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Norden versetzt. Am 17. September stand „Sedan“ in 106,2 O-Lg auf dem
Aequator. Auf südlicher Breite fand man den etwas frischer wehenden SE-Monsun,
mit dem man die Java-Sce durchsegelte, und am 30. Scptember ankerte die
Bark auf der Rhede von Anjer. Die Dauer der Reise von Manila bis hier
betrug 54 Tage. ,
Am 1. Oktober wurde der Anker wieder gelichtet und mit leichtem nord-
nordöstlichem Winde die Sunda-Strasse, in der starke westsüdwestliche Strömung
beobachtet wurde, durchsegelt. Gleich südlich von Java erhielt man frischen
SE-Passat, mit welchem, zum ersten Male seit langer Zeit, wieder eine zufrieden-
stellende Fahrt erzielt werden konnte. Das Schiff gelangte nach 10° S-Br in
96,5° O-Lg am 4. Oktober und nach 20° S-Br in 73,1° O-Lg am 14. Oktober,
den Meridian von 60° O-Lg kreuzte man am 22. Oktober in 25,2° S-Br. Westlich
von 85° O-Lg war der SE-Passat nur sehr flau, seine polare Grenze wurde am
18. Oktober in 23,2° S-Br und 66° O-Lg überschritten. Mit leichten, veränder-
lichen Winden segelte man dann noch bis zum 25. Oktober nach 27° S-Br in
56,5° O-Lg, und mit diesem Tage endet das meteorologische Journal,
10. Reise des Bremer Vollschiffes „Constantia“, Kapt. J. Kühlken.,
Am 4. September 1878 verliess das nach New Orleans bestimmte Schiff
„Constantia“ die Wesermündung. Gegenwinde hielten es so lange in der Nord-
see und dem Kanal auf, dass erst am 16. September die Länge der Scilly-Inseln
gekreuzt werden konnte. KEinige Tage später erhielt man günstigen Wind, der
das Schiff nach 40° N-Br in 17,4° W-Lg am 23. September, und nach 30° N-Br
in 23° W-Lg am 27. September führte. In 28° N-Br gelangte „Constantia“ in
das Gebiet des Passats; die dort gefundenen Winde wehten bis nach 55° W-Lg
hin ziemlich frisch, dann aber flauten sie ab und hielten in der Weise an, bis
die kleinen Antillen in Sicht kamen. Das Schiff passirte 20° N-Br in 30° W-Lg
am 2. Oktober, den Meridian von 50° W-Lg in 16,3° N-Br am 10. Oktober,
und den zwischen Antigua und Guadeloupe liegenden Kanal am 20. Oktober.
Im Karaibischen Meere, wo der Passat bedeutend frischer wehte als im Atlan-
tischen Ocean, wurde die zwischen Jamaika und Domingo liegende Strasse
benutzt, dann der Kurs auf die Westspitze Cubas gesetzt und diese am 30. Oktober
umsegelt. Im Golf von Mexiko traf man kräftigen Wind aus hoch nördlicher
Richtung, der das Einhalten eines direkten Kurses verhinderte, zum Kreuzen
nöthigte und dadurch die Reise noch um einige Tage verlängerte. Am 5. No-
vember glückte es schliesslich, die Flussmündung zu erreichen und innerhalb
der Barre zu ankern. Es waren 53 Tage verflossen, seit man die Länge von
Lizard verliess,
Das Schiff blieb in New Orleans bis zum Anfange‘ des Januar 1879, am
3. dieses Monats ging es wieder in See, um die Heimreise nach Bremen anzu-
treten, Nordöstliche Winde waren dem Anfange derselben so günstig, dass
„Constantia“ sich schon am 7. Januar östlich vom Meridian von Havanna im
vollen Bereiche der Golfströmung befand. Am 9. Januar konnte bei frischem
SSW-Winde die Enge von Bemini passirt werden.
Die Fortsetzung der Reise über den Atlantischen Ocean war nicht so
günstig wie der Anfang derselben; man traf zwar nicht gerade sehr stürmisches
Wetter, wohl aber war die Richtung der Winde häufig eine unerwünschte.
Kapt, Kühlken hielt sich anfänglich in verhältnissmässig niedrigen Breiten, so
dass der Meridian von 60° W-Lg am 18. Januar in 31,5° N-Br überschritten
wurde; „Constantia“ erreichte ferner 50° W-Lg in 37° N-Br am 22. Januar,
und 30° W-Lg in 44,5° N-Br. am 28, Januar.
Hier traf man auf stürmischen Ostwind, der das Schiff vier Tage hin-
durch fast auf einer Stelle festhielt. Als dann am 31. Januar wieder westlicher
Wind einsetzte, wurde der nun noch vorliegende Theil der Reise rasch zurück-
gelegt. Am 7. Februar segelte man in den Kanal ein, nach einer Reise, deren
Dauer 35 Tage betrug.