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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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dicht an der Küste gelegen, südlich gelassen wurden. Von Hainan head muss 
daher etwa 6 Sm NW, dann längs der Küste West gesteuert werden, bis diese 
Bänke SzO peilen, wann der Kurs auf Hoihow gesetzt werden kann. Dieser 
Hafen ist nicht zu verfehlen, da zwei hinter demselben gelegene Hügel (aus- 
gebrannte, oben ganz flach begrenzte Krater) sich deutlich abzeichnen und selbst 
bei diesiger Luft ziemlich weit zu sehen sind. Um 4" p. m. am 29. März ankerte 
ich in der Bucht von Hoihow auf 6m Wasser. 
Der gewählte Ankerplatz war ein sehr guter und kann nur empfohlen 
werden, da das Fahrzeug hier frei von den sich im Hafen begegnenden Strö- 
mungen lag. Es peilte die Hoihow-Pagode S0z0!/20 und das östliche Fort an 
der Mündung des Hoihow-Flusses 01/28. 
Am 1. April verliess ich Morgens um 6 Uhr unter Segel den Hafen von 
Hoihow, um nach Pakhor zu segeln. Die Strasse ist von jetzt ab klar, nur 
erstreckt sich von Kap Cami, SW-Spitze von Lie-Chow, eine auf den Karten 
nicht angeführte Bank, etwa 4—5 Sm weit. Es wehte ein frischer östlicher Wind, 
der jedoch schon bald abflaute und bald ganz wegstarb. 
Am Morgen des 2, April bekam ich mit Tagesanbruch das Land von 
Pakhoi im Sicht und sah auch auf kurze Zeit die Insel Gwi-Chow (Wy-Chow), 
deren Positionen nach Peilungen, die ich anstellen liess, als mit den in den 
„Ann. d. Hydr. ete.“, 1877, pag. 471, und Karte zu Heft X, angegebenen 
identisch zu sein schien. Genauere Beobachtungen anzustellen war mir des 
diesigen Wetters wegen nicht möglich. 
Am Morgen des 4. April erhob sich ein frischer Nordwind und beschloss 
ich daher, diesen zu benutzen, um meine Reise fortzusetzen. Ich liess Dampf. 
aufmachen, um unter Dampf zuerst den engen Kanal zu passiren, liess aber in 
See sofort die Maschine auslaufen und setzte meine Reise unter Segel fort. In 
der folgenden Nacht flaute der Wind aber schon wieder ganz ab, so dass ich 
um 2" die Feuer vorholen lassen musste. Während der Nacht liess ich jede 
halbe Stunde lothen und fand zwischen 30 und 40m Wassertiefe. Unter Dampf 
lief ich dann weiter und bekam am 5. April um 9" a. m. die Norway-Inseln in 
Sicht. Diese Inseln eignen sich sehr gut zum Ansteuern des Cua-Cam (Haiphong- 
Flusses),*), sowohl wegen ihrer von den übrigen in der Nähe liegenden Inseln 
sehr abweichenden, weil überaus zackigen Formation, dann aber auch, weil 
dieselben von gar keinen Untiefen umgeben sein sollen und ‚weil sie ziemlich 
weit sichtbar sind. Querab von diesen Inseln kam die kleine Insel Hon-dau 
in Sicht, und nahm das Wasser, dessen Tiefe hier noch 32m betrug, nun regel- 
mässig ab. Der Kurs von den Norway-Inseln zur Mündung des Flusses ist NW. 
Auf Hon-dau, und zwar auf der höchsten Spitze der Insel, ist ein viereckiges 
hölzernes Haus, wie es schien ohne jeden Anstrich, gebaut, auf dessen Dach 
die Laterne in einem Glaskasten angebracht ist. Kleine grün gestrichene 
Lootsen-Fahrzeuge mit der französischen Flagge am Grossmast kreuzen, mit je 
einem Lootsen an Bord, in der mit zahlreichen Fischer-Dschunken bedeckten 
Bucht. Die nach Bekanntmachung des französischen Marine-Departements in Saigon 
zur besseren Kennzeichnung des Flusses ausgelegten neun Seezeichen bestehen 
aus spitzen Tonnen, von denen aber die in obiger Bekanntmachung erwähnten 
besonderen Merkzeichen, Körbe an einer Stange auf den "Tonnen, bei der Anwesen- 
heit 5. M.-Kbt., „Wolf“, fortgespült waren. Von Süden den Fluss hinauffahrend, 
liegen an B. B. fünf schwarze, an St. B. vier rothe und eine weisse Tonne, Da 
somit die Zahl der Seezeichen im Ganzen 10 beträgt, glaube ich, dass eine 
Tonne, vielleicht die Ansegelungs-Tonne auf der äusseren Barre, schon früher 
gelegen hat. Als Ansegelungs-Tonne dient die erste rothe Tonne, welche auf 
der, vor der Mündung des Flusses liegenden Barre in 3,6m Wassertiefe rw Ost 
0,7 Sm von der 25m hohen Pto-Do-Son liegt. Diese Tonne liegt in der Mitte 
des Fahrwassers und ist dicht an beiden Seiten zu passiren. Die flachste Stelle 
auf der Barre beträgt bei Niedrigwasser 3,2m, und steht auf derselben bei 
stürmischer Witterung eine so hohe Dünung resp. Brandung, dass Schiffe häufig 
ankern müssen, um besseres Wetter abzuwarten. Der Grund der Barre besteht 
aus hartem Sand, und würde ein Stossen auf demselben schr gefährlich sein. 
) Val. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1877, nag. 3068.
	        
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