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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Es kann daher, wenn Nebelsignale vermittelst Raketen an der deutschen 
Küste irgendwo eingerichtet werden, nur empfohlen werden, dieselben in nicht 
grösseren Zwischenräumen, als höchstens 5 Minuten zwischen je zwei Signalen 
abzugeben, um so mehr, als cin Hinderungsgrund in der Handhabung der Raketen 
nicht vorhanden ist. 
Schliesslich sei hier bemerkt, dass der Preis der „Trinity House“- Rakete 
mit 4 Unzen Baumwollenpulver-Ladung mit Stock und allem Zubehör 1 Schilling 
9 Pence beträgt; von der Pulverfabrik zu Walsrode werden Raketen mit einer 
dem Baumwollenpulver ähnlichen Ladung Tonyt mit A 1,80 mit Kiste und 
Verpackung franko Walsrode angeboten. 
Eisverhältnisse im südwestlichsten Theile des Südatlantischen 
Oceans für 1878—1879, 
Von Herm., Haltermann. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Unbekannte aussergewöhnliche Ursachen bewirkten während des letzten 
Quartals des Jahres 1878 und der ersten Monate des Jahres 1879 eine solche 
Auhäufung von Treibeis im südwestlichsten Theile des Südatlantischen Oceans, 
dass die meisten der damals diesen Meerestheil auf nordöstlichem Kurse durch- 
segelnden Schiffe in die Nähe von Eis geriethen. Mehrere der für die Seewarte 
yeführten meteorologischen Journale bringen Berichte über damals gesehene 
Eisberge, und wird im Folgenden eine kurze Wiedergabe derselben veröffentlicht. 
Kapt. C. Schade von der Hamburger Bark „Saturnus“ erblickte am 
4. Oktober 1878 in etwa 50,7° S-Br und 50° W-Lg fünf Eisberge, deren Höhe 
über dem Meere zwischen 15 und 50m betrug. 
Die von Kapt. H. Beenke geführte Elsflether Brigg „Gemma“ kam am 
16. Oktober 1878 in 50,7° S-Br und 51,4° W-Lg in die Nähe eines grossen 
Eisberges. Kapt. Beenke schätzte dessen Erhebung über der Meeresoberfläche 
auf 90m, Man passirte ihn in einer Entfernung von 5 Sm. Die Wasser- 
temperatur, welche im Laufe des Tages nur Schwankungen von 0,5° C, zeigte, 
betrug zur Zeit 4° C, 
Kapt. N. Koop, Führer der Rostocker Bark „Ceres“, sah am Abend 
des 13. November 1878 in 49,4° S-Br und 52,8° W-Lg einen ungefähr 60m 
hohen Eisberg, und bei Tagesanbruch des 14. November in 48,8° S-Br und 
52,5° W-Lg einen zweiten, dessen Erhebung über dem Meer durch Messung auf 
mehr als 60m bestimmt wurde. Bis auf 1 Sm Entfernung vom Eisberge trieben 
einzelne Schollen, In der Temperatur des Meeres fand keine Veränderung 
statt; dieselbe war 4,5° €. 
Kapt. F. Eggers von der Stralsunder Bark „Eugen“ sah zuerst Eis am 
17. November 1878 in 56,4° S-Br und 57,5° W-Lg. Es war ein grosser zackiger 
Berg, dessen Höhe etwa 35m und dessen Durchmesser 140m betrug. Man 
passirte ihn in etwa 7 Sm Entfernung und beobachtete keine Veränderung in 
der, 4,5° C. betragenden Mecrestemperatur. Am Morgen des 18. November 
wurde in 55° S-Br und 52,4° W-Lg wieder ein Eisberg gesehen und am Schlusse 
des Tages in ungefähr 53,5° S-Br und 50,5° W-Lg gerieth das Schiff ganz 
nahe an eine sehr grosse Eismasse, welche Kapt. Eggers als ein Eisgebirge 
beschreibt. Die Wasserwärme sank jetzt auf den Gefrierpunkt. Bei Tages- 
anbruch am 19. November, in 52,6° S-Br und 49,3° W-Lg, sah man wieder 
mehrere Eisberge; kleinere Stücke, die kaum Im über der Wasseroberfläche 
hervorragten, befanden sich in unmittelbarer Nähe des Schiffes. Im Laufe des 
Tages wurden noch verschiedene Eisberge passirt. Am 20. November beobachtete 
man in 49,5° S-Br und 45,8° W-Leg das letzte Eis, dessen sichtbare Höhe durch
	        
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