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30° W-Lg in 45,5° N-Br am 1. Juni gekreuzt und am 11. Juni der Bestim-
mungsplatz erreicht, nach 35tägiger Reise von Darien her.
In Morlaiz wurde das Schiff entlöscht und dann am 16. Juli eine neue
Reise nach der Smithvilie-Rhede ( Wilmington) angetreten. Ein günstiger Ostwind
führte das Schiff, auf der direkten Route nach dem Bestimmungsplatze, bis zum
20. Juli nach 49° N-Br und 18,5° W-Lg. Dann folgten veränderliche Winde,
unter denen jedoch die westlichen die bei weitem vorherrschenden waren.
„Elise Metzler“ erreichte 30° W-Lg in 45,5° N-Br am 30. Juli und 60° ‚W-Lg
in 41° N-Br. am 23. August. Sehr lange wurde das Schiff durch dort ange-
troffenen Gegenwind zwischen 50° und 60° W-Lg festgehalten, man gebrauchte
12 Tage, um diese 10 Grad zurückzulegen. Am 31. August befand sich die Bark
in der Nähe des Kap Hatteras, in Sicht der amerikanischen Küste; sehr leichte
südliche Winde verzögerten dann noch das Erreichen des Bestimmungsplatzes
bis zum 7, September. Erst an diesem Tage konnte man denselben erreichen
nach einer Reise, deren Dauer 53 Tage betrug.
Am 6. Oktober segelte die, jetzt nach London bestimmte Bark wieder
nach See. Auf der Fahrt über den Ocean wurden sehr ungünstige Verhältnisse
angetroffen, indem die vorherrschende Windrichtung dem Kurse entgegen und
das Wetter häufig stürmisch war. Am 11. und 12. Oktober in 35° N-Br und
72,5° W-Lg hatte „Elise Metzler“ einen der Orkane auszustehen, welche um
diese Zeit im Nordatlantischen Ocean wiederholt auftraten. Der Sturm begann
aus ESE und lief, nachdem das Barometer mit 744,8 mm seinen niedrigsten
Stand erreicht hatte, durch Süd nach NW. Die Bark überstand das Unwetter,
ohne Schaden zu erleiden. Im weiteren Verlauf der Reise wurde 60° W-Lg
in 34,5° N-Br am 21. Oktober und 30° W-Lg in 44,2° N-Br am 13. November
erreicht. Während der letzten zehn Tage im November und der ersten zwei
Wochen im December musste das Schiff gegen östlichen, oft stürmischen Wind,
durch den die Reise sehr verlängert wurde, kreuzen. Erst am 13. December
befand man sich in der Nähe von Lizard, nach einer langen Reise von
68 Tagen Dauer.
8. Reise der eisernen Bremer Bark „Virginia“, Kapt. H. Minnemann.
Das meteorologische Journal der von Hamburg nach San Franzisco
bestimmten Bark „Virginia“ beginnt mit dem 10, April 1878, an welchem
Tage bei östlichem Winde der Meridian von Lizard passirt wurde, Schon am
nächsten Tage erhielt man Westwind, welcher längere Zeit anhielt und gegen
den nur ein langsamer Fortschritt erzielt werden konnte. Erst nachdem man
am 14. April in 12,8° W-Lg den Parallel von 40° N-Br überschritten und
südlich desselben den Wind aus mehr nördlicher Richtung angetroffen hatte,
ging die Fahrt etwas rascher vor sich. Am 28. April kreuzte „Virginia“
30° N-Br in 19,8 W-Lg. Der Wind war inzwischen mehr und mehr herum-
gegangen und wehte hier frisch aus NE, so dass man glauben konnte, schon
den Passat erreicht zu haben. In den nächsten Tagen lief er aber.bei allmählich
abnehmendem Luftdruck südlich, um schliesslich in 25° N-Br. und 23° W-Lg
ganz zu enden, Nach wenigen Stunden Windstille kam dann ein westlicher
Wind durch, der ganz beständig und in mässiger Stärke während der nächsten
drei Tage wehte. Am 29. April drehte sich der Wind in 21° N-Br und
23,7° W-Lg durch NW und Nord nach NE und damit war dann erst das Gebiet
des eigentlichen Passats erreicht. Die frischeste Briese in demselben traf
„Virginia“ zwischen 19° und 7° N-Br. Man schnitt 20° N-Br in 24,5° W-Lg
am 30. April und 10° N-Br. in 27° W-Lg am 3. Mai. In 6,5° N-Br und
27,3° W-Lg lag am 6. Mai die äquatoriale Passatgrenze. Nachdem im Stillen-
gürtel zwei Tage zugebracht worden waren, gelangte man am 8. Mai in
3,8° N-Br und 27° W-Lg an die Nordgrenze des SE-Passats, Schon am folgenden
Tage wurde dann in 29,5° W-Lg der Aequator passirt; 29 Tage später als die
Bark den Meridian von Lizard verlassen hatte,
Auf südlicher Breite schnitt „Virginia“ 10° S-Br in 38,5° W-Lg am
14. Mai, 20° S-Br in 37,5° W-Lg am 19. Mai und 30° S-Br in 46,4° W-Lg
am 24. Mai. Schon in 16,5° S-Br war der abflauende Wind hoch nördlich
gelaufen, in 18° S-Br sprang er um nach S-W, frischte auf und wehte später