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Insel Taviuni. Somo Somo-Bai. Die Insel Taviuni ist auf der
zuletzt erschienenen Karte anders niedergelegt, als auf der älteren; nach den
von Bord der „Ariadne“ angestellten Beobachtungen liegt die Südspitze in
17° 1,6‘ S-Br und 179° 57‘ O-Lg, während dieselbe nach der älteren Karte in
derselben Breite und ca 179° 54’ Ost, auf der neuen jedoch beträchtlich nörd-
licher zu liegen kommt. Uebereinstimmend hiermit wurde auch die Länge von
Somo Somo zu 179° 59‘ West ermittelt, welche auf der älteren Karte auch 3‘
westlicher ist. Hiernach scheint die ältere Karte die richtigere zu sein und in
derselben nur die ganze Insel zu westlich zu liegen.
Das Riff bei Vuna-Point dehnt sich ca 1’ Sm nach West aus; die
südwestliche Seite der Insel ist von grösseren Riffen frei, doch hat die Südspitze
ein Riff, das sich ca !/2 Sm weit nach Süd erstreckt. Von Vuna- Point nach
NO scheint das Fahrwasser vollständig klar zu sein; die kleine Insel Corolib
(38 m hoch) kommt bei klarem Wetter sehr bald in Sicht und muss an St. B.
gut offen gehalten werden. Corolib oder Goat- Island ist von einem Riff
amgeben, welches nur im Süden durch Brecher gekennzeichnet ist, die äusserste
Spitze desselben liegt ca 5 Kblg N%s0O von Corolib. Südlich von dieser Insel
liegt das Dorf Wairiki; man kann vor demselben ankern, doch wird dies nicht
empfohlen, da der Grund schr hart und uncben ist; „Ariadne“ lothete 16m,
während das Schiff beigedreht lag, und unmittelbar darauf nur 6m. Der
nördlich von der Insel befindliche Ankerplatz vor dem Dorf Somo Somo (Somu
Somu) hingegen hat weichen, wenn auch unebenen Schlickgrund,
Die Skizze (s. 'Fafel) ist nach den während des Aufenthalts dort an-
gestellten Lothungen und Peilungen zusammengestellt und kann, wenn sie auch
wegen der zur Aufnahme zur Verfügung gestandenen nur kurzen Zeit auf absolute
Genauigkeit keinen Anspruch machen darf, doch das Ansteuern der Rhede
wesentlich erleichtern,
Südwestlich von der Ortschaft mündet ein kleiner Bach in die Bucht,
und fängt hier das Ufer an steinig zu werden; ca 2 Kblg westlich hiervon ist
das steinige Ufer durch ein kleines Stück weissen Sandstrandes unterbrochen,
welches gut sichtbar ist und daher als Ansteuerungsmarke empfohlen werden
kann. S. M. S. „Ariadne“ ankerte auf 48m Wasser, und zwar peilte der
erwähnte Sandfleck S 23° O0 und Corolib S 74° W; weiter östlich, wo „Ariadne*
erst zu Anker und in unmittelbarer Nähe eines gefährlichen Steines lag, ist der
Grund sehr uneben und steinig, auch erstreckt sich dort das flache Wasser
weiter heraus. Der zuletzt eingenommene Ankerplatz ist von der Küste 2,5 Kblg,
von der Insel Corolib 1,2 Sm entfernt und kann seines gut haltbaren Anker-
grundes wegen empfohlen werden. Für das Ansteuern dieses Ankerplatzes von
SW her kann folgendes als Direktive aufgestellt werden. Die Durchfahrt zwischen
dem die Insel Corolib umgebenden und dem von Mount Cocoanut Point nach
Ost sich erstreckenden Riff ist ca 1'% Sm breit. Bei dem Passiren dieser
Durchfahrt ist guter Ausguck aus dem Vormars sehr nothwendig, da die Riffe
sich nicht überall durch Brandung kenntlich machen und die hellere Färbung
des Wassers auch häufig von Deck aus schlecht wahrnehmbar ist. Man hat
das Riff von Corolib passirt, wenn letztere Insel S’/sW peilt; der Kurs auf den
Ankerplatz ist dann S0z0!VsO, angenommen, dass die Insel auf ca 1 Sm Distanz
passirt wird. Der vorerwähnte weisse Strandfleck liegt dann gerade offen an
St. B. und führt, wenn er nicht westlicher als S 23° O gepeilt wird, auf einen
guten Ankerplatz in 40 bis 50m Wasser.
Für das Verlassen der Rhede findet das Umgekehrte Anwendung. Man
steuere vom Ankerplatz aus NWzW!/sW, bis Corolib in S°/sW peilt, dann
setze man den Kurs auf Cikinova Point, bis Corolib in SSO peilt, und setze dann
Kurs SW1!/4S. Peilt Vuna Point SSW und Corolib SO*20, so kann SSW!/2W
gesteuert werden, mit welchem Kurse man frei von Vuna-Riff fährt.
Die an der Westseite der Somo Somo-Strasse liegenden Inseln scheinen
auf der Karte richtig verzeichnet zu sein; dass die Peilungen mit der Karte
1) Die von Korv.-Kapt. von Werner in seinem Berichte gegebene Anleitung für das An-
steuern der ‚Somo Somo-Strasse von Süden her kann erst in einem späteren Hefte dieser Annalen
mitgetheilt werden, weil betreffs einiger Bedenken über die Richtigkeit einzelner im Original angegebenen
Peilungen von dem Kommando der „Ariadne“ erst ein Bescheid abgewartet werden muss. A. d. R,