„UA
Eingänge von meteorologischen Journalen bei der Deutschen Seewarte
im Monat Februar 1879.
No. J
ni
S
U}
Name
des Schiffes.
‚Kemet Kingsford“
‚Anna Thormann“
„Low Poh Jim“
„Eugen“
„Europa“
„Amaranth“
„Carl Both“
„Cardenas“
„Sedan“ ;
„Constantia“
K apitain.
C. Scheibe
P. A, Voss
C. Buuck
Fr. Togers
B. 6. Kimme
D. Brauer
F, W. Niemann
CO. W. Lamprecht
A, Schlüter
J. Kühlken
Rheder.
Th. Bischoff & Co. -
J. CC. Thormann
H, L. Juhl
E. Dieckelmann
J, Fr. Arens
D. H, Wätjen & Co.
Fr. Crull .
Jantzen & Thormählen
Fritze & Gerdes
H,. H. Meier & Co,
Heimaths-
hafen.
Danzig
Wismar
Stralsund
Stralsund
Bremen
Bremen
Rostock
Hamburg
Bremen
Bremen
Reise.
Nord- und Ostsee-Reisen |
Stettin, Baltimore, Kanal
Newcastle, Veracruz, Tabasco,
Tupilio River, Queenstown
Iquique, New-York ;
Hamburg, New-York, London
Cardiff, Singapore, London
London, Montevideo, Tome, Val-
paraiso
Hamburg, Fernando Po, Came-
roons, Falmouth
Cardiff, Hongkong, Manila, London
Bremen, New-Orleans, Bremen
Dauer der
Beobachtung.
2 Mon. 29 Tg.
2. 17,
3 . 2;
3
2
3.
m
a
8
3
20
A
5. 0,
3. 11,
l. Reisen des Danziger Schoners „Kennet Kingsford“, Kapt. C. Scheibe, ,
Dieses Schiff führte während der letzten 8 Monate des Jahres 1878 eine
Anzahl Reisen in der Ost- und Nordsee aus, welche hier nicht weiter besprochen
werden. ;
2. Reise der Wismarischen Bark „Anna Thormann“, Kapt. P. A.. Voss.
Am 11. August 1878 verliess die „Anna Thormann“ Swinemünde, um
eine Reise nach Baltimore anzutreten. Ein günstiger Wind brachte das Schiff
bis zum 13. August nach Skagen, wo westliche und nördliche Winde angetroffen
wurden, mit denen Kapt. Voss Kurs für den Kanal steuern liess. Am
26. August war derselbe durchsegelt und der offene Ocean erreicht. Hier hatte
man gleich anfangs an mehreren Tagen sehr stürmisches Wetter durchzumachen,
Besonders heftig wehte es am 29, August in 48,8° N-Br und 11,8° W-Lg, wobei
der Wind seine anfängliche Ostrichtung rücklaufend durch Nord nach NW ver-
änderte. Mit der Richtung NNW erreichte der Sturm seine grösste Stärke und
das Barometer seinen tiefsten Stand von 739,4mm. Im weiteren Verlauf der
Reise fand man fast nur Winde von mässiger Stärke. Bis zum Passiren der
Neufundland-Bank hatten dieselben westliche Richtung, veränderten aber so
häufig nach SW und NW, dass immerhin ein befriedigendes Fortschreiten des
Schiffes erzielt werden konnte. Jenseits der. Bank, wo der Wind wiederholt
östliche Richtung annahm, ging die Reise noch rascher von Statten. „Anna
Thormann“ kreuzte 30° W-Lg in 43,7° N-Br am 8. September, 50° W-Lg in
42,5° N-Br am 13. September und 70° W-Lg in 38,5° N-Br am 23. September,
Am 26. September segelte die Bark in die Chesapeake-Bai ein, nach einer Reise,
deren Dauer von Lizard ab, 32 Tage betrug.
Mit Ladung für Queenstown passirte „Anna Thormann“ am 19. Oktober
wieder das Kap Henry. Waren auf der Hinreise östliche Winde nur selten
angetroffen worden, so fand man sie auf der Herreise unerwünschter Weise
desto häufiger: Von den orkanartigen Stürmen, welche im Oktober auf dem
Nordatlantischen Ocean wütheten, blieb das Schiff fast ganz verschont; indem
es nur einmal, am 26. Oktober in 37,5° N-Br und 60,3° W-Lg einen heftigeren
Sturm und zwar aus NNE-Richtung durchzumachen hatte. Dagegen traf man
am 8, November in 43° N-Br und 30° W-Lg auf eine mehrere Tage anhaltende
Windstille. Als diese ein Ende genommen hatte, kam östlicher Wind durch,
der mit geringen Unterbrechungen anhielt, bis man am 23. November in den
Hafen von Queenstown einsegeln konnte. Die Reisedauer betrug 35 Tage.