440
’ +
Hochwassers passirt werden. KEingeborene zeigen sich stets bereit, den Booten
die Durchfahrt zu bezeichnen und beim Passiren derselben behülflich zu sein.
Eine andere, bessere Passage, welche zu jeder Zeit von schweren Booten benutzt
werden kann, liegt an der Westseite der Bucht, also sehr weit von der im
Osten befindlichen Ansiedelung entfernt. Auch hier sind die überhaupt sehr
entgegenkommenden Eingeborenen stets bereit, als Lootsen zu fungiren.“
2, Bemerkungen über den vom 3. bis 9. März 1879 in dem südlichen
Stillen Ocean beobachteten Drehsturm.’)
„In der Zeit vom 3. bis 9. März 1879 fand ein Drehsturm im südlichen
Stillen Ocean statt, welcher auf seiner Bahn von NNE nach SSW die Samoa-
Inseln und die Vavau-Gruppe berührte, dann, in südlicher Richtung fortschreitend,
mit seinem Centrum über Tongatabu ging und, später südöstlich sich bewegend,
den Kurs S. M.S. „Ariadne“ in etwa 24° 12‘ S-Br und 176° 30‘ W-Lg kreuzte.
Aus den in Apia durch einen englischen Missionär, Mr. Turner, ge-
machten Beobachtungen geht hervor, dass der Sturm sich bereits in der Nacht
vom 2. zum 3. März durch niedrigen Barometerstand, 754,4mm (29,70“ engl.),
sowie durch heftige Gewitterböen mit starkem Regen anmeldete. Um 1* Nachts
entwickelte sich der Sturm in’ sehr heftigen Böen, welche von ESE nach NE,
zuweilen mit orkanartiger Gewalt, allmählich übergingen. Der Barometerstand
blieb unverändert bis zum 4, März 1* a. m. und fiel dann bis 4*, wo das Baro-
meter 752,6mm als niedrigsten Stand erreichte. In der Folge begann das
Barometer langsam zu steigen und sind folgende Stände beobachtet: März 4,
6% a. m., 754,4mm, 10% a. m., 757,7mm, 10* p.m., 759,4mm und März 5, 10* a. m.,
762,0mm. In dieser Zeit drehte der Wind in heftigen, doch nicht mehr orkan-
artigen Böen von NNE nach NW und liess dann an Stärke soweit nach, dass
hieraus, wie aus dem gleichbleibenden Barometerstand, geschlossen wurde, dass
der Orkan nun vorbeigezogen sei. Der Sturm hat an Bäumen und Häusern nicht
unerheblichen Schaden angerichtet. Es geht aus den obigen Angaben hervor,
dass das Sturmfeld sich von NE nach SW bewegte und dass das Centrum des-
selben nördlich von den Samoa-Inseln lag.
In Neiafu (Vavau-Gruppe) ist am 6. März heftiger, von Ost nach Nord
umlaufender Sturm mit niedrigem Barometerstand beobachtet worden; der Sturm
hat also auch diese Gruppe, nach SW laufend, mit seinem südöstlichen Quadranten
berührt.
Nach den Beobachtungen S. M.Kbt. „Albatross“ zu Nukualofa auf Tongatabu
ist. das Orkancentrum vom 7. März 4* a. m. bis gegen Mittag des 8. März in
der Richtung ENE—WSW sehr nahe nördlich von der Insel Tongatabw vorbei-
yezogen (s. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1879, pag. 343 und 344). Von hier aus muss
das Sturmfeld sich nach SW bewegt haben; S.M.S. „Ariadne“ gerieth am
8. März Mittags in 24° 12’ S-Br und 176° 30‘ W-Lg in den südwestlichen
Quadranten des Sturmes, ging Abends zwischen 8&8* und 10* in den nordwest-
lichen über und trat am nächsten Morgen aus demselben heraus. Der Verlauf
des Sturmes war folgender: Eine bereits am 6. März bemerkte auffällig hohe
nordöstliche Dünung blieb im steten Zunehmen und hatte am 8. März eine
aussergewöhnliche Höhe und Schnelligkeit der Bewegung erlangt; der Wind
Ffrischte, von ESE auf SE umlaufend, mit vielen Regenböen schnell auf und
erreichte um 2* p.m. die Stärke 8 bis 9. Die Segel wurden dementsprechend
geborgen und um 7* Abends bei Windstärke 10 mit dichtgereeftem Grossmars-
segel, dichtgereeftem Besan-, sowie Vorstengestagsegel beigedreht. Das Schiff
lag trotz der sehr hohen und durcheinander laufenden See, welche ich auf
10 bis 12m Höhe schätzte, ganz vorzüglich unter Segel bei, wie es auch nachher,
als ich wieder abhielt, sich ganz vorzüglich benahm, zwar bis zu 25° schlingerte,
aber keinen Tropfen Wasser übernahm, sondern ein vollständig trockenes Deck
bewahrte. Der Wind drehte mit heftigen Böen langsam bis SSE und in der
Zeit zwischen 8* und 10* p. m. schnell über Süd nach SSW. Es wurde in dieser
Zeit, und zwar bis 11'%/2® p. m. derart manövrirt, dass das Schiff mit dem Bug
gerade der See zugekehrt lag, wobei dasselbe, mit dem Winde etwa 7 Strich
von vorne, eine Fahrt von 4 Sm die Stunde machte; von 11! ab wurde
) 5. „Ann. d. Hydr. etc“, 1879, pag. 342 —344,