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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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durch NE nach West und vollendete dann im Laufe der nächsten Tage eine 
Drehung durch alle Striche des Kompasses. Umlaufende Winde blieben für 
längere Zeit vorherrschend, beständige Westwinde wurden im Grossen Ocean 
kaum angetroffen, um so mehr Winde aus östlicher Richtung. „Gemma“ kreuzte 
10° S-Br in 91,8° W-Lg am 28, September, 50° S-Br in 83,8° W-Lg am 
4, Oktober und befand sich am 10. Oktober nahe bei den Diego Ramirez-Inseln. 
Um vom Abgangshafen her so weit zu kommen, waren 40 Tage erforderlich 
gewesen. 
Im Atlantischen Ocean steuerte man bei mässigen westlichen Winden 
anfänglich einen vergleichsweise nördlichen Kurs, der das Schiff in Sicht des 
Kap St. John und nach 50° S-Br in 50° W-Lg führte. In der Nähe dieses 
Punktes erblickte man am 16, Oktober einen etwa 180m hohen Eisberg. In 
dem Abstande von 5 Sm, in welchem man denselben passirte, fand man keine 
Veränderung in der Temperatur des Meeres. Bei umlaufenden mässigen Winden, 
die nur an einem Tage durch einen NNW-Sturm unterbrochen wurden, verfolgte 
„Gemma“ dann die Weiterreise, auf welcher 40° S-Br iu 385° W-Lg am 
25. Oktober und 30° S-Br in, 30° W-Lg am 31. Oktober und 20° S-Br in 
30° W-Lg am 6. November überschritten wurde. Zwischen 30° und 20° S-Br 
traf man anstatt der gewöhnlichen Schwierigkeiten eine ziemlich günstige 
Gelegenheit mit südlichen und nordöstlichen Winden, die nördlichen Winde 
blieben indessen nicht aus. Sie wehten von 19° S-Br an, und auch der Passat, 
welcher in 16,2° S-Br und 32° W-Lg erreicht wurde, hatte eine so nördliche 
Richtung, dass kein rechtweisender Nordkurs gutgemacht werden konnte. Die 
Folge davon war, dass „Gemma“ am 15. November die brasilianische Küste 
in der Nähe des Kap Agostino anlief und dort längere Zeit durch Kreuzen 
verlor. Erst vom 19. November an konnte man frei über einem Bug nach 
Norden liegen. Am 22. November wurde in 37,9° W-Lg die Linie über- 
schritten. Es waren jetzt 43 Tage verflossen, seit man die Länge des Kap 
Horn passirt hatte. 
Auf nördlicher Breite herrschte frischer SE-Passat bis nach 3,6° N-Br 
in 41,2° W-Lg, ein eigentlicher Stillengürtel wurde nicht angetroffen, sondern 
es wehten sehr veränderliche Ostwinde bis 8,9° N-Br in 45° W-Lg und dann 
setzte der beständige NE-Passat ein. Zunächst setzte man den Kurs auf die 
Insel Barbados, überschritt 10° N-Br in 47,5° W-Lg, sichtete die Insel am 
5. December und passirte am nächsten Tage bei frischem Passate den zwischen 
den Inseln St. Lucia und St. Vincent liegenden Kanal. Im Karaibischen Meere 
wehte der Passat frischer, als im offenen Ocean, und besonders kräftig fand 
man ihn, nachdem der Kanal zwischen Haiti und Jamaika durchsegelt worden 
war, Am 17. December befand „Gemma“ sich nahe bei Kap San Antonio, 
wurde durch stürmischen NE-Wind aber zunächst an der Umsegelung verhindert. 
Am 19. December lief der Wind günstiger und gelaug es darauf am 23. December 
den Hafen von Havana zu erreichen. Die Reisedauer betrug 114 Tage. 
Von Havana segelte „Gemma“ in 4tägiger Reise nach Mobile. Hier 
wurde die Brigg mit Harz beladen und trat darauf am 26. Februar 1879 die 
Heimreise nach Hamburg an. Ein frischer beständiger NE-Wind führte „Gemma“ 
bis zum 1. März zu den Tortugas- Inseln und von dort, wo die Windrichtung 
freilich nicht mehr günstig war, bis zum 5. März nach dem Meridian von 80° West, 
Hier trat die nördliche Strömung, welche in vier Tagen „Gemma“ 200 Sm ver- 
setzte, helfend ein und am 7. März durchsegelte die Brigg die Enge von Bemint, 
Im offenen Ocean, wo anfänglich ein vergleichsweise südlicher, nicht unter allen 
Umständen zu empfehlender Kurs eingehalten wurde, wurden in der ersten Zeit 
noch wiederholt östliche Winde angetroffen und erst im Norden von 36° N-Br 
fand man die gewünschten Westwinde, welche dann in der Folge kaum wieder 
gestört wurden, „Gemma“ gelangte nach 60° W-Lg in 36° N-Br am 20. März, 
nach 50° W-Lg in 37,5° N-Br am 24. März und nach 30° W-Ly in 43,5° N-Br 
am 30. März. Am 9. April passirte die Brigg den Meridian von Lizard, 42 Tage 
später, als sie den Abgangshafen verlassen hatte. 
18, Reise der Hamburger Bark „Papa“, Kapt. J. H. Banrau. 
Bei stürmisch aus Osten wehendem Winde passirte am 9. April 1878 die 
von Hamburg nach der Kapstadt bestimmte Bark „Papa“ den Meridian von
	        
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