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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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noch fast stürmisch aus NW wehende Wind durch Nord nach NNE -umgelaufen 
und erreichte „Alma“ in dieser Weise das Gebiet des Passats. Man fand in 
demselben zwar vorherrschend nur sehr leichten Wind, doch wehte er ziemlich 
beständig und liess sich mit ihm für das leicht beladene Schiff ein ziemlich 
befriedigender Fortgang erzielen. Der Kurs wurde so genommen, dass 30° W-Lg 
in 21° N-Br am 29. Oktober und 50° W-Lg in 16,7° N-Br. am 10. November 
gekreuzt wurde. Am Morgen des 15. November befand man sich in Sicht der 
kleinen Insel Desiderade und am nächsten Tage wurde der Kanal zwischen 
Montserrat und Guadeloupe passirt. 
Im Karaibischen Meere herrschte anfänglich frischer, westlich von 72° W-Lg 
aber flauer Passat. Das Schiff durchsegelte den zwischen Jamaika und Domingo 
liegenden Kanal, die dort angetroffene Mallung und Stille endeten erst, als „Alma“ 
mehr nach Norden hin und dort aus dem Bereiche des luvwärts vom Schiffe 
befindlichen hohen Landes gekommen war, Vor sehr kräftigem Passate wurde 
nun Kurs für das Kap St. Antonio gesteuert und dasselbe am 26. November 
bei eben solchem Winde passirt. Am nächsten Tage sprang in ungefähr 24° N-Br 
der vorher nach SSE umgelaufene Wind ganz plötzlich um nach NW und wehte 
aus dieser Richtung für einige Zeit stürmisch. Sich allmählich mässigend lief 
er jedoch im Laufe der nächsten Tage wieder zurück nach NE und SE, so es 
ermöglichend, dass „Alma“ am 1. December die Mündung des Mississippi er- 
reichte. Die Reisedauer von Lizard her betrug 55 Tage, 
Von Neworleans trat „Alma“ am 12. Januar 1879 die Rückreise nach 
Havre an. Während der ersten Tage derselben konnte bei leichtem östlichen 
Winde nur en mässiger Fortgang erzielt werden; als das am 19. Januar in 
23,8° N-Br und 83,7° W-Lg stehende Schiff hier jedoch einen stürmischen 
Nordwind erhielt, war die Fahrt zufriedenstellender. Am 20. Januar passirte 
man die Länge der Südspitze Floridas und hatte jetzt gegen leichte nordöstliche 
Winde aufzukreuzen. Hier trat die günstige Strömung helfend ein, in 2 Tagen 
wurde das Schiff durch dieselbe 123 Sm nach Norden versetzt und so konnte 
schon am 22. Januar die Enge von Bemini passirt werden. Im Atlantischen 
Ocean überschritt „Alma“ am 24. Januar 30° N-Br in 79,4° W-Lg. Auf den 
leichten Ostwind, der in der Nähe dieses Punktes sein Ende gefunden hatte, 
folgte für einen Tag kräftiger Westwind, der dann aber durch Nord nach Ost 
zurücklief. In 34° N-Br setzte wieder günstiger Wind ein und von hier ab 
verlief die Reise unter fast immer günstigen, häufig zum Sturm zunehmenden 
Winden. Den heftigsten Sturm überstand „Alma“ am 8. und 9. Februar in un- 
gefähr 46,5° N-Br und 35° W-Lg. Derselbe begann bei rasch abnehmendom 
Luftdrucke aus östlicher Richtung und lief, als das Barometer mit 724,3 mm 
seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, durch NE und Nord: um nach WNW. 
Das Wetter war so schwer, dass man nicht vor dem Westwinde lenzen konnte, 
sondern beigedreht liegen bleiben musste. Es wurde 60° W-Lg in 37,8° N-Br 
am 31. Januar, 30° W-Lg in 47,8° N-Br am 12. Februar überschritten und am 
18. Februar in den Kanal eingesegelt, nach einer Reise, deren Dauer bis dahin 
37 Tage betrug. 
10. Reise der Hamburger Bark „Taikun“, Kapt. C. R. Pein. 
Am 21. September 1878 begann man in 48,3° N-Br und 9,4° W-Lg an 
Bord der von Hamburg nach Monrovia bestimmten Bark. „Tarkun“ die Führung 
des meteorologischen Journals. Der südwestliche Wind, der an diesem Tago 
herrschte, räumte schon am nächsten Tage einem stürmischen NW-Winde den 
Platz und von dieser Zeit an war der Verlauf der Reise zunächst ein zufrieden- 
stellender. Am 26. September wurde bei leichtem NE-Winde der Parallel von 
40° N-Br in 17° W-Lg geschnitten und von hier ab hatten veränderliche, vor- 
herrschend jedoch aus östlicher Richtung wehende Winde „Taikun“ bis zum 
2. Oktober nach 31,2° N-Br in 22° W-Lg gebracht, als hier 3 Tage lang an- 
haltende ganz leichte südwestliche Winde und Stillen angetroffen wurden. Erst 
am 6. Oktober kam in 30,2° N-Br und 23° W-Lg wieder Wind aus Ost durch, 
der bald auffrischte und sich als Passat erwies. Damit schlug Kapt. Pein 
einen Kurs ein, der ihn westlich der Kap Verden führte. Nach Ueberschreitung 
von 20° N-Br in 24,8° W-Lg am 10. Oktober war „Taikun“ am folgenden Tage
	        
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