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ein Unterschied in den Angaben des auf die betreffende Normaltemperatur
reducirten Salzgehaltes des Meerwassers. Während Buchanan nach Erman’s
Untersuchungen den Salzgehalt aus dem auf 15,6° C reducirten specifischen
Gewicht berechnet, wird bei den deutschen Bestimmungen nach Karsten’s
Tafel der Salzgehalt hergeleitet. Nachstehende Tabelle zeigt den Unterschied
beider Herleitungen.
Dem specifischen Gewichte für
15,6° C von . .0000.0000000 4004
entspricht in 1000 Theilen Meerwasser
ein Salzgehalt von. . ... ..
Dem specifischen Gewichte für
17,5° C von 2 000
entspricht in 1000 Theilen Meerwasser
ein Salzgehalt von. . . . ;
1,025 1,026 1,027 1,028
33,765 35,049 36,343 37,637 Theilen.
1,025 1,026 1,027 1,028
32,8 34,1 354 36,7 Theilen.
Was zunächst die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes des Meer-
wassers an der Oberfläche in verschiedenen Theilen des Atlantischen Oceans
betrifft, so zeigen die früheren Bestimmungen von Lenz und die neueren von
Buchanan und von Schleinitz übereinstimmend, dass im Nordatlantie das
specifische Gewicht des Oberflächenwassers in ca 22° N-Br und 40° W-Lg
(also im Herzen der NE-Passatregion) sein Maximum erreicht. Ueberhaupt ist
das Wasser in der Mitte des Nordatlantic (also ca längs des 40. Meridians)
zwischen den Parallelen von 15°—30° Nord dichter, als an der Ost- und West-
seite desselben; in der Mitte nämlich ist in ca 22°—23° N-Br und 35°—44° W-Lg
das specifische Gewicht in maximo =— 1,02776 (Lenz fand in 20° N-Br ebenfalls
0,02776), auf der Ostseite dagegen beträgt das Maximum dos specifischen Ge-
wichtes in ca 24° N-Br 1,02763, und an der Westseite in ca 27° N-Br nur
1,02745. Bei dem Durchkreuzen des Golfstromes zwischen Halifax und Bermuda
wurde vom „Challenger“ das specifische Gewicht desselben zu 1,0271 gefunden,
welcher Betrag mit dem Durchschnittswerthe aus allen zwischen St, Thomas,
Bermuda und den Azoren gewonnenen Bestimmungen übereinstimmt,
Das äquatoriale Minimum wurde an Bord des „Challenger“ zu 1,0260 in
3° N-Br und ca 15° W-Lg sowohl bei der Aus-, als bei der Heimreise gefunden;
Freiherr von Schleinitz fand bei der Ausreise der „Gazelle“ in 6° 28‘ N-Br
1,0251 (ebenso Lenz [1823] in 7° 30‘ N-Br bei seiner Ausreise) und 1,0262
in 4° 40'N-Br (Lenz 1,02575 in 2° N-Br bei seiner Heimreise). In dem östlich
setzenden Aequatorial-Gegenstrom, wozu man auch den Guineastrom rechnen
kann, ist das Wasser wärmer und weniger salzhaltig, als zu beiden Seiten des-
selben (vgl. auch „Ann. d. Hydr. etc“, 1876, pag. 380 und 382).
Bei der Ausreise des „Challenger“ segelte dieser längs dem Aequator von
30°—34° W-Lg, also mit dem südlichen Aequatorialstrom; das specifische Ge-
wicht nahm von 1,0260 im Osten bis zu 1,0268 im Westen zu, wo das schwere
Wasser der Region des SE-Passates bei seinem Eintritt in den Nordatlantic
gekreuzt wurde.
Im Südatlantic ist das Maximum des specifischen Gewichtes ebenfalls im
Herzen der Region des Passates, aber beträchtlich näher dem Aequator, als im
Nordatlantic, nämlich bei den Abrolkos-Inseln, wo das specifische Gewicht an
der Oberfläche 1,02785 betrug (das höchste im ganzen Atlantischen Occan
überhaupt). Das hohe specifische Gewicht des Meerwassers an der brasilianischen
Küste zwischen Kap St. Rogue und der Abrolhos-Inseln ist sehr bemerkenswerth
in Anbetracht der vielen grossen Ströme, welche ihr Wasser in den Ocean
senden; es kann, nach Buchanan, ohne Zweifel durch die grosse Kraft des
SE-Passates erklärt werden, welcher das durch seine Einwirkung koncentrirte
Wasser gegen die Küste von Brasilien wirft. An der Ostseite des Südatlantic
ist das specifische Gewicht des Wassers an der Oberfläche geringer, als an der
Westseite; es beträgt im Parallel des Kap der guten Hoffnung im Durchschnitt
1,0261. Zwischen 40°—60° S-Br herrscht ein gleichförmiges specifisches Ge-
wicht von 1,0250. Auf die Unterschiede des Verhaltens des specifischen Ge-
wichtes des Oberflächenwassers im Atlantischen und Stillen Ocean werden wir
noch später zurückkommen,