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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Den Gestade-Landschaften entsprechend, trägt die vertikale Gliederung 
des Meeresbodens charakteristische Gegensätze an sich: Der sanft abfallenden 
italienischen Küste folgt der hohen See zu eine nur mälig zunehmende Meeres- 
tiefe; während an den steilen östlichen Ufern eine rapide Senkung des Grundes 
wahrnehmbar ist (s. III. Bericht von Wolf und Luksch, 1878, pag. 8, und 
„Carta generala“ ete.). . 
Der nördliche Theil der Adria ist am besten ausgelothet; der Golf von 
Triest zeigt nur Tiefen bis höchstens 24m, und das ganze Gebiet zwischen 
Istrien und der venetianischen Küste erreicht noch nicht 50m Tiefe.‘ Der öst- 
liche Theil des Nordbeckens der Adria, in seinem Komplexe auch Quarnero 
genannt, während mit diesem Namen eigentlich nur die südwestliche der drei 
Wasserstrassen zwischen Istrien und der Küste von Kroatien bezeichnet wird, 
hat im Allgemeinen grössere Tiefen, als der westlich von strien gelegene, 
in Folge der hohen und steilen Küsten, zumal der von Kroatien, so in dem 
schmalen Meeresarme zwischen der Insel Arbe und dem Orte Jablanez in Kroatien, 
wo eine Tiefe von 102m gelothet worden ist, und in dem Quarnerolo. mit Tiefen 
von 80—95m. Der Golf von Fiume weist Tiefen bis 64m auf, während der 
eigentliche Quarnero weniger tief ist, bis 50m; in letzterem zeigt sich nach 
Wolf und Luksch (s. II. Bericht pag. 5) im Allgemeinen eine sanfte An- 
steigung des Meeresbodens gegen die hohe Sce zu, ; 
Vertheilung der Temperatur und des specifischen Gewichtes 
resp. Salzgehalts in der Adria. Io dem dritten Bericht der Professoren 
Wolf und Luksch an die königl. ungarische Seebehörde in Fiume über die 
im August 1876 an Bord der Dampf-Yacht „Deli“ ausgeführten physikalischen 
Untersuchungen im Adriatischen Meere sind einige, höchst werthvolle Angaben 
über die Temperatur- und Salzvertheilung an der Oberfläche und in verschiedenen 
Tiefen bis zu 510m enthalten. Wir theilen aus diesem amtlichen Bericht, so 
wie aus den oben erwähnten der Jahre 1874, 1875 und 1877, die noch wenig 
verbreitet und uns durch die Güte der Herren Wolf und Luksch zugänglich 
geworden sind, nachstehend die hauptsächlichsten Ergebnisse dieser werthrollen 
Untersuchungen mit, . 
Die Expedition der „Deli“ begann am 3. August 1876 mit der Fahrt von 
Fiume über Pola nach Venedig; von da wurde längs der italienischen Küste 
gesteuert mit Berührung von Ancona, Tremiti, Bari und Brindisi; von letzterem 
Orte wurde die Adria bis Aulona (Valona) an der Küste von Albanien durch- 
kreuzt und über Durazzo längs der dalmatinischen Küste zurückgekehrt. Die 
hierbei angewendeten Instrumente waren mehrere ’Liefseethermometer nach 
Miller-Casella, der 'Tiefseeschöpfapparat nach Dr. Meyer in Kiel und 
die Wasserschöpfapparate mit Korkverschluss nach Angabe der „Kieler Kom- 
mission für Erforschung der deutschen Meere“ (wie auch schon in den früheren 
Expeditionen von 1874 und 1875), ausserdem aber noch ein Tiefseethermometer 
nach Negretti und Zambra. 
Für das Nordbecken der Adria ergiebt sich zunächst, dass das Wasser 
der tieferen Schichten (über 28,5 m tief) in den mehr seewärts — also im 
offenen Meere — gelegenen Stellen in allen Jahreszeiten wärmer ist, als das 
Wasser in. gleich tiefen Schichten im Golf von Fiume und an der Küste 
Ungarn-Kroatiens (s. Ber. IV, S. 17 u. Ber. 1, S. 12). Ferner findet im Golf 
von Fiume, nördlich der Insel Cherso, im Sommer und Winter eine auffallende 
Verschiedenheit in der Wärmevertheilung des Wassers nach der Tiefe statt. „Wäh- 
rend. nämlich im Sommer das Oberflächen- und‘ Bodenwasser eine namhaftere 
Temperaturdifferenz aufweist, als in Folge der Wassertiefen von 64,5—66 m 
erwartet werden konnte, sind im Winter sämmtliche Schichten nahezu gleich- 
mässig” durchwärmt, und ergiebt sich hierbei allgemein nur eine sehr geringe 
Temperaturzunahme von der Oberfläche gegen die Tiefe“ (s, Ber. IV, S. 18). 
Diese Erscheinung kann durch das Einmünden süsser Quellen am Meeresgrunde 
des Golfs von Fiume; des Kanals von Zengg und des Quarnerolo erklärt werden, 
deren Temperatur im Winter nahezu mit jener des Seowassers übereinstimmt, 
im Sommer aber erheblich niedriger ist (s. Ber. II, S. 13 u. IV, S. 18). 
Auch in Bezug auf den Salzgehalt zeigten die Wasser des Golfs von 
Fiume auffallende Gegensätze gegen das Wasser des westlichen offenen Beckens 
der Nord-Adria, indem in ersteren Gewässern ein geringerer Salzgehalt an der 
Ann. d, Hydr., 1879, Heft VII (Juli).
	        
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