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eine mit Steinen belegte Bank mit nur 2—3,4m Wasser absetzt, welche sich so
weit nach Westen erstreckt, bis das Kap selbst Nord resp. etwas östlicher als
Nord peilt. Auf der Barre, die sich von ONO nach WSW erstreckt, fand ich
5m Wasser, es war vor einer Stunde Hochwasser gewesen, und hatte ich die-
selbe bald passirt. Die Barre selbst ist nämlich nur sehr kurz, 300—400m breit,
und vertieft sich das Wasser dann bald bis auf 10 und 15m. Querab von Kap
Süd hat man entweder die Brandung, oder das heller gefärbte Wasser einer
sich von der Stadt, besonders vom französischen Konsulat, nach Osten er-
streckenden Landzunge, die sich weit unter Wasser fortsetzt, vor sich. Sobald
daher in der sich nach Osten öffnenden Bucht eine zweite Batterie (resp. die
Ruinen einer solchen) von Kap Süd frei werden, hat man auf Kap Süd ab-
zuhalten und dicht um dieses herumzusteuern, bis der die Nordseite dieser
Bucht bildende Berg in NzW peilt. Nun kann auf diesen zugesteuert werden,
und wird man dann in einer tiefen Rinne zwischen 14 und 30m Wasser haben.
Von dem zuletzt erwähnten Berge resp. Vorgebirge steuert man dann mit
NNW-Kurs auf die Ankerstelle zu, so dass man zwei kleine Felsen, die im
Hafen liegen, etwas an St. B. behält. Auch hier im Hafen von Quin-hon, der
eine weite Bucht bildet, darf man die schmale tiefe Rinne nicht verlassen, da
an beiden Seiten ausgedehnte flache Bänke liegen, zu denen: hin das Wasser
aber allmählich abnimmt.
Am Abend des 28. April verliess- ich die Rhede von Quin-hon und setzte
die Rückreise nach Hongkong fort. Während der ganzen Fahrt blicb es theils
ganz still, theils kamen leichte östliche Winde vor, die mir jedoch nicht ge-
statteten, die Schraube zu lichten. Am Nachmittag des 1. Mai ankerte ich im
Hafen von Hongkong.“
2. Bemerkungen über die Hafenplätze Hoihow und Pakhoi.
li. Hoihow.!) „Der Hafen von Horhow ist eine ganz offene Rhede und
bietet wenig Schutz. S. M. Kbt. „Wolf“ lag 2'/2—3 Sm von Land entfernt, da
der grösste Theil der Bucht bei Niedrigwasser trocken läuft. Bei halber Gezeit
ist schon in dem ‚kleinen Fluss und auf der darin liegenden ausgedehnten Bank
so wenig Wasser, dass die ganz flach gehenden Sampans nur dadurch weiter
gebracht werden, dass die Chinesen herausspringen und das Boot über den
Sand schieben. Der Handel wird hierdurch natürlich sehr zurückgehalten, da
Hoihow aber der einzige, bis jetzt den Europäern geöffnete Hafen Hainan’s ist,
demselben ausserdem noch die Produkte der gegenüber liegenden Halbinsel
Lie-Chow, besonders von Hoc-on aus, zugeführt werden, derselbe auch für die
Fahrt nach den Häfen des Tongking-Busens so sehr günstig ist, so sollen ziem-
lich viele Schiffe hier anlaufen, ;
Die Gegend um Hoihow ist bis auf die oben erwähnten beiden Vulkane
(s. S. 399), die etwa 6—7 englische Meilen im ‚Innern liegen, eben. Der Boden
besteht aus Sand und einer Art verwitterter Lava, und ist daher nur an wenigen
Stellen bebaut. Auf dem Wege von Hoihow bis Kieu-chew-fow (K’iung-chow),
der Hauptstadt Haitnan’s, erstrecken sich meilenweit nach beiden Seiten hin
chinesische Begräbnissstellen, auf denen Gräber bis zu 800 Jahre alt gefunden
werden sollen. Diese Grabstellen machen überhaupt den Eindruck, als ob nie
eine schon früher benutzte Stelle zum zweiten Male als Grab benutzt würde,
und da noch sehr bedeutende unkultivirte Länderstrecken vorhanden sind, so
liegt vorläufig, abgesehen von der grösseren Entfernung, auch kein Grund vor,
von diesem Prinzip abzugehen. Die Bewohner beider Städte, Kieu-chew-fow und
Hoihow, bestatten ihre Todten auf diesen Ebenen. Hinter der Hauptstadt be-
ginnt fruchtbares Land, auf welchem, so weit ich sehen konnte, nur Reis ge-
baut wurde,
Die Stadt Hochow unterscheidet sich durch Nichts von einer gewöhnlichen
chinesischen Stadt mit ihren engen, schmutzigen Strassen; in jedem Haus ist
ein Laden. Landungs- oder Ladungsbrücken existiren nicht, vielmehr müssen
1) Vgl. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1876, paz, 507, 509; 1877, pag. 235.
Ann. d. Hydr., 1879, Heft VIA (August).