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und 19,5° W-Lg verliess der Schoner am 19. Mai den Passat. Man fand gleich
südlich desselben leichte südwestliche Winde, welche, in 7,8° N-Br und 18° W-Lg
mehrere Tage lang durch Mallung und Stille unterbrochen, „Margaretha Gaiser“
bis zum 11. Juni nach der Rhede von Lagos führten.
5. Reise des Papenburger Schoners „Lili“, Kapt. A. Bette,
In den ersten Tagen des Februar 1878 verliess der nach Porto Alegre
bestimmte Schoner „Lil“ die Elbe-Mündung. Heftige Stürme und Gegenwinde
verzögerten die Fahrt durch die Nordsee derart, dass erst am 20. Februar der
Kanal erreicht werden konnte. Auch hier traf man noch keine günstigere
Gelegenheit; Kapt. Bette entschloss sich daher, Schutz suchend in Plymouth
oinnen zu laufen. Am 8. März ging „Lili“ bei hartem NW-Winde wieder in
See, und am Abend desselben Tages passirte man Lizard. Am 12. März kam
leichter östlicher Wind durch, der bald nachher auffrischte und „Lili“ in kurzer
Zeit in die Breite von Madeira führte. Am 21, März war man dahin gelangt,
traf dann mehrere Tage hindurch anhaltende Mallung und überschritt am 24. März
den Parallel von 30° Nord in 20,8° W-Lg. An demselben Tage setzte der
Passat ein, „Lit“ kreuzte darauf 20° N-Br in 25° W-Lg am 30. März und
10° N-Br in 26° W-Lg am 3. April. Der Passat wehte am frischesten zwischen
22° und 11° N-Br. Die äquatoriale Passatgrenze lag am 6. April in 4,2° N-Br
and 25° W-Lg. Der Uebergang in den SE-Passat vollzog sich leicht, nur einen
Tag hindurch war der Wind flau und unbeständig aus nordöstlicher Richtung,
lann setzte in 2,8° N-Br der SE-Passat wieder ein. Am 10. April befand das
Schiff sich in 28,9° W-Lg auf dem Aequator, 33 Tage später, als man Lizard
gesehen hatte.
Im Südatlantischen Ocean erreichte der Schoner 10° S-Br in 33° W-Lg
am 15. April, 20° S-Br in 37,5° W-Lg am 20. April und 30° S-Br in 47,2° W-Lg
am 26. April. Der Passat wehte nur bis 17,5° S-Br beständig. Südlich von
dieser Breite beschrieb der Wind in langsamer rechtlaufender Drehung mehrere
Male den Rundlauf durch alle Striche des Kompasses. In 32° S-Br überstand
„Lili“ nahe an der Küste Brasilien’s einen heftigen Pampero. Einige Zeit vor
Eintritt desselben herrschte ganz leichter nordnordöstlicher Wind. Nachdem
der Himmel dann ein sehr drohendes Aussehen angenommen und es längere Zeit
in NW und SW geblitzt hatte, erhielt man die ersten heftigen Windstösso aus
WNW und West; der stürmische Wind lief später um nach SW und wehte am
30. April aus SSE als voller Sturm. Am 3. Mai ankerte „Lili“ ausserhalb der
Barre bei Rio Grande; die Reisedauer vom Kanal bis hierher betrug 56 Tage.
Am 20. Juli trat das Schiff frachtsuchend eine Reise nach Pernambuco
an. Bei heftigen westlichen Winden steuerte man während der ersten drei Tage
sinen ONO-Kurs, der „Lili“ nach 28,4° S-Br in 42,5° W-Lg führte. Hier kamen
nordöstliche Winde durch, die am 26. und 27. Juli stürmisch wehten, dann aber
wieder durch westliche Winde verdrängt wurden. Am 31. Juli, als „Lili“ sich
in 25° S-Br und 35° W-Lg befand, drehte der Wind sich durch Süd nach SSE
und wurde zum frischen Passat. Dieser Wind führte in kurzer Zeit das Schiff
ans Ziel; am 7. August wurde die Aussenrhede von Pernambuco erreicht.
Da auch in Pernambuco die Frachten sehr schlecht waren, segelte „Lili“
nach Ceara weiter, Hier wartete das Schiff 53 Tage, musste dann aber auch
diesen Platz unverrichteter Sache in Ballast verlassen. Der nächste Bestimmungs-
platz war St. Thomas. Auf der Reise dahin kreuzte man am 6. Oktober die
Linie in 42° W-Lg. Ganz auffallende Windverhältnisse wurden von „Lili“
zuf der nördlichen Halbkugel angetroffen. Bis etwa 7° N-Br in 47° W-Lg
begleitete der SE-Passat das Schiff, dann drehte der Wind sich, ohne dass
Windstille eintrat, durch Süd nach SW und West. Mit westlichen, oft von
gewitterhaften Erscheinungen begleiteten Winden überschritt man darauf 10° N-Br
in 49,3° W-Lg am 13. Oktober und erst, als man nach 16,2° N-Br in 50,4° W-Lg
zekommen war, setzte leichter Passat ein, der „Lili“ dann bis zum 28, Oktober
in den Hafen von St. Thomas brachte. An diesem Platze glückte es dem
Kapitän, sein Schiff für eine Reise über Belize nach Europa zu verfrachten.
Von ziemlich günstigem Passat geführt, vollendete „Lili“ die Reise nach
Belize in 10 Tagen. Man befand sich am 7. November in Sicht des auf der