accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

851 
darauf, ob dabei Länge verloren oder gewonnen wurde. Am 16. November 
stand „Asante“ in 0,7° N-Br und 3,5° O-Lg, und von dieser Zeit an wurden 
30 hoch südliche Winde angetroffen, dass es nicht mehr erforderlich war, ost- 
wärts zu liegen. Mit der Veränderung des Windes trat auch eine Veränderung 
der Strömung ein. Man hatte zwar auch vorher nur geringen Oststrom beobachtet, 
von jetzt.an aber machte eine günstige westliche Strömung an jedem Mittag 
ihre Wirkung sichtbar. Am 18. November kreuzte „Asante“ den Meridian von 
Greenwich und gleichzeitig den Aequator; eben südlich davon lief man westwärts 
bis 17° W-Lg und ging dann am 25. November wieder zur nördlichen Halb- 
kugel über. Mit dem anhaltenden Passat wurde indessen auch fernerhin noch 
nahezu West gesteuert und erst in 24,2° W-Lg und 1,6° N-Br schlug man 
einen nördlichen Kurs ein. Auf aussergewöhnliche Verhältnisse traf „Asante“ 
beim Uebergang aus einem Passatgebiet in das andere. Bis 8,9° N-Br in 
25,5° W-Lg, also in Anbetracht der Jahreszeit sehr weit nach Norden, wurde 
das Schiff von südöstlichem Winde begleitet, und die folgenden Windstillen 
erreichten erst in 12,7° N-Br und 27° W-Lg am 13. December ihr Ende, Der 
folgende NE-Passat war sehr flau und unregelmässig — eine Erscheinung, die 
ebenfalls den gewöhnlichen Zuständen der Jahreszeit nicht entspricht. Die Reise 
wurde dadurch sehr verlängert, — gebrauchte doch die Brigg, um von 19° N-Br 
nach 21,5° N-Br zu kommen, nicht weniger als sechs Tage. Am 28. December, 
als man sich in 26,6° N-Br und 34,8° W-Lg befand, verliess „Asante“ das 
Passatgebiet; an diesem und dem folgenden Tage veränderte der Wind recht- 
drehend seine Richtung von Ost nach SW. Von westlichen Winden geführt, 
gelangte „Asante“ nach 30° N-Br in 34° W-Lg am 31. December, nach 40° N-Br 
in 30° W-Lg am 6. Januar 1879. Die westlichen Winde, welche die Brigg 
ganz bis in den Kanal begleiteten, brachten auffallend ruhiges Wetter; am 
9. Januar in 44,5° N-Br und 22° W-Lg erlebte man den einzigen Sturm der 
ganzen Reise. Der Luftdruck nahm dabei bis zu 746,8mm ab. Am 15. Januar 
erreichte „Asante“ bei mässigem Westwinde den Meridian von Lizard nach 
einer Reise von 73 Tagen. 
2. Reise der Hamburger Bark „Albatros“, Kapt. P. Koppelmann. 
Am 4. December 1877 verliess die nach Arica bestimmte Hamburger 
Bark „Albatros“ die Elbe-Mündung. Stürmische Gegenwinde hielten das Schiff 
30 lange Zeit in der Nordsee und dem Kanal zurück, dass es sich erst am 
25. December in 47° N-Br und 9,2° W-Lg befand. An diesem Tage begann 
Kapt. Koppelmann die Führung des meteorologischen Journals. Umlaufende 
westliche Winde führten „Albatros“ von hier bis zum 1.Januar 1878 nach dem 
Parallel von 40° Nord in 16,3° W-Lg. Eben südlich desselben ‘drehte. der 
frisch wehende Wind sich durch Nord nach NE, und schon am 5, Januar über- 
schritt man 20,9° W-Lg in 30° N-Br.. Im eigentlichen Passatgebiet fand 
„Albatros“ flauere Winde, mit denen keine rasche Fahrt zu erzielen war; man 
erblickte am 11. Januar die Insel San Antonio und überschritt am 18, Januar 
in 3,1° N-Br und 23° W-Lg die äquatoriale Grenze des Passats. Gerade zwei 
Tage waren erforderlich, um den Stillengürtel zu durchsegeln; am 20. Januar 
setzte in 1,8° N-Br und 22,5° W-Lg der SE-Pdssat ein, der am folgenden Tage 
in 23,8° W-Lg „Albatross“ über den Aequator führte, Die‘ Reisedauer von 
Lizard bis hier betrug 30 Tage. 
Auf der südlichen Halbkugel brachte‘ der in mässiger Stärke wehende 
Passat die Bark bis zum 27. Januar nach 10° S-Br in 33° W-Lg, bis zum 
31. Januar nach 20° S-Br in 36° W-Lg und bis zum 5. Februar nach 30° S-Br 
in 43,3° W-Lg. Schon in 21° S-Br lief der Wind nordöstlich und :hielt sich, 
ganz beständig wehend, so lange in dieser Richtung, dass man mit ihm fast 
30° S-Br erreichte, Am 12. Februar kreuzte „Albatros“ 40° S-Br in 53° W-Lg; 
am folgenden Tage erlebte man den ersten Sturm auf südlicher Breite; derselbe 
wehte aus NW und war nicht von langer Dauer. Später folgten veränderliche 
Winde von geringer Stärke, mit denen es erst am 22. Februar gelang, 50° S-Br 
in 65,8° W-Lg zu überschreiten. Um diesen Ort von der Linie her zu erreichen, 
waren 32 Taye erforderlich gewesen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.