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Das englische Schiff „Staford“, Kapt. Jones, passirte am 20. Soptember
1878 Kap Horn und traf etwa 130 Sm ostwärts der Falklands-Inseln 10 Eis-
berge an.
Kapt. Gundersen vom Schiffe „Helge“ berichtet: Passirten Kap Horn
am 9, Oktober 1878 und erblickten am 10. mehrere Eisberge, Mit Tagesanbruch
am 12, Oktober sah man Eisberge und Eisfelder in allen Richtungen; als es
Mittags etwas aufklarte, wurden deren nicht weniger als 83 gezählt, Kinigo
Berge hatten eine sichtbare Höhe von 180m. Das Pack- und Treibeis war zu
Zeiten so dicht, dass es nicht möglich war, vor demselben stets rechtzeitig
auszuweichen. Das Schiff erlitt durch Kollision mit Eis Schaden am Steven
und verlor das Wasserstag. Der Standpunkt des Schiffes war Mittags in
54,7° S-Br und 54,0° W-Lg. Um 5 Uhr Nachmittags gelangte „Helge“ in
etwas freieres Wasser, nachdem bis dahin im Laufe des Tages vielleicht 400
Eisberge geschen worden waren. Vom 13. bis 18, Oktober wurde noch an
jedem Tage Eis gesehen; das letzte beobachtete man in 48° S-Br und 47° W-Ly.
Die auf der Heimreise von Tahiti nach Hamburg bogriffene Klsflether
Bark „Frank Wilson“, Kapt. F, Picken, befand sich am 29, Oktober 1878 in
56° S-Br und 63,1° W-Lg, als sie den ersten Eisberg erblickte. Dio Wasser-
tomperatur, welche 16 Stunden vorher 10,5° C, betrug, war kurze Zeit vor dem
Erblicken des Eises von 7,5° U. auf 6,9° C. gesunken. Am 31. Oktober sah
man in 54,5° S-Br und 56,8° W-Lg zuerst sechs Eisberge von ungefähr 90m
Höhe, Später, als es recht sichtig wurde, sah man am Horizonte von NNO
bis SO eine ununterbrochene Linie von Kisbergen, durch welche hindurch zu
kommen anscheinend keine Aussicht war. Ks wurde deshalb längere Zeit
nach Nordwesten gesteuert. Am 2, November wurden in 52,53° S-Br und 56,1°
W-Lg wieder viele grosse Eisberge erblickt. Die Wasserwärme war hier 4,7° C.
Am 3 November sah man in 49,6° S-Br und 53,7° W-Lg, bei einer Moeercs-
temperatur von nur 2,8° C., nochmals Eisberge und Schollen; am 4. November
gerleth die Bark endlich in 47,5° S-Br und 50,9° W-Lg in Sicht des letzten
Kises. Es waren zwei Berge, die man erblickte; die Temperatur des Meeorcs
betrug hier 40° €.
Kapt. Breuss von der Hamburger Bark „7halassa“ borichtet über
mehrere grosse KEisberge, welche Ende December 1878 auf der zwischen
53° S-Br in 52° W-Lg und 504° S-Br in 47,0° W-Lg liegenden Strecke an-
getroffen wurden,
Ferner veröffentlicht Kapt, Pauls vom Hamburger Schiff „Lammershagen“
einen Bericht, der Kunde über das Anireffen von Kis giebt. Am 26. Januar
1879 beobachtete man in 56,2° S-Br und 61,7° W-Lg einen schr grossen Kis-
berg, dessen Höhe auf über 150m geschätzt wurde. Ferner erblickte man am
31, Januar in 49,8° S-Br und 48,8° W-Lg einen Eisberg und am Morgen des
L. Februar noch einen dritten,
Der letzte Fall ist dor des Schiffes „Marathon“, welches am 8. April 1879
den Parallel von 50° Süd in dem’ ungewöhnlich weit nach Osten liegenden
Punkte von 38° W-Lg überschritt nnd dort einen 120m hohen und 240m breiten
Eisberg antraf. In ostsüdöstlicher Richtung von demselben, bis auf cine Knt-
fernung von 4 Sm hin, trieben Schollen.
Al dieses Eis wurde von ostwärts sogelnden Schiffen angetroffen, nur
zwei Fälle sind bis jetzt bckannt, dass nach Westen bestimmte Schiffe in dieser
Zeit hier Eis antrafen. Kunde von dem einen brachten deutsche Zeitungen.
Kin englisches, auf einer Reise von Liverpool nach Honolulu bogriffenes Schiff
wurde durch Kollision mit Eis derart beschädigt, dass es in sinkendem Zustande
von der Mannschaft verlassen werden musste, Und ausserdem traf die schon
erwähnte, damals auf der Ausroiso begriffene, Bark „Frank Wilson“ schon am
29, April 1878 in 56,4° S-Br und 65,3° W-Lg einen hohen Eisberg und Schollen
an. Dieser Fall gehört jedoch nicht zu dem in diesem Artikel behandelton
Zeitraum von 1878 auf 1879.
Vergleicht man diese eben angeführten Fälle mit den entsprechenden
Angaben des, in der „Twelfth Number of Meteorological Papers“ veröffentlichten,
allc bis zum Juli 1862 bekanute Berichte umfassenden Verzeichnisses über in
südlichen Meeren angetroffenes Eis, so überrascht die grosse Zahl der ersteren.
Denn sucht man in jener Liste alle Berichte auf, nach denen Kis in dem