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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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pag. 33 als die bessere bezeichnet wird, Der dort angegebene Kurs NO konnte 
jedoch nicht lange beibehalten werden, da die Einfahrt ONO lief. Da inzwischen 
die Dunkelheit anbrach, wurde in der sich zu 2,5—3 Kblg Breite verengenden 
Einfahrt in 13m Wasser querab von der Passage-Insel geankert. Die Tiefen- 
Verhältnisse varliren sehr und wurden in der Passage ganz unregelmässig 
zwischen 12 und 25m gefunden. Bei einer am nächsten Morgen mit Booten 
vorgenommenen Fahrt in der Lagune stellte sich heraus, dass eine viel bessere 
und tiefere Rinne sich unmittelbar nördlich vom Ankerplatz befindet, von dem- 
selben nur durch ein schmales Riff getrennt und ziemlich dicht an der Passage- 
Insel vorbeiführend. In diesem Kanal, der mehrere Kabellängen breit ist, 
wurden bei Niedrigwasser nicht unter 6m Wassertiefe gefunden, in der Lagune nicht 
unter 10m. Nach den englischen Angaben soll man ein grosses Haus in SS0O’'/40 
peilen und dann auf dasselbe zusteuern; dieses ist indessen niedergerissen, 
doch steht in der Nähe desselben ein mit einem blechernen Dach versehenes 
und mit einer Steinmauer umgebenes Haus, das denselben Zweck erfüllt. Der 
Kurs NO durch die Passage erwies sich hier als zutreffend. Der Unterschied 
zwischen Hoch- und Niedrigwasser scheint hier grösser, als auf den anderen 
Inseln zu sein. Die Stärke des Stromes wurde auf dem Ankerplatz zu 
2,7 Sm gemessen. - 
Für das Einsteuern würde etwa Folgendes zu beachten sein. Ist die 
kleine Passage-Insel gefunden, welche leicht durch das Haus und ihre vorher 
beschriebene Lage kenntlich sein wird, muss das Riff aufgesucht wurden, welches 
die nördliche Passage von der südlichen trennt. Dasselbe liegt etwa 5 Kblg 
südlich von der Insel und ist bei Niedrigwasser durch Brandung, bei Hoch- 
wasser durch sehr helle Färbung des Wassers kenntlich. Sodann kann die 
Passage. ohne Schwierigkeit mit NO-Kurs gemacht und auf das Haus mit 
dem Eisendach, sobald dasselbe SSO!/40 peilt, zugesteuert werden. Das tiefe 
Wasser mag sich bis ca G—8 Kblg vom Ufer ab erstrecken; die Riffe sind gut 
sichtbar, so dass es leicht sein wird, die richtige Entfernung zum Ankern zu 
finden. Der Ankergrund besteht aus Sand. Die Einwohner sind hier sehr 
wenig entgegenkommend und scheinen Säufer zu sein.“ 
5. Marshall-Gruppe. 
„Die Yaluit-Inseln umschliessen eine sehr geräumige Lagune mit mehreren 
Einfahrten, von denen die südöstliche und südwestliche die wichtigsten sind. 
Segelschiffe benutzen zum KEinlaufen die erstere, zum Auslaufen die letztere 
Passage, beide liegen bei dem vorherrschenden NE-Wind sehr bequem. S. M. S. 
s Ariadne“ benutzte beide Male die SO-Passage. Dieselbe ist auf der englischen 
Karte viel zu breit angegeben, wie die Karte überhaupt nur einen sehr ober- 
fächlichen Anhalt gewährt. Von der südlichsten Spitze der ganzen Gruppe 
Jäuft das Riff mehr nördlich als die Karte angiebt, ist bis zur Passage ca 8 Sm 
lang und trägt eine Masse von kleinen Inseln, von welchen die letzte vor der 
Passage liegende, auf der sich die deutschen Niederlassungen befinden, grösser 
als die übrigen ist und am Nordende höhere Bäume trägt. Gleich nördlich der 
Passage liegen zwei kleine, niedrig bewachsene Inseln, die jedoch, wenn man 
von Süden kommt, erst ziemlich dicht an der Passage gesichtet werden. 
Oestlich von diesen letzteren Inseln erhebt sich eine sehr dicht und hoch 
bewachsene Insel, von welcher aus das ebenfalls mit Inseln bedeckte Riff in 
ungefähr NOzO-licher Richtung 5 Sm weit läuft. 
Auf der diesem Hefte beigegebenen Tafel ist die Kopie einer Karte 
wiedergegeben, welche vor einigen Jahren von einem englischen Schiffsführer 
aufgenommen ist und sich als gut bewährt hat. Dieselbe stellt die SO-Passage 
mit dem daran liegenden Ankerplatz dar und ist durch einige Lothlinien seitens 
der „Ariadne“ vervollständigt worden. Es erübrigt noch, Folgendes hinzuzufügen: 
Das die Passage nördlich begrenzende Riff fällt schräger ab, als das südliche, 
und muss daher mit mehr Vorsicht genommen werden. Der Strom setzt gleich- 
laufend mit der Passage; in der Lagune ist er nicht zu spüren. Die auf der 
Spitze des inneren Riffs vermerkte Bake fehlt; die andere ist vorhanden, doch 
sehr primitiver Art. Der Ankerplatz zwischen der Bake und dem Herns- 
heimschen Etablissement ist schlecht, da hier eine Stelle ist, wo die Korallen
	        
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