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Die Nebelsignalstation auf Wangeroog hatte am Morgen desselben Tages
Befehl erhalten, die Sirene um 6* p. m. anzublasen; der Kurs wurde direkt auf
diese Station genommen, die einzelnen Signale jedoch erst in einer Entfernung
von 3,5 Sm, und zwar gleich von Beginn an, gut gehört. Dass die Signale
nicht früher gehört wurden, erklärt sich durch den Umstand, dass der Wärter
in Erwartung, der Dampfer werde aus der Jade kommen, das Schallrohr auf
Schillighörn, also landeinwärts, gerichtet hatte und erst, als er seinen Irrthum
gewahr wurde, dasselbe seewärts richtete.
Die automatische Boje wurde auf einer Entfernung von 2—3 Sm trotz
der ganz geringen Bewegung im Wasser gleichfalls gut gehört, ebenso die
Glockenboje, jedoch nur in einer Eutfernung von 0,/ Sm.
Gegen 8% Abends wurde unter Wangeroog geankert.
Im Laufe des 22. Mai wurde die vorerwähnte angeordnete Vergrösserung
der Riemenscheibe der westlichen kalorischen Maschine unter Leitung des
Maschinen-Unter-Ingenieurs Ballauf ausgeführt und bis 2* p.m. vollendet, und
konnte der beabsichtigte Erfolg sofort an Ort und Stelle konstatirt werden,
insofern der Ton der Sirene mit der vergrösserten Riemenscheibe ungleich voller
und reiner-war, als der mit der bisherigen kleinen Riemenscheibe, Dieselbe
Erfahrung wurde auf den einzelnen Beobachtungsstationen gemacht.
Bei der Beobachtung des Ganges der beiden Maschinen ergab sich, dass
die: westliche kalorische Maschine nur 56, die östliche Maschine dagegen
66—68 Umdrehungen in der Minute machte. Nach Mittheilung des Ingenieurs
Ballauf ist diese Verschiedenheit im Gange der Maschinen auch bereits früher
konstatirt worden, und wird es einer kleinen Vorkehrung am Regulator bedürfen,
am derselben abzuhelfen, da vorschriftsmässig nur 58—60 Umdrehungen gemacht
werden sollen, um die für eine günstige Wirkung der Sirene erforderliche
Anzahl von rot. 900—1000 Umdrehungen der Sirenenwelle zu erzielen.
Es ist hier gleich noch zu erwähnen, dass die Achse des Schallrohres der
Sirene während der ganzen Versuche auf das Feuerschiff „Weser“ gerichtet
war, d. h. sich in der Mittellinie .des Hauptwirkungsfeldes derselben nach See
zu befand.
Nachdem im Laufe des Nachmittags des 22. Mai die nothwendigen Ein-
richtungen für das Abfeuern der Raketen getroffen waren, ging der Lootsen-
dampfer „Wilhelmshaven“ gegen 7% Abends in See und steuerte auf den für
die erste Reihe der Beobachtungen für ihn bestimmten Platz in N!/2W von
Wangeroog-Leuchtthurm, 4,7 Sm Abstand.
Die Reihenfolge für die einzelnen Signale, welche mit Zwischenräumen
von je 2 Minuten zwischen zwei Signalen abgegeben werden sollten, wurde,
wie folgt, festgesetzt.
Für die erste Reihe:
a) Sirene mit der kleinen Riemenscheibe; b) Geschütz; c) „Trinity House“-
Raketen; d—g) Raketen von bezw. 100, 125, 150, 250gr; h) Sirene mit der
vergrösserten Riemenscheibe.
Die zweite Reihe hatte in umgekehrter Folge stattzuhaben. Die Station
des „Wilhelmshaven“ befand sich während der letzteren in NzW5A4W 6,2 Sm
Abstand von Wangeroog-Leuchtthurm.
Die Beobachter auf den einzelnen Stationen waren mit der Reihenfolge
unbekannt, um so das Urtheil so objektiv wie möglich zu erhalten, Kine
genaue Uhrvergleichung hatte allseitig stattgefunden, so dass hierdurch nach
Beendigung der Versuche die richtige Zusammenstellung der einzelnen Resultate
gesichert war.
An Bord des „Wilhelmshaven“ wurden die Signale von 5 Beobachtern
notirt, welche während der Dauer der Versuche nicht mit einander verkehren
durften. Die Abgabe der Signale erfolgte programmmässig, und wurde das Pro-
yramm als zweckentsprechend anerkannt und für die Fortsetzung der Versuche
beibehalten.
Die Vergleichung der Notirungen der fünf Beobachter an Bord des
„Wilhelmshaven“ über das Ergebniss zeigte eine merkwürdige Uebereinstimmung,
wie eine solche kaum zu erwarten gewesen, und kann dies als Beweis dafür
gelten, dass die gewählte Abstufung für die Hörbarkeit der Signale eine zweck-
entsprechende und richtige war.