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Auch im Mittelmeere wehten anfänglich noch günstige Winde, schon am
15. Januar befand man sich in der Bucht von Genua in geringer Entfernung
vom Bestimmungshafen, Hier aber hielt stürmischer NNE-Wind das Schiff
noch längere Zeit fest, und erst am 21, Januar gelang es den Hafen von Genua
zu erreichen. Es waren bis dahin 39 Tage verflossen, seit „Joe Rauers“ von
Savannah in See ging.
14. Reise der eisernen Hamburger Bark „Peter Godeffroy“ Kapt. H. W. Wendt.
Die von Hamburg nach Port Adelaide bestimmte Bark „Peter GO
befand sich am 25. Juni 1877 unweit Lizard, Mit schr leichten, veränderlichen
Winden suchte man von hier nach Süden zu gelangen. Am 6. Juli überschritt
die Bark den Parallel von 40° Nord in 14,3° W-Lg; eine geringe Strecke
südlich von diesem Punkt, in 38,9° N-Br, kam östlicher Wind durch, der allem
Anschein nach der Anfang des NE-Passats war. Mit diesem Winde kreuzte
man 30° N-Br in 20° W-Lg am 11. Juli, 20° N-Br in 25,5° W-Lg am 16. Juli
und 10° N-Br in 26° W-Lg am 22. Juli. Der Passat, welcher zwischen 26°
und 17° N-Br am kräftigsten wehte, wurde in 12° N-Br ganz flau und hatte
seine äquatoriale Grenze in 8,6° N-Br. Stetigen SW-Monsum fand „Peter
Godeffroy“ nicht; die südlichen Winde, welche im Süden des NE-Passats
herrschten, waren leicht und veränderlich. Die östliche Strömung war dagegen
ziemlich stark und regelmässig und betrug täglich etwa 12 Sm. Schon in
6,5° N-Br und 22,5° W-Lg kam ein frischer Wind aus Süd, der beginnende SE-
Passat, durch. Mit demselben lag Kapt. Wendt anfänglich noch ostwärts, bis
6,2° N-Br in 20,3 W-Lg erreicht war, dann wurde gewendet. Schr. bald lief
der Wind jetzt auch raumer, und am 31. Juli wurde in 25° W-Lg die nördliche
Halbkugel verlassen. Die Reisedauer von Lizard her betrug 36 Tage,
Im Südatlantischen Ocean kreuzte „Peter Godeffroy“ 10° S-Br in
30,2° W-Lg am 4. August, 20° S-Br in 32,8° W-Lg am 9, August und 30° S-Br
in 17,3° W-Lg am 22. August. Der SE-Passat, welcher bis nach 21° S-Br
hin‘ ziemlich kräftig wehte, wurde südlich von dieser Breite flau, und länger
als eine Woche herrschte dann ganz leichter östlicher Zug. Beständigen West-
wind fand „Peter Godeffroy“ erst südlich von 32° S-Br; dieser führte das Schiff
dann rasch zum ersten Meridian. Am 27. August, 27 Tage später, als man
die Linie passirt hatie, segelte man in 38,8° S-Br in östliche Länge über.
Nachdem der Parallel von 40° Süd in 12° O-Lg überschritten worden war,
wurde noch weiter Süd angeholt bis 42° S-Br und dann recht nach Osten ge-
steuert. Oestlich von 80° Ost, welcher Meridian am 22. September in 40,7° S-Br,
also 25% Tage nach Ueberschreitung des ersten Meridians gekreuzt wurde,
schlug Kapt. Wendt wieder einen etwas nördlicheren Kurs ein. Am 27, Sep-
tember war „Peter Godeffroy“ wieder nach 40° S-Br in 99° O-Lg gekommen,
und von’ dieser Zeit an hielt das Schiff sich in der Nähe des letzteren Parallels.
Die Winde, welche beim Ablaufen der Länge angetroffen wurden, waren ihrer
Richtung nach vorherrschend günstig, nur häufig nicht stark genug für eine
rasche Fahrt. Heftige Stürme wurden nicht angetroffen. Am 5. October passirte
„Peter Godeffroy“ in 40,1° S-Br. die Länge des Kap Leeuwin.. Oestlich von
derselben beobachtete man vorherrschend nördliche Winde; erst als die Bark
ihrem Bestimmungsplatz schon ziemlich nahe gekommen war, wurden dieselben
durch stürmischen Westwind verdrängt. Am 14. Oktober kam die Kängurw-
Insel .in Sicht und durch die Znvestigator-Strasse segelnd, erreichte „Peter
Godeffroy“ am nächsten Tage nach 112 tägiger Reise von Lizard ab den Hafen
von Port Adelaide.
Von diesem Platze versegelte die Bark am 8. November nach Sydney,
und erreichte diesen Hafen am 20. November nach 12 tägiger Fahrt. Kreuzend
gegen südlichen Wind, war man gleich nach der Abfahrt zwei Tage aufgehalten
worden; darauf kam mässiger SW-Wind durch, mit welchem am 15. November
die Bass-Strasse passirt wurde. In etwa 152° O-Lg drehte sich der Wind
durch Süd nach Ost und behielt diese Richtung, bis die Bark in den Hafen
gekommen war. .
; Sydney wurde am 8. December wieder verlassen, um nach Apta weiter
zu segeln. Mit den östlichen Winden, die schon am’ dritten Tage der Reise
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