschritt „Undine“ 20° N-Br in 23,8° W-Lg am 
18. Juli. Schon in 10,2° N-Br und 24,3° W-Lg fand man am 23. Juli Mallung, 
auf diese folgte in etwa 8,3° N-Br loichter SW-Monsun, mit dem „Undine“ bis 
nach 3,8° N-Br in 15,2° W-Lg segelte. In diesem weit östlichen Punkte, zu 
dessen Erreichung die in 11 Tagen 180 Sm betragende östliche Versetzung aber 
auch ihr gut Theil beigetragen hatte, wurde am 4. August bei rechtweisendem 
SzW-Winde gewendet. Schr langsam raumte der Wind dann auf, doch konnte 
am 9. August in 21,6° W-Lg die Linie geschnitten werden, 37 Tage später, als 
die Breite von Scilly überschritten worden war. 
Im Südatlantischen Ocean gelangte „Undine“ nach 10° S-Br iu 27,7° W-Lg 
am 13. August, nach 20° S-Br in 32,1° W-Lg am 16. August und nach 30° S-Br 
in 30,8° W-Lg am 22, August. Der frisch wehende SE-Passat endete, als man 
nach 22,3° S-Br in 32,2° W-Lg gekommen war; veränderliche Ostwinde wurden 
dann noch angetroffen bis nach 29,5° S-Br hin, dort setzten westliche, später 
nach NW laufende Winde ein, die eine rasche Fahrt ermöglichten. Am 31. August 
übersechritt „Undine“ in 37,9° S-Br den Meridian von Greenwich; es waren bis 
dahin 21 Tage in südlicher Breite zugebracht worden. 
In östlicher Länge segelte „Undine“ in der Nähe des Parallels von 
40° Süd nach Osten. Man traf hier keine besonders günstige Gelegenheit, in- 
dem die westlichen Winde nicht in erwünschter Regelmässigkeit, dagegen nicht 
selten nordöstliche Winde wehten, und wenn die Reise auch nicht von Stürmen 
beunruhigt wurde, so waren die häufig zu leichten Winde einem raschen Fort- 
gyange ebenso hinderlich. Am 25. September, also 25 Tage später, als der 
Meridian von Greenwich überschritten worden war, erreichte die Bark 80° W-Lg 
in 37,6° S-Br. Auf dem, nunmehr nach Norden gerichteten Wege traf man 
ebenfalls keine günstige Gelegenheit; wiederholt wurde der Fortgang des Schiffes 
durch nördliche Winde gehemmt. Am 8. Oktober überschritt „Undine“ in 
103° O-Lg die Breite von 30° Süd. In 23° S-Br und 104° O-Lg, wo der vor- 
her frisch aus SW weheunde Wind abflauend durch Süd nach SSE lief, erreichte 
man die polare Grenze des Passats. Nachdem „Undine“ dann am 17. Oktober 
in 104,8° O-Lg 10° S-Br gekreuzt hatte, gelangte sie am folgenden Tage in 
Dicht von Java Head, nach einer Reise, deren Dauer von Scilly her 106 Tage 
etrug. 
Mit sehr leichten, veränderlichen, ihrer Richtung nach jedoch meist 
günstigen Winden wurde der letzte Theil der Reise, welcher durch die Banka- 
Strasse führte, zurückgelegt, und am 28. Oktober konnte auf der Rhede von 
Singapore geankert werden. 
Fünf Monate lag das Schiff dann unbeschäftigt in Singapore, und musste 
doch endlich, ohne eine Fracht gefunden zu haben, den Hafen verlassen. Am 
1. April 1878 ging „Undine“ in See, um in Ballast nach San Francisco zu segeln. 
Kapt. Rabbe schlug den Weg durch die China-See ein, indem er hoffte, wenn 
auch noch nicht NW-Monsun, doch leichte südöstliche Winde zu finden, mit 
denen er den Stillen Ocean auf dieser Route rascher erreichen könnte, als auf
	        
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