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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Tiefe 2450m (1339 Faden), ungefähr 36 Sın nördlich von Minorca; der Boden 
flacht längs der Ostküste von Spanien bis in den „Golf du Lion“ allmählich 
ab. Zwischen Barcelona und den Balearen sind Tiefen von 1825—2375 m. Die 
grösste bis jetzt gelothete Tiefe in dem westlichen Becken des Mittelländischen 
Meeres ist 3070 m (1678 Faden), ca 40 Sm nordöstlich von Minorca auf der 
Lothungslinie Towlon—Minorca, auf welcher sich überhaupt bis ca 20 Sm nörd- 
lich von Toulon Tiefen von 2200—2400 m vorfinden. Leider besitzen wir 
noch keine Lothungen östlich von dieser Linie bis zu den Inseln Corsica und 
Sardinien und zwischen diesen Inseln und dem Festlande von {talien, so dass 
wir für diese Theile des Mittelländischen Meeres uns noch keine klare Vor- 
stellung der Tiefen- und Bodenverhältnisse derselben bilden können, Die oben 
erwähnte, längs der Küste von Afrika sich erstreckende Depression des west- 
lichen Beckens des Mittelländischen Meeres setzt sich von dem Hafen von 
Algier aus weiter nach Osten fort mit Tiefen von 2700—2900 m und erreicht 
auf der Lothungslinie zwischen der Südküste von Sardinien und Kap Rosa, 
Küste von Algerien, in ca 38,1‘ N-Br und 8,6‘ O-Lg, sogar eine Tiefe von 
3000 m (1640 Faden); nur ca 30 Sm nördlich vom Kap Rosa in ca 37'4° N-Br 
und 8,0°—8,4° O-Lg sind noch Tiefen von 2458 und 2162 m (1339 u. 1182 Fad.) 
gelothet worden. Wenige Seemeilen weiter östlich von der letzteren Stelle er- 
hebt sich der Boden sehr rasch bis zu der die Galeta-Insel und die Sorelle- Rocks 
umgebenden 100 Faden-Linie, und der Meeresboden bleibt bis zu den, die beiden 
Becken des Mittelländischen Meeres scheidenden Adventure- und Skerki-Bänken 
verhältnissmässig flach, nicht tiefer, als ca 500 m. 
Für das östliche Becken des Mittelländischen Meeres ergiebt sich zunächst, 
dass die Gebiete zwischen Sicilien und Malta einerseits und der Küste von Afrika, 
die kleine und die grosse Syrte mit eingeschlossen, andererseits zu den best- 
ausgelotheten, aber auch flachsten Theilen des Mittelländischen Meeres gehören; 
nur zwischen Pantellaria und Malta finden sich Tiefen von 900—1650 m. Die 
100 Faden - Linie erstreckt sich nordöstlich und östlich der kleinen Syrte (Goly 
von Kabes) 50—100 Sm weit in das offene Meer hinein, bis ungefähr in die 
Mitte zwischen der Küste von Tunis und Malta. Die grösste Tiefe zwischen 
Malta und Tripolis ist ca 1000 m (rot. 550 Faden), etwas südlich von Malta, 
Im Juni 1878 ist von dem V. St. S. „Gettysburg“ der Golf von Sidra (Sydra 
major) durch Lieutenant-Commander H, Gorringe ausgelothet worden; die 
tiefsten Stellen, 82—132 m (45—7172 Fad.), befinden sich zwischen 31° 56‘ 28“ — 
32° 1’ 50“ N-Br und 15° 53‘ 57”—16° 5‘ 25" O-Lg (s. „Ann. der Hydr. ete.“, 
1878, pag. 529). 
Die wenigen, an der Ostküste von Sicilien vorhandenen Lothungen lassen 
vermuthen, dass der Seeboden an dieser Seite, im Gegensatze zu den anderen 
Küsten Siciliens, sehr rasch abfällt. Nach der B. A. K. No. 2718b findet man 
bis zum Meridian des Kap Spartivento Tiefen von 2500—3300 m. Vor dem 
Kingange in den Golf von Tarent, südlich vom Kap San Marco di Leuca, ist 
HS AR von 2228 m (1218 Faden) gelothet worden, in ca 38,8° N-Br und 
‚2° g. 
Der mittlere und westliche Theil des Jonischen Meeres ist in seinen 
Tiefenverhältnissen noch gar nicht erforscht und in seinem südlichen Theile 
zwischen Malta und Candia nur sporadisch, ebenso die Strecke zwischen Malta 
und Alezandrien. 
Die oben erwähnte Depression an der Ostküste von Sicilien im Meridian 
des Kap von Spartivento setzt sich weiter nach Süden zu bis 36° N-Br, östlich 
von Malta, fort, wo sie eine Tiefe von rot. 3400—3600 m (1870—1950 Faden) 
erreicht; ein wenig weiter nach Süden zu, in ca 351° hat die Tiefe schon wieder 
bis 1950m abgenommen, von wo ab der Boden nach Süden und Südwesten zu bis 
zur Medina-Bank sich schnell abflacht. Nach Osten hin nimmt die Depression, 
nach den Lothungen zwischen 36° und 33° N-Br, einen grösseren Raum ein. 
Wir finden hier zwischen 16° und 18° O-Lg fast immer Tiefen von 3930 m 
(2150 Faden), und in ca 35,5° N-Br und 18,8° O-Lg 3968 m (2170 Faden), die 
grösste bisher im Mittelländischen Meere gelothete Tiefe. Man kann auf dem- 
selben Parallel von 35!/2° Nord diese Depression deutlich bis 23° O-Lg ver- 
folgen, nicht ganz 1° westlich von Candia, mit Tiefen von 2800—-3300 m 
{zwischen Candia und Santorin sind Tiefen von 1900—2000 m gelothet worden),
	        
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