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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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konnte, fand man sich 72 Sm nach Osten versetzt. In 9° N-Br und 130° W-Lg 
wurde am 18. Oktober die südliche Grenze des NE-Passats angetroffen, Man 
fand in demselben nur zwischen 12° und 17° N-Br die erwarteten frischen 
Winde; besonders als „R. C. Wylie“ nördlich von 20° N-Br und westlich von 
150° W-Lg gekommen war, wurde der Wind sehr leicht und unbeständig, so 
dass die Reise dadurch noch in der Nähe des Zieles um einige Tage verlängert 
wurde. Am 31. Oktober kam die Insel Mauz in Sicht und am 1. November 
wurde im Hafen von Honolulu geankert, nach einer Reise, deren Dauer von 
Bremen ab 126 Tage betrug. 
Am 5, December verliess „R. C. Wylie“ den Hafen von Honolulu wieder, 
um nach Bremen zurückzukehren. Ein kräftiger Passat, der nur am zweiten 
Tage der Reise durch die hohen Berge auf Hawait für kurze Zeit gestört war, 
führte das Schiff rasch nach Süden, und schon am 14. December wurde in 
160,3° W-Lg der Aequator überschritten, ohne dass man vorher durch Mallung 
und Stille wäre aufgehalten worden. Südlich der Linie bis 12° S-Br hin 
wehte, wie hier häufig zu dieser Jahreszeit, ein heftiger Ostwind, der erst 
schwächer wurde und auch wieder südlicher lief, als man jenen Parallel gekrouzt 
hatte und die luvwärts vom Schiffe befindlichen Inseln ihren Einfluss geltend 
machten. Am 21. December, in Sicht der Insel Aitutaki, wurde 20° S-Br in 
160,5° W-Lg geschnitten und am 28. December war „R.C. Wylie“ nach 30° S-Br 
in 163,5° W-Lg gekommen. Schon in 28° S-Br war der östliche Wind ganz 
schwach geworden, südlich von 30° S-Br lief er nördlich und später, indem or 
auffrischte, nach NW. Beständige Westwinde von genügender Stärke und doch 
auch nicht zu stürmisch, wurden angetroffen, nachdem am 3. Januar 1879 
40° S-Br in 155° W-Lg überschritten worden war, und verlief von diesem 
Punkte an die Reise zunächst sehr rasch. Am 10. Januar war 50° S-Br in 
124° W-Lg erreicht, am 15. Januar kreuzte man den Meridian von 100° West 
in 53,5° S-Br, und am 21. Januar befand „R. C. Wylie“ sich in Sicht der Diego 
Ramirez-Inseln, 47 Tage, nachdem man Honolulu verlassen halte. ; 
Wie so viele andere hier im letzten Viertel des Jahres 1878 passirende 
Schiffe sah auch „R. C. Wylie“ am 25. Januar in etwa 57° S-Br und 48° W-Lg 
einen Eisberg, derselbe ragte 20m über die Meeresoberfläche empor und war 
nach des Kapitäns Ansicht in der Auflösung begriffen. In etwa 48° S-Br und 
47° W-Lgy überstand die Bark am 27. Januar einen sehr schweren, in NE 
beginnenden und später durch Nord nach West umlaufenden Sturm, während 
dessen Dauer der Luftdruck bis 729,9mm abnahm. Oestlich von Kap Horn 
iraf man überhaupt stürmischere Winde an, als im Grossen Ocean; erst nördlich 
von 50° S-Br, welche Breite am 2. Februar in 32,5° W-Lg geschnitten wurde, 
mässigten sich die fortgesetzt aus hoch nördlicher Richtung wehenden Winde. 
Am 11. Februar stand „R. C. Wylie“ in 20,7° W-Lg auf dem Parallel von 
30° Süd, hier wehte zur Zeit frischer Westwind; als man nach 27° S-Br ge- 
kommen war, setzte nordöstlicher Wind ein, der im Laufe der folgenden Tago 
in langsamer Drehung durch Ost in die Passatrichtung überging. In 20° S-Br 
and 25,5° W-Lg, wo man sich am 17. Februar befand, frischte der Passat auf; 
or führte „R. C. Wylie“ am 21. Februar nach 10° S-Br in 27,5° W-Lg und 
3ank, wie es in dieser Jahreszeit nicht selten geschieht, schon südlich der Linie 
in 3,5° S-Br und 27° W-Lg zum leisen Zug herab. Die Bark gebrauchte dann 
noch drei Tage, um am 26. Februar den Aequator zu erreichen, 36 Tage später, 
als der Südatlantische Ocean erreicht worden war. 
Der Stillengürtel lag zwischen 1,5° und 2,2° N-Br, und waren zu dessen 
Ueberschreitung 11% Tage erforderlich, Das Gebiet des NE-Passats wurde in 
kurzer Zeit durchlaufen, man traf in demselben den frischesten Wind zwischen 
5° und 18° N-Br. „R.C. Wylie“ kreuzte 10° N-Br in 33,3° W-Lg am 4, März 
und 20° N-Br in 35° W-Lg am 7. März. Schon am letzteren Ort wehte der 
flauer gewordene Wind aus SE, er änderte dann in den nächsten Tagen seine 
Richtung noch weiter nach Süd und SW. Am 12. März fänd „R. C. Wylie“ 
in 30° N-Br und 32,5° W-Lg wieder ungünstigen NE-Wind, der, kurze Unter- 
brechungen ausgenommen, für eine sehr lange Zeit wehte. Am 19. März befand 
„R. C. Wylie“ sich in Sicht der Inseln Flores und Corvo. Bei anhaltend aus 
hoch nördlicher Richtung wehenden Winden wurde der letzte Theil der Reise 
zurückgelegt, am 29. März gelangte die Bark in die Nähe der Scilly-Inseln, 
nach einer Reise, deren Gesammtdauer 114 Tage betrug.
	        
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