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. Baumwollen-Segeltuch, Tauwerk, Blöcke, Maschinenöl, vorzügliche Seife
(ä Pfund 9 Cts.) sind ebenfalls in jeder beliebigen Quantität zu erlangen.
Am Platze befinden sich ferner drei Schiffszimmermeister, welche im
Stande sind, auch grössere Reparaturen am Schiffskörper ausführen zu können.
Maschinen-Reparaturen werden durch nicht unbedeutende Maschinenwerkstätten
ausgeführt. Solche Reparaturarbeiten ‚sind jedoch wegen der hohen Arbeits-
löhne der Handwerker (4 Kopf und Tag 5 Dollars) ungemein theuer, und wird
es sich stets empfehlen, wenn Zeit und Umstände dies sonst gestatten,
die Benutzung der. Handwerker dieses Platzes auf das unumgänglich noth-
wendigste Maass zu beschränken. Schiffe, welche Honolulu auf der Tour nach
China berühren, sollten alle nicht gerade dringenden Reparaturen bis zum Ein-
treffen an der chinesischen Küste verschieben, weil dort solche Arbeiten für
etwa !/s des in Honolulu zu zahlenden Preises ausgeführt werden können.“ .
4. Reise von Honolulu bis Apia. Januar 1879.
Nach einem 15tägigen Aufenthalte zu Honolulu (vom 12. bis 27. December
1878) trat das Kanonenboot „Albatross“ die Weiterreise nach Apıa an, wosclbst
es am 15. Januar 1879 eintraf, Korv.-Kapt. Mensing I berichtet über diese
Reise, wie folgt:
„Am 27% December 1878 um 11* 40= a.m. verliess S. M. Kbt. „Albatross“
unter Dampf mit leichtem NE den Hafen von Honolulu, und wurde die Reise,
weil der mit Sicherheit erwartete NE-Passat, welcher während des ganzen
Aufenthaltes in Honolulu als frischer Nord wehte, nicht einsetzte, dagegen aber
bis zum 31. December (14° N-Br) ganz leichte E- und SE-Winde herrschten,
bis .dahin mit einem Kessel dampfend, unter zuweiliger Benutzung der Schrat-
segel fortgesetzt. ne .
Von 14° N-Br ab blieb der Wind, nachdem er am 31. December theil-
weise westlich gewesen war,- nordöstlich und östlich .bis zum 4. Januar 1879,
an welchem Tage 5° 16‘ N-Br erreicht wurde. Am vorerwähnten Tage. trat
abermals völlige Windstille ein, und wurde deshalb wiederum in einem Kessel
Dampf aufgemacht und gedampft. Am 5. Januar sollte die unter englischem
Schutz stehende, nur von einer Anzahl Kokosnuss-Pflanzer bewohnte, ganz
niedrige Korallen - Insel anning in Sicht kommen, welche ich anzulaufen
beabsichtigte, um mich persönlich von der Beschaffenheit des dortigen Hafens
(English Harbour)*) .zu überzeugen, dessen Sicherheit. in allen Segelanweisungen
hervorgehoben wird.
Wider Erwarten kam. diese Insel überhaupt nicht in Sicht, weil, wie das
am 5. Januar erhaltene observirte Besteck ergab, das Kanonenboot, dessen Kurs
unter Voraussetzung des Einflusses der östlich setzenden Aequatorial-Gegen-
strömung (s. engl. Adm.-Wind- und .Strom-Karte) etwas westlich von Fanning
abgesetzt war, ohne dass dies bemerkt werden konnte, bereits unter Einfluss
der. westlich setzenden Aequatorial-Strömung getreten und hierdurch im Ganzen
etwa 21 Sm von dem gesuchten Lande abgerathen war. Die niedrige Insel ist
auf diese Distanz selbst aus dem Topp nicht mehr zu sehen, und gab.ich des-
halb den Besuch Fanning’s auf, da ich, um dies zu erreichen, gezwungen
gewesen wäre, ca 22 Sm beinahe entgegengesetzt dem nach Apza führenden
Kurse abzudampfen. Auf der Insel Fanning befinden sich bei Whaleman-
Ankerplatz und English Harbour Signalstationen, von welchen aus ansegelnden.
Schiffen Signale gemacht werden.
Wegen anhaltender Stille wurde noch weiter, bis zum 6. Januar Morgens,
mit einem Kessel gedampft, dann setzte der erwartete SE-Passat als Ostwind
ein, mit welchem das Kanonenboot segelnd am 7. Januar um 1* p.m. den
Aequator passirte und bis zum 13. Januar 11° S-Br erreichte. Inzwischen war,
da auf den Samoa-Inseln trotz westlicher Länge, wegen der vielen Verbindungen
mit Australien und den Inselgruppen mit östlicher Länge, ebenfalls östliche
Zeitrechnung gilt, und an Bord des Kanonenbootes seit dem Passiren des 180°
der Länge (am 1. December 1878) westliche Zeitrechnung eingeführt war, zur
Ausgleichung ein Tag ausgefallen. Hierzu wählte ich den 12. Januar.
) Ueber Whaleman-Ankerplatz auf der Insel Fanning 8. „Aun, d. Hydr. ete.“, 1878, pag, 598.