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pag. 33 als die bessere bezeichnet wird, Der dort angegebene Kurs NO konnte
jedoch nicht lange beibehalten werden, da die Einfahrt ONO lief. Da inzwischen
die Dunkelheit anbrach, wurde in der sich zu 2,5—3 Kblg Breite verengenden
Einfahrt in 13m Wasser querab von der Passage-Insel geankert. Die Tiefen-
Verhältnisse varliren sehr und wurden in der Passage ganz unregelmässig
zwischen 12 und 25m gefunden. Bei einer am nächsten Morgen mit Booten
vorgenommenen Fahrt in der Lagune stellte sich heraus, dass eine viel bessere
und tiefere Rinne sich unmittelbar nördlich vom Ankerplatz befindet, von dem-
selben nur durch ein schmales Riff getrennt und ziemlich dicht an der Passage-
Insel vorbeiführend. In diesem Kanal, der mehrere Kabellängen breit ist,
wurden bei Niedrigwasser nicht unter 6m Wassertiefe gefunden, in der Lagune nicht
unter 10m. Nach den englischen Angaben soll man ein grosses Haus in SS0O’'/40
peilen und dann auf dasselbe zusteuern; dieses ist indessen niedergerissen,
doch steht in der Nähe desselben ein mit einem blechernen Dach versehenes
und mit einer Steinmauer umgebenes Haus, das denselben Zweck erfüllt. Der
Kurs NO durch die Passage erwies sich hier als zutreffend. Der Unterschied
zwischen Hoch- und Niedrigwasser scheint hier grösser, als auf den anderen
Inseln zu sein. Die Stärke des Stromes wurde auf dem Ankerplatz zu
2,7 Sm gemessen. -
Für das Einsteuern würde etwa Folgendes zu beachten sein. Ist die
kleine Passage-Insel gefunden, welche leicht durch das Haus und ihre vorher
beschriebene Lage kenntlich sein wird, muss das Riff aufgesucht wurden, welches
die nördliche Passage von der südlichen trennt. Dasselbe liegt etwa 5 Kblg
südlich von der Insel und ist bei Niedrigwasser durch Brandung, bei Hoch-
wasser durch sehr helle Färbung des Wassers kenntlich. Sodann kann die
Passage. ohne Schwierigkeit mit NO-Kurs gemacht und auf das Haus mit
dem Eisendach, sobald dasselbe SSO!/40 peilt, zugesteuert werden. Das tiefe
Wasser mag sich bis ca G—8 Kblg vom Ufer ab erstrecken; die Riffe sind gut
sichtbar, so dass es leicht sein wird, die richtige Entfernung zum Ankern zu
finden. Der Ankergrund besteht aus Sand. Die Einwohner sind hier sehr
wenig entgegenkommend und scheinen Säufer zu sein.“
5. Marshall-Gruppe.
„Die Yaluit-Inseln umschliessen eine sehr geräumige Lagune mit mehreren
Einfahrten, von denen die südöstliche und südwestliche die wichtigsten sind.
Segelschiffe benutzen zum KEinlaufen die erstere, zum Auslaufen die letztere
Passage, beide liegen bei dem vorherrschenden NE-Wind sehr bequem. S. M. S.
s Ariadne“ benutzte beide Male die SO-Passage. Dieselbe ist auf der englischen
Karte viel zu breit angegeben, wie die Karte überhaupt nur einen sehr ober-
fächlichen Anhalt gewährt. Von der südlichsten Spitze der ganzen Gruppe
Jäuft das Riff mehr nördlich als die Karte angiebt, ist bis zur Passage ca 8 Sm
lang und trägt eine Masse von kleinen Inseln, von welchen die letzte vor der
Passage liegende, auf der sich die deutschen Niederlassungen befinden, grösser
als die übrigen ist und am Nordende höhere Bäume trägt. Gleich nördlich der
Passage liegen zwei kleine, niedrig bewachsene Inseln, die jedoch, wenn man
von Süden kommt, erst ziemlich dicht an der Passage gesichtet werden.
Oestlich von diesen letzteren Inseln erhebt sich eine sehr dicht und hoch
bewachsene Insel, von welcher aus das ebenfalls mit Inseln bedeckte Riff in
ungefähr NOzO-licher Richtung 5 Sm weit läuft.
Auf der diesem Hefte beigegebenen Tafel ist die Kopie einer Karte
wiedergegeben, welche vor einigen Jahren von einem englischen Schiffsführer
aufgenommen ist und sich als gut bewährt hat. Dieselbe stellt die SO-Passage
mit dem daran liegenden Ankerplatz dar und ist durch einige Lothlinien seitens
der „Ariadne“ vervollständigt worden. Es erübrigt noch, Folgendes hinzuzufügen:
Das die Passage nördlich begrenzende Riff fällt schräger ab, als das südliche,
und muss daher mit mehr Vorsicht genommen werden. Der Strom setzt gleich-
laufend mit der Passage; in der Lagune ist er nicht zu spüren. Die auf der
Spitze des inneren Riffs vermerkte Bake fehlt; die andere ist vorhanden, doch
sehr primitiver Art. Der Ankerplatz zwischen der Bake und dem Herns-
heimschen Etablissement ist schlecht, da hier eine Stelle ist, wo die Korallen