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in Turtle Hills verwandelt, und dadurch einen störenden Fehler in die Karte
gebracht. Nach den diesseitigen, allerdings nur weit von See aus gemachten,
Beobachtungen liegt der Berg in der Karte No. 27 in 10° 35,5‘ N-Br und
83° 34‘ W-Leg.
Ueber die sonstigen Landmarken beim Ansegeln ist noch zu sagen, dass
der weiter im Innern liegende Höhenzug, mit dem Mount Cartago als höchstem
Berg, nur sehr selten zu sehen ist. Dagegen geben die Parasmina Hills und
die oben erwähnten, nordwestlich von Turtle Hill gelegenen Berge gute Marken.
Das Ansegeln der Rhede selbst, nachdem Punta Arenas ausgemacht ist,
hat keine Schwierigkeit. Die Etablissements der St. Juan - Dampfschifffahrts-
gesellschaft (Company works) bieten gute Peilungsobjekte. Die Häuser der
Stadt kommen erst sehr spät in Sicht. Vom 2. bis 3. April wurde ein Strom
von 1,1 Knoten nach SEzS gefunden.
Abweichend von dem Bericht in den „Ann. d. Hydr.“, 1878, pag. 408,
wurde der westliche Eingang zum Hafen von Greytown ganz versandet gefunden.
Der mittlere Eingang war passirbar für Kanoes und im östlichen war etwas über
1m Wasser. Mit den Schiffsbooten die Barre zu passiren, oder auf den Strand
zu laufen, war trotz des ziemlich ruhigen Wetters und mässigen Windes fast
unmöglich, wenigstens liefen sie die grösste Gefahr, zu kentern.
Der Ort hat im Ganzen nur geringen Handel, weil die Rhede sehr
unsicher und der Eingang nach dem Hafen zu schwierig zu passiren ist. Die
Dampfer der „Royal mail“ und der „Hamburg-Amerikanischen Gesellschaft“ laufen
hier an. Für den Besuch von Kriegsschiffen ist der Platz wenig geeignet, da
ein sehr mässiger nördlicher und östlicher Wind schwere See auf der Rhede
erzeugt, so dass die Lage der Schiffe sehr unsicher wird, und der Verkehr mit
dem Lande ein so schwieriger ist, dass die Heranschaffung der wenigen Artikel,
die hier zu haben sind, und sich nur auf Wasser und frischen Proviant be-
schränken, nicht gesichert ist.
Am 5. April verliess ich die Rhede unter Dampf, da fast gänzliche Wind-
stille war; erst am nächsten Morgen erhielt ich nördlichen Wind, der allmählich
bis NE ging, und setzte damit die Reise nach Colon fort, woselbst ich am
7. Aprıl Nachmittags ankerte.“
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Luise“, Korv.-Kapt. Schering.
Am 3. December 1878 verliess S. M. S. „Luise“, unter dem Kommando
des Korv.-Kapt. Schering, die Rhede von Wilhelmshaven, um sich auf die
ostasiatische Station zu begeben. Auf der Reise dahin berührte die „Luise“
die Häfen von Plymouth, Gibraltar, Malta, Port Said, Suez, Aden, Bombay,
Colombo auf Ceylon, Calcutta und Singapore, und traf am 30. April d. J. in
Hongkong ein.
Ueber die während der Reisen von Aden bis Bombay (im Februar 1879),
von Colombo bis Calcutta (im März 1879) und von da bis Singapore (Ende März
und Anfang April 1879) von Korv.-Kapt. Schering gewonnenen Reihentemperatur-
Messungen haben wir in diesen Annalen, Heft V, pag. 246—248, berichtet,
Die einzelnen Reisen selbst verliefen fast ganz den Segelanweisungen
und Windkarten entsprechend, mit Ausnahme der letzten Route von Singapore
bis Hongkong (17. bis 30. April 1879), auf welcher in dem südlichen Theile des
Chinesischen Meeres der SW-Monsun nicht anzutreffen war, wie nach den Segel-
anweisungen und Karten zu erwarten stand.
Während des Aufenthaltes der „Luise“ in Bombay (Februar 14—23) und
Calcutta (März 19—27) hatte Kapt. Schering Gelegenheit gefunden, nachstehende
Angaben über die beiden Hafenplätze Bombay und Calcutta zusammenzustellen.
1. Bemerkungen über Bombay.
„Ansegelung. Der Hafen von Bombay ist leicht anzusegeln. Das Feuer
von Prongs wurde auf 25 Sm gesehen. Die Einfahrt ist einfach und ohne
Gefahr, Die Annahme eines Lootsen ist erforderlich, um auf den richtigen