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lichen Winden, die eben so häufig aus östlicher, wie aus westlicher Richtung
auftraten, segelte das Schiff dann nach Osten, überschritt den Meridian von
140° West in 34,6° N-Br am 26. April und erreichte am 3. Mai in 123° W-Lg
den Parallel von 30° Nord. Die höchste angelaufene Breite war 35,5° Nord.
Indem sich das Schiff auf OSO-Kurs der Küste näherte, drehte sich der Wind,
der noch in 34,8° N-Br und 133° W-Lg aus NE wehte, allmählich durch Nord
nach NW, der Richtung, aus welcher derselbe an der Küste von Californien
fast ununterbrochen weht. Am 11. Mai befand „Ka Moi“ sich in Sicht des
Kap San Lucas, und am 12. Mai, nach 30tägiger Reise, ankerte man im Hafen
von Mazatlan.
In Mazatlan erhielt der Kapitän Ordre, via La Paz nach der im südwest-
lichen Theile der Halbinsel Californien gelegenen Magdalena-Bai zu versegoln.
Am 16. Juli trat das mit Orseille beladene Schiff von letzterem Platze aus die
Ueimreise nach Falmouth als Ordrehafen an. Bei dem anfänglich recht frisch
wehenden NW-Winde wurde ein südwestlicher Kurs eingeschlagen, auf dem der
Meridian von 120° West am 20. Juli in 15° N-Br erreicht wurde. Hier war
der nordwestliche Wind schon so flau geworden, dass die Fahrt des Schiffes
meist nicht grösser, als 1 Knoten war; und als man am 25. Juli 10° N-Br in
121,2° W-Lg überschritten hatte, wurde eine kurze Strecke südlich von dieser
Breite Windstille angetroffen. Auf diese folgte wieder einen Tag später frischer
südwestlicher Monsun, der in ganz derselben Weise, wie es zur gleichen Zeit
und in derselben Breite im Atlantischen Ocean geschicht, durch Süd in den
SE-Passat überging. Am 28. Juli, als „Ka Moi“ in 6,8° N-Br und 11° W-Lg
stand, wurde gewendet und am 2. August passirte die Bark in 125,5° W-Lg
den Aecquator, Es waren 17 Tage verflossen, seit man den Abgangshafen ver-
liess. Ebenso wie die Windverhältnisse entsprachen auch die hier angetroffenen
Strömungen den gleichzeitigen des Atlantischen Oceans. Während der Zeit,
dass der SW-Monsun herrschte, beobachtete man an zwei Tagen eine Versetzung
von 48 Sm nach SEzE, während in der Nähe des Aequators ein starker west-
licher Strom, an einem Tage von nicht weniger als 50 Sm, beobachtet wurde.
In südlicher Breite erreichte „Ka Moi“ 10° in 127,5° W-Lg am 5. August,
20° in 130° W-Lg am 10. August und 30° in 130,2° W-Lg am 15. August.
Der westlichste Punkt, welcher angelaufen wurde, war 131,5° W-Lg in 24,5° S-Br.
Der von der Linie bis 15° S-Br in mässiger Stärke wehende Passat erlitt
in 17° S-Br eine, einen Tag anhaltende Störung, kam dann für mehrere Tage
noch wieder recht kräftig durch, um in 24,8° S-Br ganz zu enden. Es trat
hier keine Windstille ein, sondern der frisch wehende Wind lief erst nordöstlich
und bald nachher nordwestlich. Er hielt sich jedoch nicht lange in letzterer
Richtung, südlich von 30° S-Br traf man noch wieder auf stürmischen SE- Wind,
und nachdem man am 21. August 40° S-Br in 123° W-Lg überschritten hatte,
setzte in etwa 42° S-Br der erwünschte beständige Westwind ein. Von diesem
Zeitpunkte an war der Verlauf der Reise zunächst ein rascher, man kreuzte
50° S-Br in 104° W-Lg am 27. August und passirte den Meridian des Kap Horn
am 3. September, 32 Tage später, als man den Aequator überschritten hatte.
Auch im Atlantischen Ocean verlief die Reise zunächst in befriedigender
Weise, die Bark gelangte nach 50° S-Br in 47° W-Lg am 8. September, nach
40° S-Br in 35,5° W-Lg am 13. September und nach 30° S-Br in 28,5° W-Lg
am 19. September. Bis nach 45° S-Br hin hatte man vom Kap Horn her fast
nur nordwestliche Winde angetroffen, später überwogen westliche und südliche
Winde. Sehr begünstigt wurde „Ka Mori“ durch einen kräftigen, in 32° S-Br
einsetzenden Wind, der aus südlicher Richtung anfing und im Verlauf von vier
Tagen langsam. durch Ost nach NE umlief, Man überschritt mit diesem Winde
20° S-Br in 30,5° W-Lg am 23. September. Später veränderte der etwas flauer
gewordene Wind im entgegengesetzten Sinne der vorhin angeführten Drehung
und ging so in den regelmässigen Passat über. Nachdem man noch am 28, Sep-
tember 10° S-Br in 31,5° W-Lg gekreuzt hatte, ging „Ka Moi“ am 1. Oktober
in 30,4° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Um von Kap
Horn her den Aequator zu erreichen, waren 28 Tage erforderlich gewesen.
Auf nördlicher Breite veränderte der Wind, entsprechend der zunehmen-
den Breite, seine Richtung zunächst nach Süd und weiterhin nach SW. Wind-
stille traf „Ka Moi“ nur für kurze Zeit an, auch war der SW-Monsun schon