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Erst am 5. August, als man in 36° S-Br-und 52,2° W-Lg schon südlich von
Montevideo stand, drehte der frisch wehende Wind durch Nord wieder nach NW.
Dann folgten für längere Zeit umlaufende mässige Winde, mit deren Hülfe die
Bark 40° S-Br in 58° W-Lg am 9. August und 50° S-Br in 64,5° W-Lg am
18. August überschreiten konnte. Um diesen Punkt von der Linie her zu
erreichen, waren 33 Tage erforderlich gewesen.
Gleich am ersten Tage, mit dem die Umsegelung des Kap Horn begann,
wurde der Wind stürmisch, und in der nächsten Zeit war der Verlauf der
Reise nur ein langsamer. Am 22. August umsegelte man bei stürmischem Ost-
winde das Kap St. John der Staten-Insel, traf aber südlich derselben gleich
auf stürmischen Gegenwind. In Folge davon war das Fortschreiten des Schiffes
nach Westen hin anfänglich nur ein sehr langsames. Am 28. August setzte
jedoch wieder frischer Wind aus Osten ein, der „Elena“ in drei Tagen nach
78° W-Lg führte, und am 4. September befand man sich in 50° S-Br und
80° W-Lg. Das Kap Horn war in 16% Tagen umsegelt worden — ein ganz
zufriedenstellendes Resultat, da es noch ein halber Tag weniger ist, als das
von Maury aufgestellte Monatsmittel,
Auch nach Norden hin gelangte man anfänglich rasch; schon am 8. Sep-
tember kreuzte „Zlena“ in 77,2° W-Lg den Parallel von 40° Süd. Weiter
nördlich ging es weniger rasch, erst am 15. September kam man in 75,5° W-Lg
nördlich von 30° S-Br. Der SE-Passat, dessen südliche Grenze in 27,5° S-Br
zu liegen schien, führte „Zlena“ schliesslich ans Ziel. Von der Windstille in
der Nähe des Landes, welches man am 20. September sichtete, blieb man
glücklicherweise verschont, und noch an demselben Tage konnte man auf der
Rhede von /quique den Anker fallen lassen. Die Reise hatte von Lizard ab
eine Dauer von 103 Tagen,
Am 22. November trat die Bark von /qwique aus die Heimreise nach
einem englischen Ordrehafen an. Durch das Passatgebiet wurde voll und bei
haltend nach SW gesegelt und in dieser Weise 30° S-Br in 87,5° W-Lg am
1. December überschritten. Am 10. December kreuzte „Elena“ 40° S-Br in
95,4° W-Lg, es war dies der westlichste Punkt, welchen die Bark überhaupt
erreichte. Hier traf man nordöstlichen Wind, der die Einhaltung eines Süd-
kurses ermöglichte. In 41° S-Br setzten westliche Winde ein, die, in mässiger
Stärke wehend, „KXlena“ zum Parallel von 50° Süd in 85° W-Lg am 18. De-
cember und zum Meridian des Kap Horn am 23. December führten. Das Schiff
war bis zur letzteren Länge 31 Tage in See,
Im Südatlantischen Ocean wurden zuerst stürmische Westwinde angetroffen,
von welchen man bis zum 28. December nach 50° S-Br in 46,7° W-Lg geführt
wurde. Vorherrschend aus hochnördlicher Richtung wehende Winde brachten
„Elena“ dann bis zum 5. Januar 1879 nach 40° S-Br in 29,3° W-Lg. In
36° S-Br kam nordöstlicher Wind durch, der in 30° Süd, welche Breite am
13. Januar in 28,5° W-Lg geschnitten wurde, nach Nord und NNW drehte,
späterhin aber langsam nach NE zurücklief und in dieser Weise in den Passat
überging. Nachdem dann am 23. Januar 20° S-Br in 30° W-Lg gekreuzt worden
war, passirte „Zlena“ am 30. Januar in 28,4° W-Lg den Aequator. Um denselben
von Kap Horn zu erreichen, waren 38 Tage erforderlich gewesen.
Der SE-Passat wehte bis zum 1. Februar in 2,4° N-Br und 28,1° W-Lyg,
daun folgten zwei Tage lang Mallung und Windstille, che in 4° N-Br der NE-
Passat einsetzte. Dieser wehte frisch und beständig und führte „Elena“ nach
10° N-Br in 34,2° W-Lg am 6. Februar und nach 30° N-Br in 44,5° W.Lg am
15. Februar. Den kräftigsten Passat hatte man auf der zwischen 8°—22° N-Br
liegenden Strecke angetroffen. In 29° N-Br drehte der Wind sich nach SE,
wurde flauer und veränderte dann rechtlaufend seine Richtung durch Süd nach
SW. Am 23. Februar erblickte man die Insel Corvo, auf der folgenden Strecke
hatte man noch längere Zeit gegen nordöstlichen, bei sehr hohem Luftdruck
wehenden Wind zu kämpfen und erreichte am 10. März, nach 108tägiger Reise
von /quique her, die Rhede von Falmouth.