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Zwischenbericht StUKplus (FKZ 0327689A)
- Kurzversion -
Echozahlen pro Volumen ergeben. Im Fall von FIN01 werden analog zur eingangs be
schriebenen Sektorauswertung im Zuge der Planzugbeobachtungen gemäß StUK die Daten
entsprechend aufbereitet und analysiert. Dadurch könnten nicht nur direkt im Erfassungsbe
reich des Gerätes sichtbare Umwege als Ausweichbewegungen erfasst werden, sondern
zudem die Intensitäts- oder Richtungsunterschiede in vom Windpark beeinflussten und un
beeinflussten Bereichen, die aus Ausweichbewegungen außerhalb des Erfassungsbereiches
resultieren. Die vorläufigen Ergebnisse der oben erwähnten Sichtbeobachtungsauswertung
deuten auf Ausweichbewegungen bereits oberhalb 3 km vor dem Windpark hin. Der beson
dere Vorteil der rotierenden Parabolantenne liegt darin, dass bei einer quantitativen Auswer
tung die gegenwärtige Zugrichtung laufend berücksichtigt werden kann, in dem jeweils die
Lage der Sektoren an die Zugrichtung angepasst wird. Dadurch kann immer gewährleistet
werden, dass die Vögel im rechten Winkel zum Radarstrahl erfasst und so winkelabhängige
Probleme bei der Erfassbarkeit der Vögel vermieden werden. Ferner steht aus Zeitgründen
der Vergleich mit dem Radar des IfAÖ noch aus. Anhand beispielhaft betrachteter Stunden
mit besonders starkem Möwenrastvorkommen auf FIN01 wurde hinsichtlich eines erhöhen
den Effekts auf die Anzahl der Echosignaturen durch die involvierten Vögel geprüft. Es be
steht kein erkennbarer Effekt auf die gemessenen Vogelzugintensitäten durch An- und Ab
flüge rastender Möwen. Exemplarisch vorgestellte einzelne Zugnächte ergaben deutliche
Unterschiede zwischen den beiden Standorten FIN01 und FIN03 hinsichtlich der Intensität,
zeitlichen Einordnung und Zugrichtungen. Um FIN01 und in Richtung „alpha ventus“ konn
ten nächtlich kreisende, offenbar phototaktisch angelockte und damit kollisionsgefährdete
Vögel nachgewiesen werden.
StUK-Evaluierung
Durch interannuelle Schwankungen als vorwiegendes Resultat der sich stets ändernden
Witterung sind Untersuchungen mit klassischem Vorher-Nachher-Vergleich (BACI) auf der
Basis einer bestimmten Zahl von Untersuchungstagen extrem erschwert und können meist
keine kausalen Zusammenhänge zwischen einer Veränderung einzelner Aspekte des Vo
gelzuges und einem errichteten Offshore-Windpark hersteilen.
Totfundregistrierung
Die Ergebnisse des Totfundmonitorings deuten auf eine unmittelbare Einwirkung anthropo
gener Strukturen auf See auf den Vogelzug hin und sind daher unverzichtbar. Eine Anpas
sung der Vorgehensweise ist nicht erforderlich.
Video- und IR-Technik
Die Distanz vom Umspannwerk bis zur überwachten WEA ist zur Detektion direkter Kollisio
nen, wie im letzten Zwischenbericht erwähnt, bei Niederschlägen oder Nebel zu hoch. Wär
mestrahlung, wie sie von den eingesetzten Wärmebildkameras detektiert wird, verhält sich
grundsätzlich unter diesen Bedingungen ähnlich: Problematisch ist, dass bei massenhaften
Kollisionsereignissen durch Tröpfchen in der Atmosphäre die Sicht- und Wärmestrahlungs
verhältnisse reduziert sind. Dennoch funktioniert die Methode und könnte direkt auf einer
WEA-Gondel montiert zuverlässig Daten erheben.
Radar
Die seit geraumer Zeit angestrebte Kalibrierung der Radargeräte mit rotierender Parabolan
tenne (AP4) ist weitestgehend für alle Auswertemethoden (Intensitäten, Richtungen) abge-