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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Aus den Reiseberichten S.M.S. „Ariadne“, Korv.-Kapt. v. Werner.) 
Vom 25. Januar d. J. bis 22. März hatte die „Ariadne“ von Apia aus 
die Plätze Auckland (Neu-Seeland), Nukualofa und Neiafu (Tonga-Inseln) und 
Saluafata (Upolu) besucht. Auf der Fahrt von Auckland nach Nukualofa, vom 
1. bis 10. März 1879, erlebte die Korvette in der Nacht vom 8. zum 9. März 
einen Drehsturm, denselben, über welchen der Kommandant S.M. Kbt. „Albatross“, 
Korv.-Kapt. Mensing I, berichtet hat (s. diese Annalen pag. 343); die Wahr- 
nehmungen des Korv.-Kapt. von Werner über diesen Orkan sind weiter unten 
sub 2. mitgetheilt. 
1. Bemerkungen über einige Inseln der Samoa-Gruppe und den Hafen 
von Saluafata auf Upolu. 
„Wenn man, von Süden kommend, die Insel Upolw bei klarem Wetter 
auf etwa 50 Sm Entfernung in Sicht bekommt, so erscheint dieselbe als zwei 
Inseln, da die zwischen den weit auseinander liegenden West- und Ost-Berg- 
ketten sich befindende Falifa-Ebene (in der Karte mit Falifa-plains bezeichnet) 
noch weit unter dem Horizont liegt und die Verbindung zwischen den vor- 
genannten Bergketten erst herstellt, wenn das Schiff sich etwa bis auf 20 Sm 
genähert hat. 
Die Inseln Nuutele und Nuulua liegen etwa 5 Sm südlicher, als sie auf 
der Karte angegeben sind, doch gilt dies auch für das ganze Ostende der Insel 
Upolu, weshalb auch die Küste von der Insel Fanuatapu an bis Apia, welches 
letztere auf der richtigen Breite verzeichnet ist, beträchtlich nördlicher gerichtet 
ist, so dass S,M.S. „Ariadne“, an derselben entlang steuernd, den Kurs von 
WNW!LW, wie es nach der Karte möglich, successive auf NWzW ändern 
musste, um nicht den Riffen zu nahe kommen. Auch bei den früheren Fahrten 
war diese Bemerkung schon gemacht worden, doch hatte sich noch nicht 
die Gelegenheit geboten, die geographische Lage der erwähnten Inseln zu 
kontroliren. 
Zwischen Funo Point und Saluafata erstreckt sich eine Bank etwa 2 Sm 
nördlich von der Küste; auf derselben wurden Wassertiefen zwischen 15 und 
21m gefunden; Ariadne-Huk im Hafen von Saluafata peilte von hier aus OSO. 
Saluafata. Die zufällige Entdeckung einer im Fahrwasser liegenden 
Untiefe veranlasste mich, die von „Albatross“ vorgenommene Aufnahme des 
Hafens von Saluafata einer genauen Kontrole unterwerfen zu lassen. Es wurden 
deshalb während des dreiwöchentlichen Aufenthalts daselbst von dem Navigations- 
Offizier sorgsame Auslothungen und genaue Ortsbestimmungen vorgenommen und 
auf Grund dieser fleissigen und sehr sorgsamen Arbeit unter Zuhülfenahme der 
„Albatross“-Karte eine neue Karte angefertigt.”) 
In der Hauptsache geht hieraus hervor, dass das im NW den Hafen 
begrenzende Riff an und für sich nicht so weit nach Osten sich erstreckt, als 
die Karte des „Albatross“ angiebt, dass jedoch nordöstlich von demselben eine 
sehr gefährliche Untiefe mit 8 bis 3m Wasser liegt. Zwischen dieser und dem 
Riff ist tiefes Wasser. Beim ersten Einlaufen in den Hafen im Juli 1878 fuhr 
S.M.S. „Ariadne“ dicht am Riff vorbei, fand plötzlich flaches Wasser und 
lothete 8m. Im nächsten Augenblick war das Wasser wieder tief. „Ariadne“* 
ist mithin zwischen dem Riff und der Untiefe durchpassirt, und ist die Lage 
) S. „Ann. d, Hydr. etc.“, 1878, pag. 194; 1879, pag. 5, 63 und 275. 
2) Die dem Heft VII der „Ann. d. Hydr. etc,“, 1879, beigegebene, nach den Lothungen 
S, M. Kbt., „Albatross“ gefertigte Karte bedarf nach der von S. M.S. „Aricdne“ gemachten Aufnahme 
der folgenden vorläufigen Berichtigung: Es liegt eine etwas über 1 Kblg im Durchmesser haltende 
Bank mit Tiefen zwischen 3 und 6m ungefähr nordnordöstlich von der NO-Spitze des nach jener 
Karte den Hafeneingang an der,Westseite einengenden Riffes, von diesem Riffe durch eine ca 1/2 Kblg 
breite Durchfahrt getrennt. Die Mitte der Bank liegt ungefähr 8 Kblg in NzW1/W von der Ariadne- 
Huk und führt die Richtung SzO auf ‚Aricdne-Huk frei von der östlichen Kante dieser Einfahrtsbank. 
Es erstrecken sich ferner flache Stellen von 4,5 bis 6m von dem den Eingang zum Hafen an der 
Ostseite begrenzenden Küstenriff ca 1 Kblg weiter in den Hafeneingang hinein, als dies auf der dem 
Heft VIX dieser Annalen beigegebenen Karte der Fall ist, so dass die Einfahrt dadurch bis auf 
ca 2 Kblg eingeengt wird. Die Saluafala-Bank läge danach schliesslich etwas weiter nordwärts, als 
auf jener Karte. Da auch noch einige mehr untergeordnete Differenzen‘ zwischen beiden Aufnahmen 
vorkommen (Albatross-Insel läge danach z. B. 1/5 Kblg mehr nach NO), so wird eine genaue Be- 
richtigung des Hafenplans erfolgen, sobald das ganze Vermessungsmaterial der „Ariadne“ vorliegt.
	        
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