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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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5. Reise des Bremer Schiffes „Charlotte“, Kapt. E. Gutsmuths. 
Am 22. November 1878, also 17 Tage später als die Bark „Bremen“, 
passirte das Bremer Schiff „Charlotte“, welches von Bremen nach Hampton 
Roads bestimmt war, den Meridian von Lizard. Sehr günstiger Wind führte 
das Schiff anfänglich rasch südwärts, man konnte am 27. November den Parallel 
von 40° Nord in 19° W-Lg und am 2. December den von 30° Nord in 
26,6° W-Lg überschreiten. Das während der letzten Tage mit stürmischen 
SE-Winden im nordöstlichen Theile einer Depression stehende Schiff gerieth nun 
aber während eines Sturmes, der von auffallend starken elektrischen MKnt- 
ladungen und heftigem Regen begleitet war, in den südöstlichen Theil jener 
Erscheinung und fand hier den entsprechenden ebenso heftigen SW- Wind, 
Nicht weniger als 13 Tage befand sich „Charlotte“ südlich von 30° N-Br, ehe 
dieser Wind ein Ende nahm. Am 14. December in 22° N-Br und 28° W-Lg lief der 
Wind nach Süd um, wurde dann ganz flau und veränderte sich durch SE nach 
Ost. Den beständigen Passat fand man erst am 19. December in 20.5° N-Br 
und 35° W-Lg. Am 27, December, als „Charlotte“ nach 24,5° N-Br in 55,5° W-Lg 
gekommen war, lief der Wind wieder südöstlich und am nächsten Tage durch 
Süd nach West. Das Schiff kreuzte 30° W-Lg. in-21,7° N-Br. am 15. December, 
60° W-Lg in 25,6° N-Br am 29. December und überschritt den Parallel von 
30° Nord wieder am 3. Januar 1879 in 67,5° W-Lg. Am 4, Januar in 31° N-Br 
und 67° W-Lg. überstand „Charlotte“ einen schr schweren Sturm aus West, der 
Luftdruck sank während der Dauer desselben verhältnissmässig nur wenig, denn 
759,5 mm war der niedrigste Stand des Barometers, der abgelesen wurde. Bei 
sehr veränderlichen Winden, die an mehreren Tagen auch noch stürmisch auf- 
traten, legte man den letzten "Theil der Reise zurück. Am 5. Januar kam das 
Kap Henry in Sicht und noch an demselben Tage liess man in Hampton Roads 
den Anker fallen. Die Dauer der Reise von Lizard ab war 54 Tage. 
Das in Baltimore beladene Schiff verliess am 27, Februar die Chesapeake 
Bai wieder, um nach Bremen zurückzukehren. Auf dieser Reise traf man während 
der fünf ersten Tage bei einem stetigen hohen Luftdrucke kräftige nordöstliche 
Winde, ebenso wie die gleichzeitig heimkehrende Bark „Bremen“. Doch nahmen 
sie für jenes nördlicher stehende Schiff ein früheres Ende. Am 7. März wurde 
„Charlotte“ in 35,3° N-Br und 64° W-Lg schon von stürmischem WSW-Winde 
begünstigt, während Bremen in 32,5° N-Br und 53,5° W-Lg noch mässigen 
Nordwind hatte. Von diesem Tage an wurde „Charlotte“ fast beständig von 
günstigem Winde begleitet und kam dem weniger begünstigten Mitsegler „Bremen“ 
deswegen von Tag zu Tag näher, „Charlotte“ kreuzte 60° W-Lg in 36° N-Br 
am 8, März, 30° W-Lg. in 45° N-Br. am 17. März, und passirte am 29. März 
a Eon mit „Bremen“ den Meridian von Lizard. Die Reisedauer betrug 
age, 
6. Reise des Bremer Vollschiffes „Viktoria“, Kapt. €. Wieting. 
An Bord des von Bremen nach New-Orleans bestimmten Vollschiffes 
„ Viktoria“ begann man am 20. Oktober 1878 in 49,4° N-Br und 11° W-Lg mit 
der Führung des meteorologischen Journals. Mässige westliche Winde, bei 
denen man meistens kaum einen rechtweisenden Südkurs einhalten konnte, 
führten das Schiff von jenem Punkte aus nach Süd. Man überschritt 40° N-Br 
in 12° W-Lg am 24. Oktober und befand sich am 28. Oktober in 32° N-Br 
und 12,1° W-Lg in ziemlicher Nähe der afrikanischen Küste, als der dort 
stürmisch wehende Wind in kurzer Zeit ‚von SW durch NW nach NE umlief, 
Es wurde dann ein Kurs eingeschlagen, der „Viktoria“ bis zum 30. Oktober 
nach 30° N-Br in 18,6° W-Lg führte. Der günstige Ostwind war leider nur 
von kurzer Dauer, bald wehte wieder leichter westlicher Wind und fast die 
ganze Reise über den Ocean musste ohne erhebliche Unterstützung des Passats 
zurückgelegt werden. „Viktoria“ traf es hier nicht besser, als die gleichzeitig 
dieselbe Route verfolgenden Bremer Schiffe „Caroline“ und „Julius“. „Viktoria“ 
Schnitt den Meridian von 30° West in 17,7° N-Br am 16. November, den von 
50° West in 17,2° N-Br am 25, November und passirte den zwischen Guadeloupe 
und Monserrat liegenden Kanal am 30. November. Den Sturm des 26. November
	        
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