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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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und danach frischer südwestlicher Wind. Am 10. März kreuzte die Galeas 
bei südöstlichem Winde 40° N-Br in 19,9° W-Lg und nachdem östliche Winde 
noch an manchem Tage angetroffen worden waren, gelang es endlich am 
29. März, den Kanal zu erreichen. Die Reisedauer war 40 Tage. 
13. Reise der Bremer Bark „von Berg“, Kapt. W. Schneider. 
Am 29. December 1878 verliess das nach New-York bestimmte Bremer 
Schiff „von Berg“ die Weser-Mündung. Bei stürmischem südwestlichem Winde 
schlug Kapt. Schneider die Route ein, welche Nord um Schottland führt, auf 
derselben hatte nach 2 Tagen „von Berg“ schon 57,8° N-Br und 0,2° O-Lg 
erreicht, als der in Stärke 8 bis 9 wehende Wind bei einem niedrigsten Luft- 
drucke von 723,5 mm ausschoss nach NW und dann das Schiff für die nächsten 
Tage an jedem Fortgange verhinderte. Nachdem der Sturm sich endlich gelegt 
hatte, kam: nordöstlicher Wind durch, mit dessen Hülfe man am 6. Januar 1879 
Fair Island passiren ‘ konnte. Im Verlauf der Reise, welche dem von Kapt. 
Neumann gegebenen Beispiele folgend, in sehr hoher Breite ausgeführt wurde, 
traf man ausserordentlich heftige Stürme, durch welche die volle Ausnutzung 
der häufig ihrer Richtung nach günstigen Winde, dem mit Ballast beladenen 
Schiffe unmöglich gemacht wurde. Das Umlaufen des Windes erfolgte fast 
immer in derselben Weise, wie es in den Breiten, welche auf der direkten 
Route vom Kanal nach New- York berührt werden, die Regel ist. Bei ab- 
nehmendem Luftdrucke ein Krimpen des Windes nach südlicher oder selbst 
südöstlicher Richtung mit darauf folgendem Ausschiessen nach NW. KEin Um- 
laufen des Windes gegen die Sonne, von SE nach NE, wobei sich also das 
Schiff auf der linken Seite der Bahn einer Depression befand, wurde uaur 
einmal beobachtet. Vorherrschend waren im Allgemeinen hoch südliche und 
südöstliche Winde, Auffallend war der zu verschiedenen Zeiten beobachtete 
geringe Luftdruck, der niedrigste, freilich nach einem Aneroid, dessen Korrektion 
aber vor der Reise bestimmt worden war, abgelesene Stand betrug 703,5 mm. 
Es war dies am 17. Januar in 59° N-Br und 23° W-Lg während eines heftigen 
Sturmes aus SE. „Von Berg“ erreichte 20° W-Lg in 61° N-Br am 12. Januar, 
30° W-Lg in 58,5° N-Br am 22. Januar und 50° W-Lg in 44,5° N-Br am 
8. Februar. Um letzteren Ort von 50° N-Br und 47° W-Lg her zu erreichen, 
waren 7 Tage erforderlich gewesen. Auf dem letzten Theil der Reise von der 
Neufundland-Bank zum Bestimmungsplatz hatte „von Berg“ auch noch mehrere 
Stürme zu überstehen, doch traf man dort an verschiedenen Tagen frischen 
Ostwind, und nachdem die Bark 60° W-Lg in 41,8° N-Br am 17. Februar 
gekreuzt hatte, ankerte sie am 26. Februar im Hafen von New- York nach einer 
Reise, deren Dauer von Fair Island ab, 51 Tage betrug. 
Am 15. März trat „von Berg“ mit Petroleum beladen die Rückreise 
nach Bremen an. Dieselbe verlief, ohne dass sich Erwähnenswerthes ereignete. 
Stürme waren, entsprechend der Jahreszeit nicht selten, doch verursachten sie, 
bei der vorherrschend westlichen Richtung des Windes, weder Aufenthalt noch 
Ungemach. „Von Berg“ gelangte nach 50° W-Lg in 40,8° N-Br am 24. März, 
nach 30° W-Lg in 44° N-Br am 30. März und passirte am 6. April nach 
22tägiger Reise die Länge von Lizard, 
14. Reise der Hamburger Bark „Sophie“, Kapt. I. Buttschau. 
Auf einer Reise von Hamburg nach East London begriffen, verliess die 
Bark „Sophie“ am 28. August 1877 den Kanal; am 2. September befand sie 
sich in 44° N-Br und 10° W-Lg und mit diesem Tage beginnt die Führung des 
meteorologischen Journals. .Vorherrschend aus nordöstlicher und nordwestlicher 
Richtung wehende Winde führten die Bark zunächst ziemlich rasch nach Süden, 
so dass 40° N-Br in 13,5° W-Lg am 4. September und 30° N-Br in 20° W-Lg 
am 10. September gekreuzt werden konnten. Die letztere Breite überschritt man 
bei ganz leisem Zug aus Nord, welcher, als „Sophie“ etwas weiter nach Süden 
gekommen war, auffrischte und zum Passat wurde, dessen Grenze in 29,6° N-Br 
zu liegen schien. Nachdem die Bark mit diesem Winde, welcher zwischen 27° 
und 14° N-Br recht frisch und beständig wehte, am 16. September den Parallel 
von 20° N-Br in 25,5° W-Le überschritten hatte, gelangte sie am 19. September
	        
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