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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Telegraphen-Amtes zu Aden (44° 58‘ 32“ O-Lg) und von der, des während des 
Vorüberganges der Venus vor der Sonne, 1874, errichteten Observatoriums in 
der ‚Matkurin- Bucht, auf der Insel Rodriguez, in 63° 26‘ 15“ Ost, abgeleitet 
worden. 
Die Vietoria-Mole ist 960m lang und steht auf dem Küstenriff des Binnen- 
hafens. Der Kopf derselben bildet ein T und dient gegenwärtig als Kohlen- 
Depot. Es kann längsseit desselben ein Schiff liegen; dasselbe muss sich jedoch 
so befestigen, dass es von dem unter dem Wasser befindlichen Theil des Riffes 
entfernt bleibt. Auf der Mole sind keine Festmachpfähle vorhanden. 
Wasser von ausgezeichneter Qualität kann man für 2 sh. die Ton aus 
der Leitung am Landungsplatze erhalten. Letztere befindet sich auf %s der 
Länge der Mole. Zur Zeit des Hochwassers können daselbst Booto an beiden 
Seiten der Mole anlegen; das Riff an der Nordseite der Mole fällt jedoch bei 
Niedrigwasser Springzeit trocken. 
Postverbindung. Die Dampfer der „Messageries Maritimes Compagnie“ 
Inufen einmal im Monat auf ihrer Fahrt von Aden nach Mauritius und zurück Port 
Victoria an; nur während des SW-Monsuns von Mai bis Oktober wird hierin 
eine Ausnahme gemacht, indem dann nur die auf der Reise von Mauritius nach 
Aden fahrenden Dampfer Port Victoria anlaufen. 
Gezeiten. Die Hafenzeit zu Port Victoria ist 4 15"; die Fluthhöhe be- 
trägt bei Springzeit 1,7 und bei Nippzeit 0,9m. 
Die Insel Platte‘) ist niedrig, jedoch wachsen einige Bäume auf der- 
selben, zu welchen in den letzten Jahren noch Kokospalmen hinzugekommen 
sind. Die Insel wurde aus dem Topp des „Shearwater“ 12 Sm weit gesichtet. 
Das Riff La Perle, auf dem sich nur 3,7m Wasser befinden sollen 
und welches sehr gefährlich ist, liegt 10 Sm in SW von der Insel Platte und 
wurde 1875 untersucht. Dasselbe besteht aus einem in der Richtung NWzN— 
SOzS sich erstreckenden, ungefähr 3 Sm langen und nur schmalen Riffe, auf 
dem keine trockenfallenden Sandstellen oder Felsen sichtbar sind. Eine kleine 
alleinliegende Stelle soll 1 bis 2 Sm weit westlicher liegen; dieselbe konnte 
von der „Shearwater“ jedoch nicht geschen werden, Das Schiff ankerte 1'/2 Sm 
von einer langen Brandungslinie entfernt, auf 13,7m Wassertiefe; die Dünung 
war jedoch so gross, dass die Boote nicht näher als bis auf einige 100m von 
der Brandung gehen konnten, woselbst 7,3m Wassertiefe gelothet wurde. Die 
Brandung ist nicht zusammenhängend, und wurden besonders drei Stellen, welche 
ca !/4a Sm von einander entfernt sind, beobachtet. 
Das Riff La Perle scheint das südliche Ende einer Lothungsbank zu 
sein, welche mit der Insel Platte in Verbindung steht. Auf dieser Bank wurden 
25,6m Wassertiefe gefunden. Commander Wharton hat die Lage der Mitte 
des Riffes La Perle zu 6° 1‘ S-Br und 55° 17,5‘ O-Lg, und diejenige des Süd- 
endes der Insel Platte zu 5° 53‘ S-Br und 55° 23'/4‘ O-Lg bestimmt. Die Längen 
sind von der vorher angegebenen Länge der Houdouls-Mole, Insel Mah6e, abgeleitet. 
Die Insel Coetivy wurde vom Commander Wharton im Jahre 1875 
untersucht; dieselbe ist ungefähr 5% 4 Sm lang, 1’'/2 Sm breit, 12m hoch und 
mit Kokospalmen bestanden. Auf dieser Insel, welche von einem Riffe umgeben 
ist, befinden sich auch einige Sandhügel, jedoch ist keiner derselben höher als 
die Bäume. Am Südende erstreckt sich das Riff 3 Sm weit von der Küste; 
bei Niedrigwasser fällt das Riff trocken und es steht hohe Brandung auf dem- 
selben. An der Ost- und Nordseite des Riffes ist dichtbei tiefes Wasser; an 
der West- und SW-Seite dehnt sich 6 Sm weit eine Lothungsbank mit 9 bis 
37m Wassertiefe, Sand und Korallengrund, aus. Diese Bank kann man gut sehon. 
An der westlichen Seite der Insel Coetivy ist allenthalben Ankergrund; 
der beste, betreffs Landung, ist jedoch bei der Niederlassung, welche nahe der 
Mitte der Insel sich befindet. Man muss daselbst auf 18m Wassertiefe, wenn 
die Hütten in einem Abstand von 7 Kble in Ost und das NW-Ende der Insel 
!) Lieutenant Taylor von I. Br. M. S. „Cossack“, 1869, bemerkt, dass Schiffe, welche von 
den Seychellen südwärts segeln, nicht windwärts von den Inseln und Riffen gehen sollen, welche 
zwischen den Seychellen und dem Nordende der Insel Madagascar liegen, da die Winde im grössten 
Theil des Jahres veränderlich sind, das Wetter vielfach trübe und nebelig nnd die Strömung daselbst 
unbestimmt ist. Der „Cossack“ fand die starke westliche Strömung sehr ungleich und musste zwei- 
mal auf dieser Tour zur Sicherung des Schiffes Dampf aufmachen.
	        
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