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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Insel‘ Hat. Von den drei, in den Hafen führenden Fahrwassern ist das nörd- 
liche zwischen den Inseln Deception und Vate ein Bootsfahrwasser, dasjenige 
zwischen den Inseln Deception und Protection zwar tief genug, auch beträchtlich 
näher, jedoch sehr schmal und von einer starken Strömung durchsetzt; das beste 
Fahrwasser ist das zwischen den Inseln Protection und Vate führende, in welchem 
auch mehrere Ankerplätze sind. Beim KEinsegeln halte man die Spitze Bluf 
westlich frei von der Spitze White Sand in NO; dies führt 2 Kblg westlich 
von den felsigen Stellen, südlich von der Spitze White Sand, auf der sich die 
Missionsstation befindet, und welche jetzt deshalb Spitze Missionary genannt 
wird, und dem ziemlich weit von der nächsten, etwas nördlicher gelegenen 
Spitze Reef, hervorspringenden Riffe vorbei. Der eigentliche Hafen ist die 
Matapou-Bucht (17° 33‘ 40“ S-Br, 168° 15‘ 30” O-Lg) in äusserst malerischer 
Umgebung, bedeckt mit der üppigsten Vegetation. Eine grosse Anpflanzung 
mit einigen Gebäuden liegt westlich von der Wasserstation, deren Flaggenmast 
vom Ankerplatz SWz8!/2S gepeilt wird. Die Gebäude umfassen Lagerhäuser 
für die Copra, ein Maschinenhaus zum Verarbeiten der Baumwolle, Aufseher- 
und Arbeiterwohnungen ete. Proviant ist hier meistens zu erhalten, Brennholz 
kann aus dem Busch geholt. werden. Der Hafen bietet Schutz gegen alle Winde, 
selbst während der Orkane im Januar, Februar und März liegen die Schiffe 
hier völlig unbehelligt; sollte wirklich ein Schiff an Land treiben, so schützt 
doch der weisse Schlammboden, der vorherrscht, vor Schaden. . 
Auch die Escema-Bucht bietet einen guten Ankerplatz auf 27m Wasser. 
Die meisten Europäer haben sich am Havannahhafen trotz des dort herrschenden 
Fiebers niedergelassen, auch unsere deutsche Flagge ist vertreten. Alle Schiffe, 
welche die Neu- Hebriden passiren, ergänzen hier ihren Proviant; auch können 
Schiffsmannschaften hier angeworben werden; vor Allem sind die Eingeborenen 
der Insel Protection als Bootsruderer zu empfehlen, 
Der Ankerplatz in der Siwiri- (Esfir-) Bucht, hinter Korallenriffen, ist 
schlecht, gut dagegen, d. h. vollständig geschützt (wenn auch sehr tiefes Wasser 
zum Ankern), der Fila- (Vila-, Efil-) Hafen, im Allgemeinen die South West- 
oder Pango-Bucht genannt (5 Sm breit), ein weites Becken, in dem sich der 
Ankerplatz, mit 20m Wasser, zwischen den gut bevölkerten Inseln Vila (Efil) 
and Leliki (Ererik) befindet.!) Die SO-Küste, namentlich von der SO-Spitze, 
dem Kap Ktarutab, an, ist von einem grösseren Riffe umgeben; das Land ist 
hier niedrig und schlecht bewässert, der Verkehr beschränkt sich daher lediglich 
auf den Nordwesten. . 
Für die Inseln im Norden von Vate ist noch Folgendes zu bemerken. 
Von der Insel Deception erstreckt sich ein Riff nördlich gegen die Insel 
Montague (Mau)?) aus, welches 2,5 Kblg weit im Meeresspiegel liegt und theil- 
weise bei Niedrigwasser trocken fällt. Von den Westspitzen der Insel Montague 
(17° 26‘ S-Br, 168° 25' O-Lg) erstrecken sich kurze Riffe, ihrer Südküste kann 
man sich bis auf 3 Sm östlich von der Westspitze nähern. Die Insel ist an 
dem, in ihrer Mitte befindlichen, grösstentheils unbewaldeten Berge Distant Pik 
oder Tavanakie leicht zu erkennen. Sie ist fruchtbar und gut bebaut. Um den, 
zwischen den beiden westlichen Spitzen befindlichen Hafen Na-ora-matuo 
(17° 27‘ 30‘ S-Br, 168° 17‘ O-Lg) zu erreichen, peilt man den Berg Tavanakie 
in S0z0'420. Während der hier herrschenden SE-Winde kann man hier zeit- 
weilig ankern, nur muss das Schiff bereit sein, sobald der Wind von Westen 
hart zu wehen beginnt, unter Segel zu gehen, da der Grund schlecht ist und 
aus Korallen und vulkanischem Gestein besteht, zwischen denen einzelne sandige 
Stellen zu finden sind. Die SO-Ecke dieser Bucht muss man vermeiden, da 
Jaselbst die Wassertiefe plötzlich von 24m auf 9m abnimmt. Von allen Theilen 
des Strandes aus erstreckt sich ein Küstenriff, wodurch ein Landen mit Schiffs- 
booten schwierig und nur innerhalb 2 Stunden nach Hochwasser angängig ist; 
bei Niedrigwasser fällt dieses Riff an vielen Stellen trocken. Die Eingeborenen 
sind hinterlistige Kannibalen. Die Ortschaft U-tan-law liegt auf vulkanischem 
Boden ungefähr 2 Sm landeinwärts am Abhange des Berges Tavanakie und ist 
1) Bei der Nordspitze der Pango-Bucht erstreckt sich in einiger Entfernung nach See zu ein 
Riff, so dass es nicht rathsam ist, näher, als bis auf !/4 Sm an diese Spitze heranzugehen, 
2% a. a OO, pagı 606.
	        
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