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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Reise von San Domingo nach Greytown und Colon im März und April 1879. 
„Am frühen Morgen des 23. März 1879 verlies „Hansa“ mit SWzS-Kurs 
die Rhede von San Domingo, um nach Greytown in See zu gehen; es geschah 
dies bei schwachem östlichem Winde, der im Durchschnitt bis zum 29. März so 
blieb, dann auf NNW ging und vom 29. zum 30. März zwischen NW und NEzN 
sprang, sehr flau, meist mit Stärke 1—2, nur in einzelnen Böen auffrischend. 
Am nächsten Tage (am 31. März) war er nördlich, Stärke 3—4, und vom 1. April 
des Morgens an wehten sehr veränderliche Winde, welche hin und wieder einen 
schwachen Land- und Seewind erkennen liessen. Seit dem 23. März regnete os 
sehr viel, und in der Nacht bemerkte man stets starkes Wetterleuchten am 
Horizont, 
Der Strom wurde auf dieser Reise in folgender Richtung und Stärke 
gefunden: 
Mittagsbesteck 
Strom 
Datum 
1879 
März 24 
» 25 
„ 26 
27 
28 
„ 831 
April ] 
Breite Länge 
Nord West 
17° 6 
16° 14‘ 
15° 34’ 
14° 50’ 
13° 48‘ 
i1° 15 
10° 46‘ 
71° 38‘ 
13° 18’ 
(4° 49’ | 
16° 32’ 
7° 55° 
1° 56‘ 
90 17° 
Stärke 
Richtung Sm 
in 24h 
573° W 
372° W 
583° W 
N 62° W 
NV 68° W 
533° W 
525° W 
15,6 
2 | 
26 
24,5 
12 
77 
DI 
Am 31. März Mittags befand sich das Schiff in 11° 15’ N-Br und 
81° 56‘ W-Lg. Nach den Segeldirektionen soll hier ein starker südlicher Strom 
laufen. Nach astronomischen Ortsbestimmungen war jedoch von Mittag bis 
Abends 6 Uhr kein Strom zu bemerken. Trotzdem setzte ich den Kurs 
ungefähr 20 Sm nördlich von Greytown, befand mich aber am nächsten Mittag 
in 10° 46,5‘ N-Br und 83° 16,9‘ W-Lg. Dies ergab einen Strom von S 25° W 
28 Sm. Angenommen dass der südliche Strom Abends um 6 Uhr am 31, März 
einsetzte, so ergiebt dies einen Strom von 1,5 Knoten stündlicher Geschwindig- 
keit. Am Abend des 1. April ankerte ich an der Küste vor dem Eingang des 
Rio Colorado, da ich bei dem flauen Winde weder die Rhede von Greytown er- 
reichen, noch mich gegen den starken Strom halten konnte. Während der Nacht 
angestellte Strombeobachtungen ergaben einen Strom von 1,5 Knoten Stärke 
nach SzW, 
Am 2, April Morgens ging ich bei leichtem Landwinde unter Segel und 
versuchte unter der Küste aufzusegeln; der Wind ging jedoch bald wieder nörd- 
lich und blieb flau, so dass ich am nächsten Morgen durch den Strom weit nach 
Süden versetzt war. Ich machte deshalb in zwei Kesseln Dampf und ankerte 
am Nachmittag des 3. April auf der Rhede von Greytown. ; 
Die beste Marke südlich von diesem Platz ist der Turtle Bogue Hill, ein 
einzelner Berg von 150m Höhe, 22 Sm südlich von Punta Arenas, dicht an der 
Küste gelegen, Die englische Admiralitäts-Karte No. 763 (Tit. VII, No. 136) giebt 
jedoch die Lage dieses Hügels gänzlich falsch an, die Karte No. 1579 (Tit. VII, 
No. 27) gar nicht. Dieser Fehler scheint auf folgende Weise entstanden zu sein: 
Die Karte Tit. VII, No. 27 ist, aller Wahrscheinlichkeit nach, nach den Original- 
vermessungen gezeichnet, und war darin der Zurtie Bogue Hill eingezeichnet. Durch 
den häufigen Abdruck der Karte bei einer grossen Auflage ist jedoch die Zeich- 
nung des Berges auf der Karte verschwunden und nur der Name, der kräftiger 
gedruckt ist, stehen geblieben, ebenso wie dicht dabei der Name des Rio Tortuga 
steht, während die Zeichnung des Flusses selbst fehlt. Die Karte Tit. VII, No. 136 
ist, wie es scheint, unter Benutzung der ersterwähnten Karte zusammengestellt 
and hat der Zeichner, der den Namen Turtle Bogue Hill, aber nicht den zu- 
gehörigen Berg fand, den 10 Sm nordwestlich davon weiter im Lande liegenden 
Höhenzug dafür genommen, und, da dies eine grössere Anzahl Berge, den Namen 
Ann. d. Hydr., 1879, Heft VII (August).
	        
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