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Insel‘ Hat. Von den drei, in den Hafen führenden Fahrwassern ist das nörd-
liche zwischen den Inseln Deception und Vate ein Bootsfahrwasser, dasjenige
zwischen den Inseln Deception und Protection zwar tief genug, auch beträchtlich
näher, jedoch sehr schmal und von einer starken Strömung durchsetzt; das beste
Fahrwasser ist das zwischen den Inseln Protection und Vate führende, in welchem
auch mehrere Ankerplätze sind. Beim KEinsegeln halte man die Spitze Bluf
westlich frei von der Spitze White Sand in NO; dies führt 2 Kblg westlich
von den felsigen Stellen, südlich von der Spitze White Sand, auf der sich die
Missionsstation befindet, und welche jetzt deshalb Spitze Missionary genannt
wird, und dem ziemlich weit von der nächsten, etwas nördlicher gelegenen
Spitze Reef, hervorspringenden Riffe vorbei. Der eigentliche Hafen ist die
Matapou-Bucht (17° 33‘ 40“ S-Br, 168° 15‘ 30” O-Lg) in äusserst malerischer
Umgebung, bedeckt mit der üppigsten Vegetation. Eine grosse Anpflanzung
mit einigen Gebäuden liegt westlich von der Wasserstation, deren Flaggenmast
vom Ankerplatz SWz8!/2S gepeilt wird. Die Gebäude umfassen Lagerhäuser
für die Copra, ein Maschinenhaus zum Verarbeiten der Baumwolle, Aufseher-
und Arbeiterwohnungen ete. Proviant ist hier meistens zu erhalten, Brennholz
kann aus dem Busch geholt. werden. Der Hafen bietet Schutz gegen alle Winde,
selbst während der Orkane im Januar, Februar und März liegen die Schiffe
hier völlig unbehelligt; sollte wirklich ein Schiff an Land treiben, so schützt
doch der weisse Schlammboden, der vorherrscht, vor Schaden. .
Auch die Escema-Bucht bietet einen guten Ankerplatz auf 27m Wasser.
Die meisten Europäer haben sich am Havannahhafen trotz des dort herrschenden
Fiebers niedergelassen, auch unsere deutsche Flagge ist vertreten. Alle Schiffe,
welche die Neu- Hebriden passiren, ergänzen hier ihren Proviant; auch können
Schiffsmannschaften hier angeworben werden; vor Allem sind die Eingeborenen
der Insel Protection als Bootsruderer zu empfehlen,
Der Ankerplatz in der Siwiri- (Esfir-) Bucht, hinter Korallenriffen, ist
schlecht, gut dagegen, d. h. vollständig geschützt (wenn auch sehr tiefes Wasser
zum Ankern), der Fila- (Vila-, Efil-) Hafen, im Allgemeinen die South West-
oder Pango-Bucht genannt (5 Sm breit), ein weites Becken, in dem sich der
Ankerplatz, mit 20m Wasser, zwischen den gut bevölkerten Inseln Vila (Efil)
and Leliki (Ererik) befindet.!) Die SO-Küste, namentlich von der SO-Spitze,
dem Kap Ktarutab, an, ist von einem grösseren Riffe umgeben; das Land ist
hier niedrig und schlecht bewässert, der Verkehr beschränkt sich daher lediglich
auf den Nordwesten. .
Für die Inseln im Norden von Vate ist noch Folgendes zu bemerken.
Von der Insel Deception erstreckt sich ein Riff nördlich gegen die Insel
Montague (Mau)?) aus, welches 2,5 Kblg weit im Meeresspiegel liegt und theil-
weise bei Niedrigwasser trocken fällt. Von den Westspitzen der Insel Montague
(17° 26‘ S-Br, 168° 25' O-Lg) erstrecken sich kurze Riffe, ihrer Südküste kann
man sich bis auf 3 Sm östlich von der Westspitze nähern. Die Insel ist an
dem, in ihrer Mitte befindlichen, grösstentheils unbewaldeten Berge Distant Pik
oder Tavanakie leicht zu erkennen. Sie ist fruchtbar und gut bebaut. Um den,
zwischen den beiden westlichen Spitzen befindlichen Hafen Na-ora-matuo
(17° 27‘ 30‘ S-Br, 168° 17‘ O-Lg) zu erreichen, peilt man den Berg Tavanakie
in S0z0'420. Während der hier herrschenden SE-Winde kann man hier zeit-
weilig ankern, nur muss das Schiff bereit sein, sobald der Wind von Westen
hart zu wehen beginnt, unter Segel zu gehen, da der Grund schlecht ist und
aus Korallen und vulkanischem Gestein besteht, zwischen denen einzelne sandige
Stellen zu finden sind. Die SO-Ecke dieser Bucht muss man vermeiden, da
Jaselbst die Wassertiefe plötzlich von 24m auf 9m abnimmt. Von allen Theilen
des Strandes aus erstreckt sich ein Küstenriff, wodurch ein Landen mit Schiffs-
booten schwierig und nur innerhalb 2 Stunden nach Hochwasser angängig ist;
bei Niedrigwasser fällt dieses Riff an vielen Stellen trocken. Die Eingeborenen
sind hinterlistige Kannibalen. Die Ortschaft U-tan-law liegt auf vulkanischem
Boden ungefähr 2 Sm landeinwärts am Abhange des Berges Tavanakie und ist
1) Bei der Nordspitze der Pango-Bucht erstreckt sich in einiger Entfernung nach See zu ein
Riff, so dass es nicht rathsam ist, näher, als bis auf !/4 Sm an diese Spitze heranzugehen,
2% a. a OO, pagı 606.