3092
Telegraphen-Amtes zu Aden (44° 58‘ 32“ O-Lg) und von der, des während des
Vorüberganges der Venus vor der Sonne, 1874, errichteten Observatoriums in
der ‚Matkurin- Bucht, auf der Insel Rodriguez, in 63° 26‘ 15“ Ost, abgeleitet
worden.
Die Vietoria-Mole ist 960m lang und steht auf dem Küstenriff des Binnen-
hafens. Der Kopf derselben bildet ein T und dient gegenwärtig als Kohlen-
Depot. Es kann längsseit desselben ein Schiff liegen; dasselbe muss sich jedoch
so befestigen, dass es von dem unter dem Wasser befindlichen Theil des Riffes
entfernt bleibt. Auf der Mole sind keine Festmachpfähle vorhanden.
Wasser von ausgezeichneter Qualität kann man für 2 sh. die Ton aus
der Leitung am Landungsplatze erhalten. Letztere befindet sich auf %s der
Länge der Mole. Zur Zeit des Hochwassers können daselbst Booto an beiden
Seiten der Mole anlegen; das Riff an der Nordseite der Mole fällt jedoch bei
Niedrigwasser Springzeit trocken.
Postverbindung. Die Dampfer der „Messageries Maritimes Compagnie“
Inufen einmal im Monat auf ihrer Fahrt von Aden nach Mauritius und zurück Port
Victoria an; nur während des SW-Monsuns von Mai bis Oktober wird hierin
eine Ausnahme gemacht, indem dann nur die auf der Reise von Mauritius nach
Aden fahrenden Dampfer Port Victoria anlaufen.
Gezeiten. Die Hafenzeit zu Port Victoria ist 4 15"; die Fluthhöhe be-
trägt bei Springzeit 1,7 und bei Nippzeit 0,9m.
Die Insel Platte‘) ist niedrig, jedoch wachsen einige Bäume auf der-
selben, zu welchen in den letzten Jahren noch Kokospalmen hinzugekommen
sind. Die Insel wurde aus dem Topp des „Shearwater“ 12 Sm weit gesichtet.
Das Riff La Perle, auf dem sich nur 3,7m Wasser befinden sollen
und welches sehr gefährlich ist, liegt 10 Sm in SW von der Insel Platte und
wurde 1875 untersucht. Dasselbe besteht aus einem in der Richtung NWzN—
SOzS sich erstreckenden, ungefähr 3 Sm langen und nur schmalen Riffe, auf
dem keine trockenfallenden Sandstellen oder Felsen sichtbar sind. Eine kleine
alleinliegende Stelle soll 1 bis 2 Sm weit westlicher liegen; dieselbe konnte
von der „Shearwater“ jedoch nicht geschen werden, Das Schiff ankerte 1'/2 Sm
von einer langen Brandungslinie entfernt, auf 13,7m Wassertiefe; die Dünung
war jedoch so gross, dass die Boote nicht näher als bis auf einige 100m von
der Brandung gehen konnten, woselbst 7,3m Wassertiefe gelothet wurde. Die
Brandung ist nicht zusammenhängend, und wurden besonders drei Stellen, welche
ca !/4a Sm von einander entfernt sind, beobachtet.
Das Riff La Perle scheint das südliche Ende einer Lothungsbank zu
sein, welche mit der Insel Platte in Verbindung steht. Auf dieser Bank wurden
25,6m Wassertiefe gefunden. Commander Wharton hat die Lage der Mitte
des Riffes La Perle zu 6° 1‘ S-Br und 55° 17,5‘ O-Lg, und diejenige des Süd-
endes der Insel Platte zu 5° 53‘ S-Br und 55° 23'/4‘ O-Lg bestimmt. Die Längen
sind von der vorher angegebenen Länge der Houdouls-Mole, Insel Mah6e, abgeleitet.
Die Insel Coetivy wurde vom Commander Wharton im Jahre 1875
untersucht; dieselbe ist ungefähr 5% 4 Sm lang, 1’'/2 Sm breit, 12m hoch und
mit Kokospalmen bestanden. Auf dieser Insel, welche von einem Riffe umgeben
ist, befinden sich auch einige Sandhügel, jedoch ist keiner derselben höher als
die Bäume. Am Südende erstreckt sich das Riff 3 Sm weit von der Küste;
bei Niedrigwasser fällt das Riff trocken und es steht hohe Brandung auf dem-
selben. An der Ost- und Nordseite des Riffes ist dichtbei tiefes Wasser; an
der West- und SW-Seite dehnt sich 6 Sm weit eine Lothungsbank mit 9 bis
37m Wassertiefe, Sand und Korallengrund, aus. Diese Bank kann man gut sehon.
An der westlichen Seite der Insel Coetivy ist allenthalben Ankergrund;
der beste, betreffs Landung, ist jedoch bei der Niederlassung, welche nahe der
Mitte der Insel sich befindet. Man muss daselbst auf 18m Wassertiefe, wenn
die Hütten in einem Abstand von 7 Kble in Ost und das NW-Ende der Insel
!) Lieutenant Taylor von I. Br. M. S. „Cossack“, 1869, bemerkt, dass Schiffe, welche von
den Seychellen südwärts segeln, nicht windwärts von den Inseln und Riffen gehen sollen, welche
zwischen den Seychellen und dem Nordende der Insel Madagascar liegen, da die Winde im grössten
Theil des Jahres veränderlich sind, das Wetter vielfach trübe und nebelig nnd die Strömung daselbst
unbestimmt ist. Der „Cossack“ fand die starke westliche Strömung sehr ungleich und musste zwei-
mal auf dieser Tour zur Sicherung des Schiffes Dampf aufmachen.