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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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c) „Curacao eignet sich zur Ausrüstung von Schiffen, die an der Küste 
von Venezuela stationirt sind. Proviant von sehr guter Qualität wurde hier 
angetroffen, und nur wenig theurer, als in St, Thomas. An Wasser existirt 
Regen- und sogenanntes Quellwasser; das in Cisternen aufgefangene Regen- 
wasser ist ein sehr gutes Trinkwasser, der Preis varlirt aber je nach dem 
Vorrath und beträgt 21/4 bis 2%/4 Gulden per Oxhoft (100 Wein-Gallon); das 
Quellwasser hat etwa den halben Preis. 
Curagao vermittelt den‘ Handel mit den Staaten an der Nordküste Süd- 
Amerika’s, hauptsächlich ist es Stapelplatz für Maracaibo. Es exportirt fast nur 
Salz, welches in den an der Küste angelegten Salinen gewonnen wird, und Kalk- 
phosphat zur Bereitung von künstlichem Dünger. Der Import erstreckt sich 
auf alle Handelsartikel. 
Die Hafeneinfahrt ist sehr eng, höchstens 50m breit und besonders des- 
halb nicht ungefährlich, weil bei ziemlich bewegter See fast stets ein starker 
Wind querein ist, wozu sehr häufig noch ein starker Strom aus derselben 
Richtung quer vor der Hafeneinfahrt vorbeisetzt. Grössere Schiffe sollten des- 
balb auch unter Dampf nie versuchen, ohne Hülfe eines Lootsen einzulaufen, 
weil man nie wissen kann, ob und wie stark der Strom läuft.“ 
2. Beschreibung des Port Robinson an der NW-Küste von 
Madagaskar. Der Commander W. J. L. Wharton von I Br. M.S. „Fawn“ 
hat nach der „Hydrographic Notice“ No. 1, London, 1879, Nachstehendes über 
Port Robinson berichtet. Port Robinson liegt ca 6 Sm westlich von Kap Amber, 
ist ein guter Hafen und wegen seines geraden Fahrwassers den unmittelbar 
westlich davon gelegenen Häfen Port Jenkinson und Port Liverpool vorzuziehen. 
Die Riffe an beiden Seiten des Hafens sind vom Topp aus gut sichtbar, die 
Wassertiefe beträgt in der Einfahrt 16,5 bis 22m, und an der schmalsten Stelle 
ist dieselbe 119m ‚breit, Das Auge muss den Hauptführer beim KEinsegeln 
abgeben. In der Hafeneinfahrt setzt die Gezeitenströmung zwar stark, aber 
recht längs dem zum Hafen führenden Fahrwasser, welches die Richtung 
SOzS—NWZzN hat. ; 
‚Der „Fawn“ fand auf 20m Wassertiefe, Sand- und Schlammgrund, einen 
guten Ankerplatz, als die nordwestliche Einfahrtsspitze NNW!/2W und Rocky 
Point WzS peilten. Die Riffe waren an jeder Seite %4 Kblg entfernt, weiter 
hinein war anscheinend mehr Raum zum Umdrehen, doch wurde der Theil nicht 
untersucht. 
Wasser kann man zu jeder Zeit durch Graben in dem an der NO-Seite 
des Hafens befindlichen Thal erhalten. 
Das Land in der Umgebung von Port Robinson ist meistentheils öde. 
Viehheerden  durchstreifen die Hügel und Ebenen, aber keine Fussspur eines 
Menschen konnte, obgleich das trockene Gras auf den Hügeln vor Kurzem ab- 
gebrannt war, entdeckt werden. Wilde Schweine, Perlhühner und wildes Ge- 
fügel wurden in der Nähe des Hafens gesehen. 
Gezeiten. Die Hafenzeit zu Port Robinson ist 4 15; die Fluthhöhe 
beträgt bei Springzeit 2,.1m; die Missweisung ist 9° 20‘ West 1879, 
3. Beschreibung des Landes bei Kap Amber. Madagaskar. 
Der Commander W, J. L. Wharton von I. Br. M. S. „Fawn“ hat nach der 
„Hydrographie Notice“ No. 1, London, 1879, berichtet, dass das Land bei Kap 
Amber einen zerklüfteten Eindruck macht, die höchsten Spitzen haben ungefähr 
eine Höhe von 305m, Die Hügel sind kahl, mit Ausnahme an ihren Spitzen, 
welche mit Gras bedeckt sind. Der Berg Liverpool ist, da er breiter als die 
übrigen Berge und da er mit Ausnahme des runden Dark-Berges auch der 
einzige bewaldete Berg ist, gut erkennbar, 
Bei dem Kap Amber steht während des SE-Passat eine hohe See, wo- 
durch es den Anschein hat, als wäre daselbst flaches Wasser, jedoch entsteht 
dieses brandende und unruhige Wasser durch die starke westliche Strömung, 
welche um das Kap setzt und welche daselbst mit der von dem Mozambique- 
Kanal kommenden Gezeitenströmung zusammentrifft.
	        
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