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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

PUR 
ein Unterschied in den Angaben des auf die betreffende Normaltemperatur 
reducirten Salzgehaltes des Meerwassers. Während Buchanan nach Erman’s 
Untersuchungen den Salzgehalt aus dem auf 15,6° C reducirten specifischen 
Gewicht berechnet, wird bei den deutschen Bestimmungen nach Karsten’s 
Tafel der Salzgehalt hergeleitet. Nachstehende Tabelle zeigt den Unterschied 
beider Herleitungen. 
Dem specifischen Gewichte für 
15,6° C von . .0000.0000000 4004 
entspricht in 1000 Theilen Meerwasser 
ein Salzgehalt von. . ... .. 
Dem specifischen Gewichte für 
17,5° C von 2 000 
entspricht in 1000 Theilen Meerwasser 
ein Salzgehalt von. . . . ; 
1,025 1,026 1,027 1,028 
33,765 35,049 36,343 37,637 Theilen. 
1,025 1,026 1,027 1,028 
32,8 34,1 354 36,7 Theilen. 
Was zunächst die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes des Meer- 
wassers an der Oberfläche in verschiedenen Theilen des Atlantischen Oceans 
betrifft, so zeigen die früheren Bestimmungen von Lenz und die neueren von 
Buchanan und von Schleinitz übereinstimmend, dass im Nordatlantie das 
specifische Gewicht des Oberflächenwassers in ca 22° N-Br und 40° W-Lg 
(also im Herzen der NE-Passatregion) sein Maximum erreicht. Ueberhaupt ist 
das Wasser in der Mitte des Nordatlantic (also ca längs des 40. Meridians) 
zwischen den Parallelen von 15°—30° Nord dichter, als an der Ost- und West- 
seite desselben; in der Mitte nämlich ist in ca 22°—23° N-Br und 35°—44° W-Lg 
das specifische Gewicht in maximo =— 1,02776 (Lenz fand in 20° N-Br ebenfalls 
0,02776), auf der Ostseite dagegen beträgt das Maximum dos specifischen Ge- 
wichtes in ca 24° N-Br 1,02763, und an der Westseite in ca 27° N-Br nur 
1,02745. Bei dem Durchkreuzen des Golfstromes zwischen Halifax und Bermuda 
wurde vom „Challenger“ das specifische Gewicht desselben zu 1,0271 gefunden, 
welcher Betrag mit dem Durchschnittswerthe aus allen zwischen St, Thomas, 
Bermuda und den Azoren gewonnenen Bestimmungen übereinstimmt, 
Das äquatoriale Minimum wurde an Bord des „Challenger“ zu 1,0260 in 
3° N-Br und ca 15° W-Lg sowohl bei der Aus-, als bei der Heimreise gefunden; 
Freiherr von Schleinitz fand bei der Ausreise der „Gazelle“ in 6° 28‘ N-Br 
1,0251 (ebenso Lenz [1823] in 7° 30‘ N-Br bei seiner Ausreise) und 1,0262 
in 4° 40'N-Br (Lenz 1,02575 in 2° N-Br bei seiner Heimreise). In dem östlich 
setzenden Aequatorial-Gegenstrom, wozu man auch den Guineastrom rechnen 
kann, ist das Wasser wärmer und weniger salzhaltig, als zu beiden Seiten des- 
selben (vgl. auch „Ann. d. Hydr. etc“, 1876, pag. 380 und 382). 
Bei der Ausreise des „Challenger“ segelte dieser längs dem Aequator von 
30°—34° W-Lg, also mit dem südlichen Aequatorialstrom; das specifische Ge- 
wicht nahm von 1,0260 im Osten bis zu 1,0268 im Westen zu, wo das schwere 
Wasser der Region des SE-Passates bei seinem Eintritt in den Nordatlantic 
gekreuzt wurde. 
Im Südatlantic ist das Maximum des specifischen Gewichtes ebenfalls im 
Herzen der Region des Passates, aber beträchtlich näher dem Aequator, als im 
Nordatlantic, nämlich bei den Abrolkos-Inseln, wo das specifische Gewicht an 
der Oberfläche 1,02785 betrug (das höchste im ganzen Atlantischen Occan 
überhaupt). Das hohe specifische Gewicht des Meerwassers an der brasilianischen 
Küste zwischen Kap St. Rogue und der Abrolhos-Inseln ist sehr bemerkenswerth 
in Anbetracht der vielen grossen Ströme, welche ihr Wasser in den Ocean 
senden; es kann, nach Buchanan, ohne Zweifel durch die grosse Kraft des 
SE-Passates erklärt werden, welcher das durch seine Einwirkung koncentrirte 
Wasser gegen die Küste von Brasilien wirft. An der Ostseite des Südatlantic 
ist das specifische Gewicht des Wassers an der Oberfläche geringer, als an der 
Westseite; es beträgt im Parallel des Kap der guten Hoffnung im Durchschnitt 
1,0261. Zwischen 40°—60° S-Br herrscht ein gleichförmiges specifisches Ge- 
wicht von 1,0250. Auf die Unterschiede des Verhaltens des specifischen Ge- 
wichtes des Oberflächenwassers im Atlantischen und Stillen Ocean werden wir 
noch später zurückkommen,
	        
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