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Im Atlantischen Ocean fand man am ersten Tage leichten östlichen Wind,
auf welchen ein mehrere Tage anhaltender Sturm aus SSW, bogleiteb von einem
Barometerstande von 726,8 mm, folgte. Dann folgten für längere Zeit vor-
herrschend nordwestliche Winde und von 30° S-Br an nordöstliche und hoch
nördliche Winde, die schliesslich zurückdrehend durch NE und Ost in den
Passat übergingen. Dieser Uebergang schien am 19. Januar 1879 in 24° S-Br
und 31,5° W-Lg zu erfolgen. „Kduard“ erreichte 50° S-Br in 50° W-Lg
am 28. December — an demselben Tage mit seinen Mitseglern „Elena“
und „Sophie“ —, 40° S-Br in 31,8° W-Lg am 5. Januar 1879 und 30° S-Br
in 31,4 W-Lg am 13. Januar. Am 12. Januar waren die anscheinend gleich
segeltüchtigen Schiffe „Eduard“ und „Sophie“ nur 85 Sm. von einander ent-
fornt. Sie befanden sich beide in 33,5° W-Lg, aber „Eduard“ im 30,3° S-Br,
j° 21‘ nördlicher als der Mitsegler, und hatten schönes Wetter bei lcichtem,
beständigem Winde aus Nord und NzE, wie es in diesem Meerestheiloe zu dieser
Jahreszeit so häufig angetroffen wird. „Eduard“ stand ostwärts bis 26,7° W-Lg
in 27,5° S-Br, hier wurde bei NNE-Wind am Nachmittage des 15. Januar
wieder gewendet und nordwestwärts gesogelt, „Sophie“ wendete erst am
18. Januar in 24,4 W-Lg und 28,7° S-Br. Dadurch kam „Sophie“, wie dio
Weiterreise zur Linie zeigt, bedeutend in Nachtheil. Vom Passat, der nördlich
von 16° S-Br sehr frisch wehte, begünstigt, kreuzte „Eduard“ am 21. Januar
20° S-Br in 32,5° W-Lg, am 24, Januar 10° S-Br in 31,8° W-Lg und verliess
am 28. Januar in 29,8° W-Lg die südliche Halbkugel; vier Tage bevor „Sophie“
dasselbe thun konnte. Um vom Kap Horn zur Linie zu kommen, waren für
„Eduard“ 36 Tage cıforderlich gewesen.
Auf der nördlichen Halbkugel wurde auch für „Eduard“ durch den
Uebergang von einem Passat zum anderen keine nennenswerthe Verzögerung
hervorgerufen. Als die Bark am 1. Februar nach 5,5° N-Br in 30,5° W-Lg
gckommen war, setzte nach ciner, nur wenige Stunden dauernden Windstille,
frischer NE-Passat ein. Mit diesem überschritt man 10° N-Br in 34,2° W-Lg
am 3. Februar und 20° N-Br in 37,5° W-Lg am 6. Februar. Der Passat, der
am kräftigsten zwischen 7° und 18° N-Br wehte, hörte als frische Brise schon
in 23,5 N-Br auf und an mehreren Tagen herrschte hierauf flauer, unbeständiger
östlicher Zug, auf welchen wieder in 27,5° N-Br schr frischer nordöstlicher
Wind folgte. Mit diesem überschritt man am 14. Februar 30° N-Br iu
30,5° W-Lg. Während der nächsten beiden Tage drehte der Wind sich nach
SE und durch Süd nach SW. Am 20. Februar wurde die Insel Corvo erblickt.
Auf dem nun noch zurückzulegenden Theil der Reise traf „Eduard“ noch an
mehreren Tagen nordöstliche Winde, dennoch gelang es, am 4. März in den
Kanal ecinzusegeln, nach einer Reise, deren ganze Dauer 101 Tage betrug.
Um vom Acquator her Lizard zu erreichen, waren 35 Tage erforderlich gewesen.
Bemerkungen über die SO-Küste von Neu-Guinea und .den
Louisiade-Archipel.
{(„Mydrographie Notice“ No. 2, London, 1879.)
Aus den Berichten des Commodorc A, H. Hoskins und aus den Journalen
der Reverends Macfarlane und Chalmers, von den Londoner Missionsschiffen
„Ellangowan“ und „Bertha“ (1877—1878), sind nachstehende Notizen über die
SO-Küste von Nex-Guinea!) und den Lowuisiade-Archipel zusammengestellt worden.
(Peilungen missweisend),
a
S. „Australia Directory“, Vol, IL 1864, paz. 367—378.