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dar; aus diesem theilen wir hier diejenigen Ergebnisse.mit, welche uns einen
Einblick in die allgemeine Bodengestaltung der Nordsee und in die Vertheilung
der Temperaturen und des specifischen Gewichtes in der offenen Nordsee und
an einigen ihrer Küstenpunkte gewähren können.
Vom 21. Juli bis 9. September 1872 unternahm die erwähnte Kieler
Kommission, bestehend aus den Herren Dr. H. A. Meyer, Dr. K. Möbius,
Dr. G. Karsten, Dr. V. Hensen und Dr. C. Kupffer, auf dem ihr von Seiten
der Kaiserlichen Marine zur Verfügung gestellten Aviso-Dampfer „Pommerania“
eine wissenschaftliche Untersuchungsfahrt in die Nordsee, bei welcher sie fast
alle Küsten der Nordsee berührte, dieselbe im Norden von Bergen (Norwegen)
bis Peterhead (Schottland) und im Süden von Yarmouth (England) bis Texel
(Holland) durchkreuzte (s. Karte zu Jahresber..II u. III d. Kieler Komm., 1875)
und in dieser Zeit 255 Beobachtungen über Tiefen, Temperaturen ete, des
Wassers, Strömungen und Wind und Wetter ausführte.
Tiefe und Bodengestaltung. Im Grossen und Ganzen ist die Nord-
see ein sehr seichtes Meer. Ihr Meeresboden bildet einen Theil der grossen
Bank, auf welcher u. A. die britischen Inseln liegen, und steigt von Norden
nach Süden und Osten ziemlich regelmässig auf. Die südlichen und östlichen
Küsten der Nordsee sind von einem viele Seemeilen breiten, aber weniger als
40m tiefen Meeressaum umgebon; die. kleinere südöstliche Hälfte der ganzen
Nordsee besitzt kaum irgendwo mehr, als 57m Wassertiefe. Diese flachere
Hälfte der Nordsee kann man von der etwas tieferen nördlichen ziemlich scharf
durch eine Linie trennen, welche von der Nordgrenze der Doggerbank bis in
die Mitte des Skagerrak zwischen Skagen und der norwegischen Küste sich
erstreckt, Die Doggerbank (Dogger heissen die holländischen Fischerboote)
bildet ein langgestrecktes submarines Plateau, dessen Längenausdehnung etwa
?/5 der Breite der Nordsee ausmacht; in der Nähe der englischen Küste steigt
sie bis auf 15—17m unter dem Wasserspiegel empor, nach Osten sinkt sie bis
auf 32m hinab.
Auch der nördlich von der oben erwähnten Linie gelegene Theil des
Meeresgrundes der Nordsee fällt nur allmählich nach Norden zu ab und erreicht
nirgends eine Tiefe von 188m (100 rh. Fad.), ausser in der schmalen Rinne,
welche sich dicht an der norwegischen Küste entlang zieht, sich im Skagerrak
fortsetzt und dann plötzlich an der schwedischen Küste endet. Die grösste, in
dieser Rinne von Dr. H. A. Meyer gelothete Tiefe betrug 687m (365-rh. Fad.)
bei Neerstrand am Buken-Fijord an der Westküste von. Norwegen; weiter nörd-
lich am Kors-Fjord bei Korsnaes (südlich von Bergen) wurden 635m (337 rh. Fad.)
gelothet und weiter südlich (schon im Skagerrak) 48 Sm NWzW von Skagen,
603m (320 rh. Fad.), 32 Sm NWzN von Hirshals 503m (267 rh. Fad.); ferner
wurden während der Ostsee-Expedition der „Pommerania“ im Juni 1871 auf
der Höhe vor Arendal (in ca 58!/2° N-Br und 9,3° O-Lg) Tiefen von mehr als
600m gelothet und ca 20 Sm nördlich von Skagen Tiefen über 200m.
Ebenso wie die norwegische Küste, fallen alle anderen nördlichen Küsten
der Nordsee, die schottischen und die von Nordengland entweder schroff ab,
oder haben doch schon in unmittelbarer Nähe wenigstens 38m (20 rh. End)
Wassertiefe; dagegen verlaufen alle ‚südlich und östlich von der Doggerban
gelegenen Küsten sehr flach.) N
Temperatur-Vertheilung. In der nördlichen Hälfte der. Nordsee
finden sich im Sommer Wasserschichten von sehr ungleicher Wärme vor, sowohl
an der Oberfläche, als in allerdings geringen Tiefen unterhalb derselben, Die
von der Wärme der Sommersonne durchdrungene Wasserschicht ist in dieser
nördlichen Hälfte der Nordsee durchweg sehr dünn, nicht über 20m mächtig;
der Uebergang von der überhitzten oberen Schicht in die zunächstliegende kalte
untere tritt oft ganz plötzlich ein, sowohl im Osten, als im Westen der Nord-
see. Wir führen als Beispiele an:
Y Vel. u. A. die Deutschen Admiralitäts-Karten No. 44, 49, 50, 53, 56.