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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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8 p.m. bezog sich der Himmel wieder mehr und mehr; auch traten seit 
6* p. m. die Böen wieder mit Regenschauern auf. In der Nacht zum 1. December 
wehte der Wind aus WzN—-WNW mit Stärke 8 und 9, und zwischen 2" und 
4% a. m. einige Regenböen; um 6* a. m. klarte es auf; drei einzelne Blitze waren im 
Norden sichtbar; der Himmel war mit cu (7—3) bedeckt; das Wetter wurde 
schön und die Böen blieben aus; um 8* 40“ a,.m. zeigte sich im Westen ein 
Regenbogen, welcher zehn Minuten lang sichtbar blieb; von 10* a.m. am 
1. December flaute der Wind ab und wehte bis 4" p. m. aus WzN mit Stärke 7—4.“ 
Das Barometer stieg während dieses Sturmes fortwährend von 751,0mm (red. 
747,7 mm) um 8a, m. am 30. November bis 761,8mm (red. 759,9mm) um 8a, m, 
am 1. December; die Temperatur der Luft sank während des Sturmes und blieb 
niedrig während des 1. December (11—13°). 
Am Mittag dieses 1. December befand sich der „Albatross“ nach astro- 
nomischer Beobachtung in 36° 36,4‘ N-Br und 179° 59,1‘ O-Lg und zeigte sich 
hierbei eine Stromversetzung rw S45°E von 17,3 Sm in 24 Stunden. Bei dem 
Uebergange von Ost- in West-Länge wurde der folgende Tag doppelt als 
1. December gezählt, und war der Mittagsort des Schiffes an diesem Tage, 
ebenfalls nach astronomischer Bestimmung, 36° 7,4‘ N-Br und 176° 20,7‘ W-Lg. 
Die Stromversetzung betrug an diesem Mittag rw S 85° E 27,1 Sm in 24 Stunden. 
Im Verlaufe dieses Tages wehten mehrmals Böen mit Regen, von 5—10 Minuten 
Dauer, nach denen das Wetter jedesmal schnell wieder aufklarte. Von 7" p.m. 
frischte der Wind aus West wiederum sehr schnell zu Stärke 9—10 auf und 
blieb böig bis 3* a. m. am 2. December; von 6" a.m.,. an flaute der Wind schnell 
ab und drehte bis NNW, später bis Mittag nach NE; bald darauf trat Wind- 
stille ein, auf welche Wind (1—3) aus ESE und südlicher Richtung folgte. 
Das Barometer war in diesen Tagen bis auf 772,8 mm (red. 770,9mm) gestiegen. 
Die Temperatur blieb niedrig (12—14°). 
3. Bemerkungen über Honolulu als Ausrüstungshafen.!) 
„Honolulu eignet sich in Folge seiner günstigen geographischen Lage 
ganz besonders zur Erfrischungs-Station für die auf der Tour von Asien nach 
Amerika oder umgekehrt begriffenen Schiffe. Frisches Rind- und Hammelfleisch 
ist stets in ausreichender Menge und bester Qualität zum Preise von 10 Cents pro 
Pfund (englisch) zu erhalten. Schweinefleisch ist bedeutend theurer, 16 Cents 
pro Pfund, dabei nur von mangelhafter Qualität und auch nur zeitweise zu 
erlangen. Frisches Weizenbrod in guter Qualität kostet pro Pfund 6 Cents. 
Kartoffeln von vorzüglicher Güte, aus Amerika importirt, sind in hinlänglichen 
Quantitäten zum Preise von 2'/2 Cents pro Pfund vorräthig. Frisches Gemüse 
ist ebenfalls zu haben, jedoch ist der Preis desselben ziemlich hoch, ca 6 bis 
7 Cts. pro Pfund. Gleichfalls sind Eier, Geflügel und Früchte sehr theuer, Von 
den vorräthigen Dauer-Proviant-Artikeln sind namentlich Erbsen (4 Pfund 
8%/a Cts.) und Bohnen (ä Pfund 5'/s Cts.) von vorzüglicher Güte, ebenso Zucker, 
hiesiger (ä Pfund 7 bis 8 Cts.), Reis (4 Pfund 5! Cts.), Hartbrod, bestes 
amerikanisches (ä Pfund 6 Cts.), Weizenmehl (200 Pfund ä 8 Dollars), Kaffee, Theo, 
Essig, Rum etc. Jeder dieser aufgeführten Artikel ist stets in hinreichenden 
Quantitäten am Platze. Die Beschaffung von Salzrind- und Salzschweinefleisch ist 
temporär schwierig, im Allgemeinen werden doch immerhin ca 20 Barrel (4200 Pfund) 
von jeder Sorte zu erlangen sein. Die Preise sind pro Barrel für Salzrindfleisch 
15 Dollars und für Salzschweinefleisch 20 Dollars. 
An Materialien sind zunächst Kohlen, namentlich australische, in grossen 
Quantitäten auf Lager (im Durchschnitt stets ca 3500 tons, von denen ca 1500 
tons zum Verkauf bestimmt sind). Obwohl stets Arbeitskräfte vorhanden sind, 
um die Kohlen einzunehmen, so thun Kriegsschiffe gut, dies durch die eigene Be- 
satzung besorgen zu lassen, weil das hierfür zu zahlende Arbeitslohn ausser- 
ordentlich hoch ist; es beträgt pro Kopf und Tag 2 resp. 3 Dollars. Für 
australische New-Castle-Kohle wurden 10 Dollars pro Ton bezahlt. 
1) Vgl. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1875, pag. 280; 1877, pag. 600; 1878, pag. 200; Findlay’s 
‚North Pacific“ (1870), pag. 849; Jülfs & Balleer: „Seehäfen der Erde“, Bd. I (1870), pag. 247.
	        
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