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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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3. Reise des Stralsunder Dreimastschoners „Low Poh Jim“, Kapt. C. Buuck. 
Während einer Reise von Newcastle nach Vera Cruz passirte der Schoner 
„Low Poh Jim“ am 16. April 1878 den Pentlard Firth. Leichte, veränderliche, 
meist günstige Winde führten das Schiff von hier aus ziemlich rasch nach Süden, 
Es wurde 50° N-Br in 18° W-Lg am 24. April, 40° N-Br in 22,2° W-Lg am 
1. Mai und 30° N-Br in 22,6° W-Lg am 6. Mai überschritten. Die polare 
Grenze des NE-Passats erreichte man erst am 11. Mai in 23,5° N-Br und 
25,5° W-Lg. Auf dem Breitenparallel, welchen Kapt. Buuck zum Absegeln 
der Länge wählte, wurde zu Zeiten nur sehr leichte Brise angetroffen. „Low 
Poh Jim“ passirte 30° W-Lg in 21,5° N-Br am 14. Mai, 50° W-Lg in 19,3° N-Br 
am 26. Mai und kam am 1. Juni in Sicht der Insel Sombrero. Am 7. Juni in 
der Nähe der Windward-Passage wurden häufige Gewitter und längere Zeit 
anhaltende, sehr flaue, umlaufende Winde angetroffen und erst am 17. Juni kam 
Kap Antonio in Sicht. Leichter östlicher Wind brachte das Schiff von hier bis 
zum 26. Juni näch der Rhede von Vera Cruz. Die Reise von der Nordspitze 
Schottlands bis zum Bestimmungshafen hatte eine Dauer von 69 Tagen. 
Von Vera Cruz versegelte der Schoner nach Frontera de Tabasco, auf- 
kreuzend gegen den Passat wurde die Reise in 8 Tagen vollendet. Am 
8. September verliess man letzteren Platz wieder, um nach Queenstown als Ordre- 
hafen zurückzukehren. Gleich zu Anfang der Reise traf man auf sehr ungünstige 
Verhältnisse, der NE-Wind wehte so unveränderlich aus derselben Richtung, 
dass sich das Schiff erst am 1. Oktober bis in Sicht des Feuers von Havana 
aufgearbeitet hatte. Von hier ab ermöglichte die Strömung eine etwas raschere 
Fahrt, und am 6. Oktober konnte die Enge von Bemini passirt werden, Süd- 
östliche Winde, die während der nächstfolgenden Tage wehten, brachten „Low 
Poh Jim“ bis zum 11. Oktober nach 34,7° N-Br und 74° W-Lg. Hier gerieth 
das Schiff in einen Wirbelsturm von orkanartiger Stärke. Den heftigsten Wind 
erhielt man aus SSE, aus dieser Richtung wehte es, bis das Barometer mit 
738,7mm seinen niedrigsten Stand erreicht hatte; dann veränderte der Wind 
sich rasch nach NNW und nahm bei rasch wachsendem Luftdruck an Stärke ab. 
Der nordwestliche Wind war nicht von langer Dauer, schon nach kurzer Zeit 
wehte wieder Ostwind und dieser blieb fast ununterbrochen während des übrigen 
Theils der Reise. Nur der Umstand, dass der Wind häufig aus hoch nördlicher 
oder südlicher Richtung wehte, ermöglichte es, die Reise in der in Anspruch 
genommenen Zeit zu vollenden. „Low Poh Jim“ kreuzte 50° W-Lg in 42,5° N-Br 
am 23. Oktober, 30° W-Lg in 47,4° N-Br am 8. November und erreichte am 
19. November bei noch herrschendem Ostwinde den Hafen von Falmouth nach 
einer Reise, deren Gesammtdauer nicht weniger als 72 Tage betrug. 
4. Reise der Stralsunder Bark „Eugen“, Kapt, F. Eggers. 
Am 19. Oktober 1878, an welchem Tage die Bark „Eugen“ die Rhede 
von Iquique verliess und eine Reise nach New- York antrat, begann Kapt. Eggers 
mit der Führung des meteorologischen Journals. Nachdem das Schiff aus der 
in der Nähe des Landes herrschenden Stille und Mallung gekommen war, fand 
man frischen Passat, durch dessen Gebiet voll und bei haltend nach SW gesegelt 
wurde. Am 26. Oktober in 28,5° S-Br und 84,5° W-Lg wurde die polare 
Grenze dieses Windgürtels erreicht und mit den veränderlichen westlichen 
Winden, welche kurze Zeit nachher einsetzten, zunächst nahezu Südkurs gesteuert. 
„Eugen“ überschritt 30° S-Br in 84,8° W-Lg am 28, Oktober, 40° S-Br in 
84,3° W-Lg am 3. November und 50° S-Br in 88,5° W-Lg am 9. November. 
Vom 4. bis 7. November im Westen von Feuerland wehten leichte südöstliche 
Winde, die an diesem Ort gleich unerwünscht, wie unerwartet, kamen. Am 
15. November, 27 Tage nach dem Abgang von Zqguique, wurde der Meridian 
des Kap Horn passirt. 
Im Südatlantischen Ocean befand sich das Schiff vom 17. bis 20. November 
auf der Strecke von 56,2° S-Br und 57° W-Lg bis 49° S-Br in 46° W-Lg fast 
fortwährend in geringerer oder grösserer Entfernung von Eisbergen. KEinige 
derselben hatten eine Höhe bis zu 40 m. Die Temperatur des Meerwassers 
war fast bis zum Gefrierpunkte erniedrigt. Kapt. Eggers liess, um möglichst 
bald aus dieser Eisregion herauszukommen, einen nördlicheren Kurs steuern,
	        
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