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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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angefertigte sind, so steht anzunehmen, dass der Werth A, welcher im All- 
gemeinen die Abhängigkeit des Ganges von der Temperatur darstellt, im vor- 
liegenden Falle von der bei neuen Chronometern unvermeidlichen Acceleration 
mit beeinflusst wird, und möchte es aus diesem Grunde schwer werden, einem 
dieser Instrumente vor dem anderen einen wesentlichen Vorzug in der Güte 
einzuräumen, und sind sie meines Erachtens sämmtlich als recht gut zu 
betrachten. 
Gruppe III enthält die Chronometer No. 21 bis 25 mit dem Werthe 
A-+2B zwischen den engen Grenzen 57—60 Sek, welchen jedenfalls das 
Prädikat gut zu ertheilen ist, während Gruppe IV die Chronometer No. 26—38 
mit den charakteristischen Zahlenwerthen 65—74 Sek umfasst, welche für die 
Zwecke der Schifffahrt als durchaus brauchbar bezeichnet werden dürfen, wenn- 
gleich die Beträge der Kolumne A hier bereits anfangen ziemlich erheblich 
zu werden. 
In Gruppe V befinden sich die übrigen Chronometer No. 39-—51, mit 
den Werthen A -}2B zwischen den weiten Grenzen 87—132 Sek; bei‘ diesen 
Instrumenten haben die Einflüsse einer ungenügenden Temperaturkompensation 
verbunden mit anderen Fehlern und einer starken Acceleration zusammengewirkt, 
am das Ergebniss der Prüfung zu einem weniger befriedigenden zu machen. 
Auf Grund des seitens der Direktion der Seewarte an die Kaiserliche 
Admiralität erstatteten Berichtes über die Resultate dieser zweiten Konkurrenz- 
prüfung hat das Hydrographische Bureau der Kaiserlichen Admiralität ausser 
den bereits angeführten Chronometern No. 1—4 noch die anderen in den Ta- 
bellen mit den Nummern bis inkl. 14 bezeichneten Chronometer für die Zwecke 
der Kaiserlichen Marine zu den von den Fabrikanten geforderten Preisen 
angekauft, ausserdem sind durch die Vermittelung des Instituts die beiden 
Chronometer No. 15 und 16 von der Königlichen Universitäts-Sternwarte und 
dem Königlichen physikalischen Institute zu Göttingen angekauft worden. 
Schliesslich kann ich nicht umhin, meiner Freude über die rege Be- 
theiligung der Fabrikanten an dieser Konkurrenzprüfung Ausdruck zu geben, 
30 wie meine Ansicht dahin auszusprechen, dass die Mehrzahl derselben durch 
ihre Leistungen ein rühmliches Zeugniss für ihr Bestreben abgelegt hat, auf 
dem Gebiete der Chronometer-Fabrikation das Beste zu liefern. 
Ich darf ferner nicht unerwähnt lassen, dass diesesmal alle zu einem 
Gelingen erforderlichen Faktoren: die Güte der zu untersuchenden Instrumente, 
die systematische Anordnung der Prüfung selbst, die Reichhaltigkeit der dem 
Institute zu diesem Zwecke zur Verfügung stehenden Apparate, die Umsicht 
und der Pflichteifer des zunächst mit der Ausführung der Vergleichungen und 
Reduktionen beauftragten Abtheilungs- Assistenten Herrn Dr. Boeddicker, so 
wie die Sorgfalt, mit welcher die astronomischen Zeitbestimmungen seitens 
des Observators der Sternwarte Herrn Dr. Schrader angestellt wurden, zu- 
3ammengewirkt haben, um diese zweite Konkurrenzprüfung zu einer vollständig 
erfolgreichen zu machen. 
in einem der folgenden Hefte dieser Zeitschrift beabsichtige ich, gleich- 
wie bei der ersten Konkurrenzprüfung geschehen, für eine Anzahl der diesesmal 
antersuchten Chronometer die berechneten Gangformeln und die Resultate der 
Vergleichung derselben mit den beobachteten Gängen mitzutheilen. 
Hamburg, Juni 1879. 
George Rümker.
	        
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