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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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Winden segelnd, wurde nach Ueberschreitung der letzteren Breite ein west- 
licherer Kurs eingeschlagen, der das Schiff nach 40° W-Lg in 24,1° N-Br am 
24. August und nach 60° W-Lg in 24,8° N-Br am 3. September führte. West- 
lich von 50° W-Lg war der Passat besonders flau und unbeständig; sehr häufig 
beobachtete man gewitterhafte Erscheinungen, auch wurden an verschiedenen 
Tagen Wasserhosen gesehen. Am 11. und 12. September gerieth das Schiff in 
etwa 30° N-Br und 76° W-Lg in einen Orkan. Der Wind hatte sich während 
der vorhergehenden Tage schon nach SE gedreht, und aus dieser Richtung fing 
es bei Gewitter und strömendem Regen an zu stürmen. Später drehte der Wind 
allmählich durch S nach SSW, wobei er abflaute. Die höchste notirte Windstärke 
betrug 11, und der niedrigste Stand des Barometers 747,3 mm. Drei "Tage 
später, am 15, September, ankerte „Savannah“ auf der Tybee-Rhede nach einer 
Reise, deren Dauer von Lizard her 45 Tage betrug. 
Von Savannah versegelte das Schiff nach Galveston. Kapt. Tebelmann 
wählte die durch den Golfstrom führende Route. Am 22, September wurde die 
Reise angetreten; am 28, September, ’als das Schiff sich nicht weit nördlich von 
der Bemini-Enge befand, traf man auf sehr stürmisches Wetter aus ostnordöst- 
licher Richtung, begleitet von einer Luftdruckabnahme, in 24 Stunden 6 mm. 
Vielleicht stand dieses Unwetter in Verbindung mit dem zu dieser Zeit nicht 
gauz weit östlich vom Schiffe eine nördliche Bahn verfolgenden Orkane, welchen 
gleichzeitig der Bremer Schoner „Rio“ nahe der Ostspitze Cuba’s überstand. 
Am 29. September nahm der Luftdruck bei der „Savannah“ noch mehr ab und 
erreichte mit 756,1 mm seinen niedrigsten Stand, doch mässigte sich der Wind 
an diesem Tage für das schon im Kanale von Florida stehende Schiff. 
Von frischem Ostwinde begünstigt, überwand das Schiff leicht die un- 
günstige Strömung des Golfes. Am 1. Oktober wurden die Tortugas - Inseln 
passirt und am 4. Oktober befand „Savannah“ sich in 27° N-Br und 91° W-Lg. 
Mit flauem, veränderlichen Ostwinde, der von hier ab angetroffen wurde, legte 
man den letzten ‘Cheil der Reise zurück, und am 8, Oktober konnte in der Bai 
von Galveston geankert werden. Die Dauer der Reise betrug 16 Tage. 
In Galveston erhielt das Schiff Ladung für Bremen, und am 8. December 
trat es die Reise dahin an. Ein Sturm aus Westen, der am 9. und 10. December 
wehte, war dem Anfange derselben sehr günstig. Dann folgte östlicher Wind, 
gegen den gekreuzt werden musste. Am 16. December befand sich „Savannah“ 
in Sicht der Küste von Cuba, von wo ab sich die günstige Wirkung der Golf- 
strömung bemerkbar machte, und schon am 19. December passirte man bei 
frischem Ostwind die Enge von Bemini, Im offenen Ocean drehte der an Stärke 
zunehmende Wind sich bald durch S nach SW und wehte am 21. December in 
33° N-Br und 77° W-Lg als voller Sturm. Geführt von beständigen West- 
winden, die recht oft stürmisch wehten, verlief die Reise über den Atlan- 
tischen Ocean. Am 24. December überstand man in 37,7° N-Br und 66° W-Lg 
einen sehr schweren, von Blitz und Donner begleiteten Weststurm; während 
desselben traf ein Blitzstrahl den Mast, glücklicherweise jedoch ohne Schaden 
anzurichten. Am 1. Januar 1879 wüthete in 44° N-Br und 37° W-Lg ein an- 
derer, orkanartiger Sturm, bei welchem der Luftdruck bis zu 728,7 mm abnahm. 
Der Wind begann aus ostsüdöstlicher Richtung, zunehmend bis zur Stärke 8, 
dann wurde er plötzlich flauer und 4 Stunden hindurch herrschte ganz leiser 
südlicher Zug. Nach Verlauf dieser Zeit kam der Sturm aus SW bis WSW in 
Stärke 11 wieder heran gebraust. Die See lief dabei wild durcheinander, fast 
aus allen Kompassrichtungen. Auf den Aussengründen vor dem Kanal wurde 
noch stürmisches Wetter aus südöstlicher Richtung überstanden, bis es schliess- 
lich am 12. Januar mit wieder durchgekommenem Westwinde gelang, in den 
Kanal einzusegeln. Die Reisedauer bis dort betrug 35 Tage. 
1l. Reise des Geestemündener Vollschiffes „Lina‘, Kapt. E. Ahrens. 
Am 23. December 1877, 12 Tage nach der Abreise von der Elbe, befand 
sich das auf einer Reise nach Newyork befindliche Vollschiff „Lina“ in der Nähe 
der Scilly-Inseln. Nordwestliche Winde, welche während der nächsten Tage 
wehten, bewogen Kapt. Ahrens, einen südlichen Kurs einzuschlagen. „Lina“ 
gelangte damit nach 40° N-Br in 14° W-Lg am 27. December und nach 30°
	        
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