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und Beschaffenheit der letzteren dem Lootsen Cowley, welcher damals sich an
Bord befand, ebenfalls unbekannt gewesen. Beim Einsegeln in den Hafen mit
dem Gig auf die von „Albatross“ vorgeschlagene Marke brachte mich eine
kleine Abweichung auf sehr flaches Wasser und führte zur Entdeckung dieser
Untiefe. Dieselbe verengt das Fahrwasser bis auf 2,5 Kblg Breite und trägt
sehr dazu bei, den Hafen gegen die ausserhalb desselben hoch auflaufende See
zu schützen, und soll weder der Orkan vom Jahre 1865, noch der dieses Jahres
in dem Hafen von Saluafata See erzeugt haben. Die in NO ausserhalb des
Hafens liegende Untiefe ist während des Passats durch hoch auflaufende See,
zuweilen durch Brandung kenntlich; der Grund ist sehr unregelmässig, Korallen
und Steine. Die Untiefe liegt innerhalb des zwischen Saluafata und Falifa
sich in die See erstreckenden Küstenriffes und scheint mit dem nordöstlichen
Hafenriff von Saluafata in Verbindung zu stehen. Das nordwestlich den Hafen
begrenzende Riff trägt zwei über Hochwasser liegende Korallenhügel, zwischen
denen ein schmales Bassin mit tiefem Wasser sich nach NNO erstreckt. Das-
selbe steht mit dem Hafen durch eine schmale, von Nord nach Süd, dann östlich
laufende Rinne mit tiefem Wasser in Verbindung, mit der See durch eine für
Boote passirbare Lücke im Riff.
Zum Wasserholen kann eine Stelle in SW des Hafens empfohlen werden;
hier fliesst ein Bacharm ca 20 Schritte vom Strande an demselben entlang und
besitzt gerade hier einen frischen Zufluss von unten her.
Was die Ansteuerung von Saluafata betrifft, so kann der von S. M. Kbt.
„Albatross“ ausgesprochenen Ansicht, dass Aypia mit seinen gut sichtbaren
Landobjekten zu Hülfe genommen werden müsse, nicht beigepflichtet werden,
denn die Ansteuerung wird von Osten her leicht zu effektuiren sein, wenn man
auf die Küste und deren Riffe Acht giebt. Bis Falifa brandet die See unmittelbar
an der Küste, von hier aus beginnt das Riff, dessen Westende etwa nordöstlich
vom Hafen liegt. Hat man das Riff erreicht, so hat man nur darauf zu achten,
dass die Albatross-Insel und die Ariadne-Huk, welche unfehlbar gesehen werden
müssen, in die von S. M. Kbt. „Albatross“ angegebene Peilung gebracht werde;
sollten diese Objekte sich bei dickem Wetter nicht genügend gegen die hinter
liegenden Berge abheben, so ist ihre Lage doch leicht festzustellen, da die
durch sie bewirkte einzige Unterbrechung des weissen Sandstrandes die Position
sofort giebt; dann kann man mit SzO-Kurs auf die Ariadne-Huk zusteuern, bis
die nächste Spitze des zwischen Saluafata und Lufi-Lufi liegenden Landes otwa
SO peilt. Sobald diese Peilung erreicht ist, thut man gut, etwas östlicher zu
halten, um nachher die Mitte der Einfahrt zu passiren. Dies geschieht, wenn
man den hinter der Ariadne-Huk liegenden Pik mit der Ostecke der Huk in
eins in die Peilung S?/40 bringt und dann auf denselben zusteuert. -
Von Osten kommend, sieht man bei klarem Wetter die Albatross-Insel
und die Ariadne-Huk gleich nach dem Verlassen des Hafens von Apıa unter
einem stumpfen Berge, mit welchem der rechts von ihm liegende, als Einsteuerungs-
marke zu benutzende Pik durch einen flachen Sattel zusammenhängt. Diese
Marke sieht man schon von dem Westende der Insel Upolw aus und führt sicher
zu dem Hafen, Das Ansteuern des Hafens muss daher als einfach bezeichnet
werden, und ist ein genaues Ablaufen der Entfernung zwischen Apica und
Saluafata, wie S. M. Kbt. „Albatross“ augiebt, meiner Ansicht nach nicht nöthig.
Insel Sawaii. Wie schon in einem früheren diesseitigen Bericht erwähnt,
liegt das Ostende der Insel Sawarı östlicher, als die Karte Tit. XII, No. 162,
angiebt, und zwar stellt sich dieser Unterschied nach den auf der Fahrt von
Safune nach Apia gemachten Beobachtungen derart heraus, dass Safıune und
Mataatu, sowie der an der SO-Spitze der Insel liegende ca 300m hohe Berg,
3 Sm östlicher liegen, dass die Ostküste dann 6 bis 7 Sm weit nach Nz0!40
and sodann mit ziemlich scharfer Biegung erst nordwestlich, und in einem
flachen Bogen ihre Richtung allmählich bis ca NWzW ändernd, bis Mataatu läuft,
Auf der Rhede von Safune ankern Schiffe auf 26m Wasser ausserhalb
des Riffes und liegen hier zur Zeit des SE-Passats sicher, jedoch der hohen
Dünung wegen unbequem. Das Riff, welches den Hafen für Schiffe unzugänglich
macht, hat zwei Durchfahrten für Boote; eine derselben ist gerade breit genug,
um ein Boot durchzulassen; bei Niedrigwasser ‚stossen selbst Gigs und Kutter
auf die Steine, daher kann sie bei hoch guflaufender Dünung nur zur Zeit des