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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Aus den Reiseberichten der Bremer Bark „Pallas‘“, Kapt. D. Balleer. 
Reise von Newcastle (N.-S.-W.) bis Singapore. Mai bis Juli 1878. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Die Bark „Pallas“ verliess am 7. Mai 1878 Newcastle (Neu-Süd- Wales), 
nach Singapore bestimmt. Während der ersten drei Tage der Reise herrschte 
fast völlige Windstille. Mit dem alsdann auftretenden südlichen Winde wurde 
am 12, Mai 27° 24‘ S-Br und 156° 29‘ W-Lg erreicht. Die Strömung betrug 
bisher etwa 1 Sm die Stunde nach WNW, von hier an bis 19° S-Br und 
156° O-Lg etwa Yı Sm die Stunde nach WzN. An dem letzterwähnten Orte 
wurde der SE-Passat getroffen, und schwankte nun die Strömung zwischen 
U und 1!/2 Sm die Stunde nach nahezu westlicher Richtung. Bei der Woodlark- 
Insel wurde ein Strom yon 72 Sm im Etmal nach SzE*%/4E und alsdann bis zur 
Südspitze von Neu-Irland fortwährend südliche und südöstliche Strömung in 
der Stärke von 30—50 Sm das Etmal gefunden, während dabei leichte nordwest- 
liche Winde vorherrschten, Am 31. Mai wurde Kap St. George passirt. Am 
4. Juni frischte der Wind aus südlicher Richtung auf, und entschloss sich der 
Kapt. Balleer daher, die Route durch den St. George - Kanal zu nchmen, 
während er früber beabsichtigt hatte, zwischen Neu-Guinea und Neu-Britannien 
durchzugehen. Ein am 1. Juni angesprochenes englisches, nach Shanghai be- 
stimmtes Schiff hatte Sydney schon am 27. April verlassen, also eine noch 
längere Reise gehabt, als die „Pallas“. 
Am 5. Juni wurde die Duke of York-Insel im St. George-Kanal passirt, 
woselbst an der Südküste in einer Bucht östlich von der SW-Spitze derselben 
eine deutsche Bark ankerte. In Findlay’s „South Pacific Directory“ (1871) ist 
dieser Ankerplatz nicht erwähnt; daselbst ist nur ein solcher an der NW-Küste 
verzeichnet (s. a. a. O0. pag. 696). 
Auf etwa 6° S-Br wurden grosse Mengen von Bimsstein aufgefischt, die 
wohl von submarinen Vulkanen herrühren; auch sah man an mehreren Stellen 
im St. George - Kanal das Wasser dampfen und zischen; eine derartige Stelle 
passirte die „Pallas“ in unmittelbarer Nähe. Der Strom scheint zwischen 
diesen Inseln noch längere Zeit nach östlicher Richtung gesetzt zu haben, denn 
erst am 14. Juni wurde eine mässige Versetzung nach westlicher Richtung 
beobachtet. 
Am 12, Juni Vormittags passirte die „Pallas“, nach der Meinung ihres 
Kapitäns ganz in der Nähe, ein Riff. Derselbe glaubt durchaus nicht, dass er 
sich durch Fische oder andere schwimmende Objekte habe irre leiten lassen, da 
das Riff ganz deutlich an zwei Stellen eine halbe Stunde hindurch unverändert 
sichtbar geblieben sei. Die See war ruhig, und musste das Riff nur wenige 
Fuss unter Wasser liegen. Durch Kreuzpeilung von Vulkan - Insel und Lesson 
wurde die Position dieses muthmaasslichen Riffes relativ recht scharf zu 
3° 37’ S-Br und 145° 40‘ O-Lg bestimmt. Am 9. Juni seizte der Ost-Monsun 
mit heftigem Regen, Mallung und gelinden Böen ein. 
Bei den Stephens - Inseln, deren Position in der Western Pacific- Karte 
von 1877 sehr genau niedergelegt zu sein scheint, fand die „Pallas“ den Strom 
WzS 12 Sm im Etmal. Am 19. Juni passirte die „Pallas“ Point Lamarche der 
Waygieo - Insel, wo leichter südöstlicher Monsun mit 20—30 Sm im Etmal 
WNW-Strom gefunden wurde. 
Wegen der starken nördlich setzenden Strömung und des südlichen 
Windes konnte die Dampier - Strasse nicht erreicht werden; in der daher ge- 
wählten Gilolo-Passage setzte der Strom wieder WNW etwa 20 Sm das Etmal. 
Von den alsdann von Bord der „Pallas“ aus gesichteten Inseln Wyang 
und Syang ist die erstere hügelig und etwa 30 Sm weit sichtbar, die letztere 
dagegen nur etwa 15m hoch und nur etwa 15 Sm weit sichtbar. Von der 
Geby-Insel bis zur Westspitze von Bouro herrschte westlicher Wind und östliche 
Strömung, letztere 12 bis 24 Sm im Etmal. 
Am 29. Juni kam frischer Südost durch, der aber alsbald auf 24 Stunden 
hindurch westlichen Winden mit heftigem Regen Platz machte. Alsdann hielt 
sich der Wind bis zum 3. Juli in westlicher Richtung mit etwa stündlich 1 Sm 
nach NNW setzendem Strom.
	        
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