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9. Reise der Bremer Bark „Sedan“, Kapt. H. Schlüter.
Mit :dem 23, December 1877, an welchem Tage sich die auf.einer Reise
von Cardıf" nach Hongkong begriffene Bark „Sedan“ in 49,5° N-Br und 8,5° W-Lg
befand, beginnt das an Bord dieses Schiffes geführte metecorologische Journal.
Nordwestliche Winde brachten das Schiff schon am 27. December nach 40° N-Br
in 16,8° W-Lg, dann folgten für längere Zeit südwestliche Winde, die erst am
2, Januar 1878 in 33° N-Br. und 18,7° W-Lg wicder durch Nordwind abgelöst
wurden. Ohne Unterbrechung wehte dieser in den Passat hinein, und schien
dessen polare Grehbze schon in 31° N-Br zu liegen. Man kreuzte 30°.N-Br in
20° W-Lg am 3., 20° N-Br in 25,4° W-Lg am 7., 10° N-Br in 25,1°' W-Lg
am 10. und war am 13. Januar in 2,3° N-Br .und 23° W-Lg an der äqua-
torialen Grenze jenes Windgürtels angelangt. „Sa
Ohne nennenswerthe Verzögerung in der Fahrt zu verursachen, ging der
Uebergang des NE- in den SE-Passat vor sich. Am 15. Januar passirte „Sedan“
in 25,3° W-Lg die Linie... Die Reisedauer von der Breite der Scilly-Inseln bis
hier betrug 27 Tage. |
Auf der südlichen Halbkugel- führte der SHE-Passat die Bark nach 10° S-Br
in 29,4° W-Lg: am 20, Januar,. nach 20° S-Br in 29,9 W-Lg am. 23. Januar,
und nach 30° S-Br in 24,6° W-Lg am 30. Januar. Das Passatgebiot schien
bis 28,2° S-Br zu reichen; in. dieser Breite lief der Wind nordöstlich und
vollendete dann im Laufe der nächsten Woche zwei rechtlaufende Drehungen
durch alle: Striche‘ der Rose. Frischen beständigen. Wind aus westlicher Rich-
tung fand man erst südlich von 37° S-Br; mit demselben überschritt „Sedan“
am- 7, Februar in 39,4° S-Br don Meridian von Greenwich, Es waren bis
dahin 23 Tage auf südlicher Breite zugebracht. - ;
Während die Länge abgelaufen wurde, hielt „Sedan“ sich in der Nähe
von 43° S-Br. Man fand dort Winde, die nicht immer aus günstiger Richtung
wehten ‚und dabei‘ so wenig stürmisch waren, dass auf der ganzen in 20 Tagen
durchsegelten Strecke vom ersten Meridian bis zu dem von 80° O-Lg man nur
für einige Wachen einen Wind antraf, der'die Stärke 8 erreichte. . Als die
letztere Länge überschritten war, wurde ein. nördlicherer Kurs eingeschlagen,
der „Sedan“ bis’zum 5. März in 34,3° S-Br und 94,8 O-Lg an die polare
Grenze des SE-Passats führte. Nördlich derselben fand das Schiff, leichtere
Winde, mit denen auf. dem Wege nach der Sunda-Strasse 30°.S-Br in 98° O-Lg
am 7, März, 20° S-Br in 104,7° O-Lg am 13. März, und 10° S-Br in .105,2° 0-Lg
am’ 18, März: ‚überschritten wurde. Von 10° S-Br ab fand man solch leichte
Winde, dass nur sehr selten das Schiff mehr als zwei Knoten Fahrt machte.
Am 23. März befand „Sedan“ sich in Sicht der Küste von Java; fünf Tage
gebrauchte man dann noch, um die Rhede von Anjer zu erreichen, Die Reise-
dauer von Lundy-Eiland bis nach Java betrug 93 Tage.
Nach Entlöschung des Schiffes in Hongkong versegelte dasselbe nach
Manila, wurde. dort beladen und trat am 7. August die Heimreise nach Löndon
an. Kapt. Schlüter beschloss, in der China-See gegen den SW-Monsun’ auf-
zukreuzen, um dann durch die Sunda-Strasse in den Indischen Ocean einzu-
segeln, Was.die Richtung der auf diesem Wege angetroffenen Winde betrifft,
so wurde man darin anfänglich sehr begünstigt, denn die Winde wehten zuerst
häufiger aus östlicher als westlicher Richtung. . Mehr als ungünstige Richtung
hemmte geringe Stärke der gefundenen Winde den Fortgang der Reise. „Sedan“
als hölzernes, mit. Kupferbeschlag versehenes Schiff konnte hier immerhin noch
einigen Fortgang machen, dagegen würde ein eisernes Schiff nur. sehr langsam
haben fortkommen können. Mit ganz leichten östlichen Winden segelte „Sedan“
nach 12,8° N-Br und 113,4° O-Lg; als ınan hierhin gekommen wär, lHef der
Wind südlich und zugleich beobachtete man auch verstärkte nördliche Strömung,
Das kreuzende Schiff rückte jetzt. nur langsam. nach Süden vor; am 25. August
wurde 10° N-Br in 111° O-Lg überschritten, wo wieder östlicher Wind durch-
kam, der drei Tage anhielt. Darauf folgte meist aus südlicher Richtung kom-
mende Mallung und an manchem Tage fand „Sedan*“ sich über seinen gestrigen
Besteckpunkt hinaus nach Norden zurückgetrieben. Südlich von 3° N-Br traf
man die Nordströmung besonders stark; in den zwölf Tagen, welche erforderlich
waren, um von dort nach der Linie zu kommen, wurde die Bark 255 Sm nach